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VAR-Wirbel beim BVB: "War es Zentimeter außerhalb oder nicht?"

VAR-Wirbel bei BVB-Thriller

Emre Can rettet Borussia Dortmund in der Nachspielzeit einen knappen Sieg gegen den FC St. Pauli. Zuvor hatte der BVB einen Zweitore-Vorsprung verspielt.
Für BVB-Talent Julien Duranville hat Trainer Niko Kovac weiter keine Verwendung. Auf einer Pressekonferenz spricht er über den Belgier.
Emre Can rettet Borussia Dortmund in der Nachspielzeit einen knappen Sieg gegen den FC St. Pauli. Zuvor hatte der BVB einen Zweitore-Vorsprung verspielt.

Borussia Dortmund hat am 18. Spieltag der Bundesliga einen herben Rückschlag in letzter Minute verhindert. Dank eines verwandelten Elfmeters von Emre Can in der Nachspielzeit nach VAR-Eingriff gewann der BVB gegen Abstiegskandidat FC St. Pauli mit 3:2. Unter den Augen von Bundeskanzler Friedrich Merz festigten die glücklichen Dortmunder mit dem knappen Sieg Platz zwei.

„Es war eine Achterbahnfahrt. Wir müssen es viel besser runterspielen und die Dinger reinmachen“, sagte Can nach seinem Schuss ins Glück bei Sky: „Aber am Ende haben wir gewonnen, das ist das Wichtigste im Fußball. Ich hoffe, wir lernen irgendwann daraus. Aber was gibt es Schöneres, als in der letzten Minute hier ein Tor zu schießen? Hier die Emotionen – das ist unbeschreiblich.“

Borussia Dortmund: Can erklärt Elfmeter-Entscheidung

Normalerweise ist Serhou Guirassy der Elfmeterschütze des BVB. Aber „ich habe mich gut gefühlt. Serhou ist spät reingekommen“, sagte Can: „Die letzten Monate waren nicht einfach für ihn. Wenn er zu mir gesagt hätte ‚Emre, heute schieße ich‘, dann hätte er auch sehr gerne schießen können. Es geht nur darum, dass der Ball im Netz ist.“

St. Paulis Trainer Alexander Blessin haderte zwar mit dem späten VAR-Eingriff, vermied aber Kritik am Videoschiedsrichter. „Es bringt ja nichts. War es jetzt ein Zentimeter außerhalb oder nicht? Wir haben verloren, deswegen müssen wir das akzeptieren“, sagte Blessin bei DAZN.

Für seine Mannschaft sei das „bitter, weil sie bravourös gekämpft hat und sich nie aufgegeben hat“, so Blessin weiter: „Nach dem 2:2 waren wir sogar näher am 3:2 als Dortmund. Gegen ein Champions-League-Team so Gas zu geben und auch spielerisch zu überzeugen, war schon aller Ehren wert. Aber letzten Endes stehen wir mit null Punkten da.“

Sein Gegenüber Niko Kovac gab im Nachhinein zu, vom VAR-Eingriff überrascht gewesen zu sein. „Ich habe überhaupt nichts mitbekommen. Ich war auch sehr überrascht, dass es dort überhaupt eine Diskussion gab, ob es eventuell ein Elfmeter ist“, sagte der BVB-Trainer: „Aus der Entfernung kann ich nicht sehen, ob er auf der Linie ist oder nicht. Aber unter dem Strich hat er ihn gepfiffen, und er hat ihn reingemacht. Deswegen haben wir gewonnen.“

BVB-Trainer Niko Kovac: „Wir müssen das dritte Tor machen“

Nach einer vermeintlich beruhigenden 2:0-Führung ließen die Dortmunder innerhalb von zehn Minuten zwei Gegentore zu.

Zunächst traf James Sands per Kopf nach einer Ecke (62.), ehe der gerade eingewechselte Ricky-Jade Jones per Volley im Anschluss an einen Freistoß zum 2:2-Ausgleich traf (72.).

„Wir müssen das dritte Tor machen, weil ein 1:0, ein 2:1, ein 2:0 ist immer sehr eng“, bemängelte Kovac nach dem Spiel bei DAZN: „Wenn es dann einen Ausgleichs- oder einen Anschlusstreffer gibt, wird man ein bisschen nervös. Wir haben das nicht so gut gemacht. Aber unter dem Strich hatten wir ein bisschen Glück zum Schluss und gewinnen das Spiel noch.“

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Borussia Dortmund: Brandt und Adeyemi bringen Hausherren in Führung

In der ersten Halbzeit hatte Julian Brandt in der Nachspielzeit die Führung für den BVB erzielt (45-+1), die Karim Adeyemi in der 54. Minute ausbaute.

Jones verursachte in der Nachspielzeit dann den Elfmeter mit einem Foul an Maximilian Beier. „Der Junge tut mir extrem leid, weil er sich Vorwürfe macht. Aber so etwas passiert, so ist Fußball“, sagte St. Paulis Innenverteidiger Hauke Wahl.

Gegen St. Pauli hatte Dortmund schon zum Auftakt der Hinrunde einen Zweitore-Vorsprung verspielt. Damals fielen die späten Tore für die Hamburger zum 3:3 in der 86. und 89. Minute.

Diesmal reichte es für St. Pauli nicht mehr zum Remis.

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mit Sport-Informationsdienst (SID)