Der deutliche 5:1-Sieg des FC Bayern gegen RB Leipzig und die Folgen der Münchner Dominanz für den Titelkampf in der Bundesliga sind im SPORT1-Doppelpass ausführlich diskutiert worden.
Einstiger Bundesliga-Meistercoach bewundert Bayern-Stärke: "Das ist ein Phänomen"
Veh: Darum dominieren die Bayern
„Sie haben schon viele gute Mannschaften gehabt. Von den Punkten und Statistiken werden sie vermutlich die beste Bundesligasaison spielen“, sagte der ehemalige Meister-Coach Armin Veh.
Die Dominanz der Bayern liege aber auch an der Schwäche der Rivalen. „Früher waren die Gegner stärker. Heute haben sie ja keine Konkurrenz“, erklärte der 64-Jährige, der den VfB Stuttgart 2007 zur Deutschen Meisterschaft geführt hatte.
„Das ist ein Phänomen“
Abgesehen davon zeigte sich Veh begeistert von der Spielweise der Bayern: „Ich freue mich, wenn wir eine starke Mannschaft haben, die begeistert und nicht nur Ergebnisse liefert, sondern auch schönen Fußball spielt.“ Dennoch, so wiederholte er, „würde ich mir wünschen, dass die Teams dahinter besser verteidigen würden.“
Unter Trainer Vincent Kompany sei zudem eine neue Dimension erreicht worden: „So viel wie unter Kompany sind sie noch nicht gelaufen. Das ist ein Phänomen.“
FC Bayern: Beste Bundesligasaison?
SPORT1-Experte Stefan Effenberg bewertete den Spielverlauf gegen RB differenzierter, als es das klare Ergebnis vermuten lässt: „Leipzig war bis zur 70. Minute voll im Spiel und hatte Chancen, die musst du dann halt nutzen. Es lief lange vieles gut für Leipzig.“
Allerdings nur so lange wie Michael Olise auf der Bank saß. „Er macht den Unterschied, egal ob er von Anfang an spielt oder von der Bank kommt. Manche Spieler haben nach einer Einwechslung keinen Bock – das sieht man bei ihm gar nicht“, lobte Effenberg. Mit seinem Treffer habe Olise seine herausragende Leistung gekrönt.
Draxler: Sorge um die Bundesliga
SPORT1-Experte Alfred Draxler ordnete die Saison insgesamt ein und sagte zur Frage nach den besten Bayern aller Zeiten: „Von den Zahlen her auf jeden Fall. Sie werden die Saison 1971/72 übertrumpfen.“
Gleichzeitig zeigte er sich frustriert über die Entwicklung der Liga: „Der FC Bayern kann nichts dafür, die spielen sehr gut. Aber was ist mit dieser Liga los?“
Mit Blick auf Leipzig und deren klare Niederlagen in dieser Saison wurde er deutlich: „1:11 Tore gegen Bayern – ich mache mir Sorgen um die Bundesliga. Der Meisterkampf ist ja so langweilig geworden.“
Nach 18 Spielen ohne Niederlage steht der Rekordmeister an der Spitze der Tabelle und hat bereits elf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Borussia Dortmund – ein Umstand, der Draxler und Veh darin bestätigt, dass die Bayern-Dominanz auch Ausdruck einer geschwächten Konkurrenz ist.