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BVB: Was ist nur mit Guirassy los?

Was ist nur mit ihm los?

Borussia Dortmund macht beim Jahresauftakt gegen Eintracht Frankfurt ein ordentliches Auswärtsspiel. Nur Serhou Guirassy erlebt beim Remis den nächsten Tiefpunkt. Wie lange kann Kovac noch an ihm als Stürmer Nummer 1 festhalten?
Die Durststrecke von Serhou Guirassy geht auch in Frankfurt weiter. Trainer Niko Kovac stärkt dem Stürmer den Rücken - lobt aber gleichzeitig auch Guirassy-Konkurrent Fabio Silva.
Borussia Dortmund macht beim Jahresauftakt gegen Eintracht Frankfurt ein ordentliches Auswärtsspiel. Nur Serhou Guirassy erlebt beim Remis den nächsten Tiefpunkt. Wie lange kann Kovac noch an ihm als Stürmer Nummer 1 festhalten?

Es sollte ein Neuanfang werden. Doch der Jahresauftakt gegen Eintracht Frankfurt entwickelte sich zum nächsten Tiefpunkt für Serhou Guirassy.

Vorne agiert der BVB-Stürmer seit Längerem harmlos und nun patzt er auch noch in der Defensive. Völlig übermotiviert traf er Robin Koch im eigenen Strafraum. Die Folge: Elfmeter und Ausgleich für die Eintracht. Maximal unglücklich und doch ein Sinnbild seiner aktuellen Leistung.

Seine Formkrise spitzt sich weiter zu - und dürfte die Dortmunder zum Handeln zwingen.

BVB: Guirassy im Tief

Der 29-Jährige lief zwar mehrmals druckvoll an, machte den einen oder anderen Ball fest, doch mehr als ein harmloser Abschluss (12. Spielminute) sprang am Freitagabend nicht für ihn heraus.

„Er wird da wieder rauskommen. Wir werden ihm da helfen“, stärkte ihm Trainer Niko Kovac erneut den Rücken: „Ich halte ihm weiterhin die Stange. Jeder Stürmer muss durch so eine Durststrecke durch.“ Auch Sportdirektor Sebastian Kehl blies ins gleiche Horn: „Wir werden alles daran setzen, dass er wieder in die Form und Quote kommt.“

Die Frage ist nur: wie? Guirassys Tief ist gravierend.

Lebensversicherung? Seit längerem nicht mehr

Wettbewerbsübergreifend kommt er in dieser Spielzeit auf neun Tore und vier Vorlagen (24 Einsätze) – auf den ersten Blick kein allzu schlechter Wert. Allerdings wartet er seit dem 31. Oktober auf einen eigenen Treffer (1:0 in Augsburg).

Der von Kovac als „Lebensversicherung“ bezeichnete Angreifer ist genau das schon seit Wochen nicht mehr. Er ist lange nicht mehr so ins Dortmunder Spiel integriert wie noch am Ende der vergangenen Saison.

„Seit dem 31. Oktober kein Tor gemacht, das wird zum Teil der Körpersprache. Als Stürmer denkst du, du musst ja nur zu Chancen kommen. Aber du brauchst ein Tor, du brauchst einen Ball, der reingeht. Das hat mit Selbstvertrauen zu tun“, analysierte Experte Jan Age Fjörtoft im SPORT1 Doppelpass Guirassys Dilemma.

Ex-Profi Erik Meijer fügte hinzu: „Es ist schwierig für ihn, weil er es gewohnt ist, 20+ Tore zu machen jede Saison. Dann passiert sowas und dann fängst du an nachzudenken. Dann gehst du auf den Flügel raus, du brauchst gar nicht auf den Flügel raus, denn in der Mitte steht das Tor.“

Völler: „Gut, wie Niko ihn schützt“

Rudi Völler brachte noch einen weiteren Aspekt an. „Es ist wichtig, einen Trainer zu haben, der hinter ihm steht. Es ist auch wichtig, dass er seinem Spielstil treu bleibt. Man darf dann nicht egoistisch sein, das ist immer die Gefahr. Es ist gut, wie Niko ihn schützt, aber natürlich belastet es ihn, wenn er keine Tore macht“, sagte der DFB-Sportdirektor im Doppelpass.

Im Trainingslager im spanischen Marbella sah dabei noch vieles nach einer Rückkehr zur alten Form aus. Guirassy überzeugte mit starken Leistungen und haute sich voll rein. Vor allem kehrte das Lachen in sein Gesicht zurück.

„Im Trainingslager war er wirklich top. Man hat gemerkt, dass er Energie getankt hat“, bestätigte Ricken und lobte seinen Einsatz: „Er ackert, er arbeitet für die Mannschaft.“ Der Ertrag allerdings passt nicht.

Silva hinterlässt den besseren Eindruck

Ganz anders dagegen sieht es derzeit bei Neuzugang Fábio Silva aus - zumindest dann, wenn er die Chance dazu bekommt. Auch gegen Frankfurt brachte er fast schon in gewohnter Manier extrem viel Schwung ins Dortmunder Offensivspiel und fiel in kürzerer Zeit deutlich häufiger in Erscheinung als Guirassy.

„Er (Silva; Anm. d. Red.) hat es sehr gut gemacht. Sehr beweglich“, lobte Klubboss Lars Ricken. Auch Kovac war von dem Neuzugang erneut angetan und verriet nach der Partie, dass die Stürmer-Entscheidung eine sehr knappe gewesen sei.

Und dennoch bekam Guirassy in dieser Spielzeit und vor allem in den vergangenen Wochen immer den Vorzug vor Silva. Erst einmal durfte der 23-Jährige in der Bundesliga von Beginn an ran - beim 1:1 in Freiburg Mitte Dezember stürmte er an der Seite von Guirassy, der bislang in 15 von 16 Ligaspielen in der Startelf stand.

Wie lange aber kann Kovac noch an Guirassy festhalten und vor allem Silva auf die Bank verbannen?

Rotation drängt sich auf

Drei englische Wochen warten nun auf den BVB - und es ist schwer vorstellbar, dass Kovac in dieser Zeit auf der Stürmerposition nicht rotiert.

Schon am Dienstag gegen Werder Bremen (20.30 Uhr im LIVETICKER) wäre alles andere als ein Stürmer-Wechsel eine Überraschung. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Kovac in der Causa Guirassy verwundert.