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Bundesliga: Eintracht Frankfurt in der Krise

Jetzt kann viel kaputtgehen

Eintracht Frankfurt steckt in einer Krise und hat die spielerische Leichtigkeit verloren. Der Trainerwechsel soll die Wende bringen, doch die Lage bleibt heikel - weil der Klub plötzlich enorm viel zu verlieren hat.
Robin Koch nutzt die Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel bei Qarabag für Abschiedsworte an Dino Toppmöller. Der Eintracht-Kapitän nimmt die Mannschaft nach der Entlassung in die Pflicht.
Eintracht Frankfurt steckt in einer Krise und hat die spielerische Leichtigkeit verloren. Der Trainerwechsel soll die Wende bringen, doch die Lage bleibt heikel - weil der Klub plötzlich enorm viel zu verlieren hat.

Der Druck bei und auf der Eintracht ist riesengroß. Wahrscheinlich, das vermuten einige in Frankfurt, zu groß für die Mannschaft, die starken Gegenwind kaum kannte in den letzten Jahren und irgendwie immer nur gewinnen konnte. Doch jetzt hat der ganze Klub plötzlich richtig viel zu verlieren!

So sehr die Eintracht auch gewachsen ist unter Sportchef Markus Krösche, so schnell sich die Umsatzzahlen entwickelten, so gefährlich ist die Januar-Lage. Jetzt kann viel kaputtgehen. Denn im Maschinenraum des gewaltigen Frankfurter Fußball-Unternehmens laufen, grätschen und schießen nach wie vor Menschen. Viele jung und sehr talentiert.

Leichtigkeit bei Eintracht Frankfurt weg! Krise im Kopf

Zuletzt war deutlich zu erkennen, aber noch mehr zu spüren im Stadion, dass die Eintracht-Spieler die Leichtigkeit verloren haben. Sie haben erhebliche Probleme, auf Toplevel zu funktionieren. Die Freude ist weg. In den letzten neun Pflichtspielen gelang nur ein Sieg (1:0 gegen Augsburg).

In solchen Phasen den Trainer zu wechseln, ist ein oft und gern gewählter Weg. Auch Krösche machte Dino Toppmöller damit zum Hauptschuldigen für die Krise. Die Entwicklung war „stagnierend bis rückläufig“, so Krösche, der auf dem Spielfeld „eine Art Panikmodus“ diagnostizierte. Trainerteam und Mannschaft hätten sich „verkeilt“.

Heimspiel als Schlüssel: Hoffenheim kommt

Da die Frankfurter Probleme im Mentalen liegen - der Kopf steuert den Körper - braucht es mit dem neuen Cheftrainer vor allem eines ganz schnell: ein Erfolgserlebnis. Und im Grunde bleibt dafür, im Kerngeschäft Bundesliga, nur das Heimspiel Samstag gegen Hoffenheim.

Wer das Team von Christian Ilzer, mittlerweile Tabellendritter, aber zuletzt mal erlebt hat, weiß, dass die Aufgabe aus Eintracht-Sicht kniffliger kaum sein könnte. Der Zeitpunkt des Frankfurter Trainerwechsels ist höchst kompliziert.

In der Champions League muss das Team schon am Mittwoch wieder ran, beim unangenehmen Underdog Qarabag Agdam (18.30 Uhr im LIVETICKER) - der in der Tabelle als 25. sogar über dem einstigen Europa-League-Sieger aus Frankfurt liegt (die Eintracht ist 33.).

Wenn Marko Rose kommt - wird dann alles gut?

Da die Mannschaft - trotz der immer noch spielenden Legende Mario Götze - nicht reif und erfahren genug wirkt, um sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen, könnte der Frankfurter Tiefpunkt noch bevorstehen.

Die große Überzeugung, dass ein neuer Cheftrainer, möglicherweise ja Marco Rose, direkt ein neues Selbstbewusstsein und Siege auf den Platz zaubert, fehlt auch innerhalb des Klubs einigen.

Die Hoffnung auf schnelle Besserung sei „auf Sand gebaut“, formuliert ein Mitarbeiter, in dessen Augen der Kader „einige Kosmetik“ und „mehr Spieler mit Widerstandsfähigkeit“ benötige.

Im Mai einen Platz zu verpassen, der für die Teilnahme am Europapokal qualifiziert, ist nach Jahren des Aufbaus keine echte Option. Das würde die Eintracht, die wieder ganz groß denkt unter Krösche, deutlich zurückwerfen.

Auch deswegen erfolgte der Trainerwechsel. Die Frankfurter Rückrunde, das ist Mitte Januar schon sehr klar, wird ungemein spannend - nicht nur für Außenstehende.

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