Verlängert er nun oder nicht? Seit Monaten beherrscht dieses Thema den Arbeitsalltag bei Borussia Dortmund. Gespräche zwischen Nico Schlotterbeck und dem Verein gab es bereits mehrere. Doch noch immer ist der Ausgang völlig offen.
Diese zwei Optionen bleiben übrig
Zwei Schlotterbeck-Szenarien bleiben
Für den Innenverteidiger und den Klub kann es letztlich jedoch nur auf zwei konkrete Szenarien hinauslaufen. Darüber sprechen BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
„Bauchmensch“ Schlotterbeck spricht über seine Zukunft
„Ich werde irgendwann auch eine Grundsatzentscheidung treffen mit Papa und Keven (Schlotterbeck, Nicos Bruder)“, erklärte Schlotterbeck nach dem 3:0-Sieg des BVB gegen Union Berlin.
„Ich denke schon, dass ich mir irgendwann eine Deadline setze, aber wann die genau ist, weiß ich nicht. Ich bin Bauchmensch, ich werde irgendwann eine Entscheidung treffen." Auf die Rückfrage, wann diese Deadline sein werde, meinte er: „Das sag ich euch nicht.“
Bereits vor einem Jahr stand die Verlängerung des im Sommer 2027 auslaufenden Vertrags ganz oben auf der Dortmunder Prioritätenliste. Doch noch immer warten Verantwortliche und Fans auf ein finales – und positives – Ergebnis. Vor knapp einem Jahr galt eine Ausweitung des Arbeitspapiers als reine Formsache.
„Passendes Zeitfenster“ im Sommer?
Dann verletzte sich Schlotterbeck jedoch schwer am Knie (Meniskusriss) und fiel über vier Monate aus. Die Folge: Die Reha rückte in den Fokus, Gespräche über eine Verlängerung wurden aufgeschoben. Seitdem zieht sich dieses Thema in die Länge. Doch wie konnte der sicher geglaubte Plan überhaupt ins Wanken geraten?
„Seine Wertschätzung im internationalen Fußball hat sich deutlich gesteigert“, erklärt BVB-Reporter Müller und ergänzt: „Auch er hat das wahrgenommen und prüft seitdem seine Optionen.“ Müller spricht mit Blick auf den Sommer und einen möglichen Wechsel zu einem Topklub von einem „passenden Zeitfenster“.
Sedlbauer ergänzt: „Vielleicht sogar sein letztes Zeitfenster für einen Top-Klub und einen lukrativen Vertrag. Denn wenn er noch drei, vier Jahre in Dortmund bleibt, kann er auch über seinen Zenit sein.“
Noch keine konkreten Anfragen von Topklubs
Dass Topklubs sich mit seinem Namen beschäftigen, schmeichelt Schlotterbeck. Allerdings: „Noch gibt es keine konkreten Vorstöße. Die Bayern wollen unbedingt mit Upamecano verlängern, andere Top-Klubs sind noch nicht so richtig in die Spur gekommen. Das hängt natürlich auch mit dem gewohnt schwierigen Zeitpunkt im Winter zusammen. Logisch, dass auch er noch seine konkreten Optionen ausloten muss“, so Sedlbauer.
Für die beiden Podcaster gibt es in Bezug auf seine Zukunft nur zwei Optionen: „Entweder der BVB schafft es tatsächlich, mit ihm zu verlängern. Dann wird das aber nur mit einer Ausstiegsklausel gehen – die würde man ihm zugestehen. Oder er verlässt den Verein schon im Sommer und der BVB kassiert eine ordentliche Ablösesumme“, so Sedlbauer. Dass der BVB mit Schlotterbeck ohne Verlängerung einfach ins letzte Vertragsjahr geht, ist laut SPORT1-Informationen keine Option – für beide Seiten.
„Die Fans müssen sich mit der Krücke Ausstiegsklausel anfreunden. Der Wunsch, dass du ohne entsprechende Klausel mit ihm verlängerst, ist unrealistisch“, ist sich Müller sicher.
Schlotterbeck „würde das Arbeitsklima belasten“
Schlotterbecks Vertrag läuft im Sommer 2027 aus. Eile, ihn bereits in diesem Frühjahr zu verlängern, hätte er somit nicht. Und dennoch: „Sollte er auf einen Verbleib über den Sommer hinaus beharren, würde er damit das Arbeitsklima belasten“, befürchtet Müller. Sedlbauer glaubt indes fest daran, dass Schlotterbeck dem BVB das nicht antun würde. „Ein ablösefreier Wechsel 2027 wäre für den Verein eine Katastrophe. Er weiß aber auch, was er dem BVB zu verdanken hat.“