Uli Hoeneß hat lobende Worte über die Entwicklung von Lennart Karl verloren - und Cheftrainer Vincent Kompany einen großen Anteil am steilen Aufstieg des 17-Jährigen attestiert.
FC Bayern: Aufregung um Karl erinnert Hoeneß an einen 42 Jahre alten Eklat
Hoeneß erinnert an legendären Eklat
Im Rahmen des Legends Cups äußerte sich der Ehrenpräsident des FC Bayern im Gespräch mit Magenta Sport auch über den Wirbel um Karls Aussagen, dass er „irgendwann“ mal bei Real Madrid spielen wolle.
Bayern-Talente: Lob für Coach Kompany
Der 74-Jährige gab zu, dass er sich über das Einbinden vieler junger Talente in der Profimannschaft des FC Bayern freue. Allerdings wisse er auch, dass dies nur deshalb möglich ist, weil die Münchner im Transfersommer 2025 nicht all ihre Wunschspieler verpflichten konnten.
„Wenn alle Spieler, die man uns angedichtet hat, in München spielen würden, gäbe es keinen Lennart Karl in der ersten Mannschaft, gäbe es keinen Tom Bischof in der ersten Mannschaft“, sagte Hoeneß am Sonntag.
„Die ganze Politik, die wir im Sommer gemeinsam gemacht haben, indem wir den Kader klein gehalten haben und nicht so viele teure Spieler gekauft haben, wie es die Medien vor allem von uns verlangt haben. Dadurch ist der Kader klein geworden und immer, wenn es eng wurde, haben junge Spieler eine Chance bekommen“, führte Hoeneß aus und lobte Kompany für dessen Mut, jungen Spielern Vertrauen geschenkt zu haben. „Das ist das Geheimnis, dass der Trainer dazu bereit war.“
Hoeneß stichelt gegen Bayern-Kritiker
Hoeneß dürfte mit seinen Aussagen in erster Linie die nicht zustande gekommenen Wechsel von Florian Wirtz und Nick Woltemade zum FC Bayern gemeint haben. Um beide DFB-Stars bemühte sich der deutsche Rekordmeister wochenlang, ging aber jeweils leer aus.
Kompany sei „manchmal auch ein bisschen traurig“ darüber gewesen, „dass der ein oder andere Transfer nicht geklappt hat. Der Trainer hat nicht lamentiert, sondern hat die Ärmel hochgekrempelt. Was wir jetzt erleben, ist eine wunderbare Konsequenz.“
Trotz der gescheiterten Transfers spielt der FC Bayern eine unfassbar erfolgreiche Saison und ist in allen Wettbewerben noch vertreten.
„Wenn ich daran denke, dass wir im Sommer die schlechtesten Transferspezialisten genannt wurden, wir hätten im Prinzip gar nichts gemacht und kein Geld ausgegeben – jetzt sind wir mit elf Punkten vor Dortmund und es ist ganz gut gelaufen", stellte Hoeneß klar.
„Das dürfen junge Spieler machen“
An Karls vieldiskutierten Real-Aussagen bei einem Fanclub-Besuch nimmt der Vereinspatron derweil keinen Anstoß.
„Jetzt hat er einmal was über Real Madrid gesagt. Das darf ein junger Bursche mal sagen“, befand Hoeneß - und führte aus: „Michael Rummenigge hat auch mal was über die Schlosser gesagt. Das dürfen junge Spieler machen. Sie müssen in der heutigen Medienlandschaft einfach aufpassen, dass sie das nicht übertreiben, und ansonsten ist das so für mich überhaupt kein Problem.“
Hoeneß‘ Verweis auf Michael Rummenigge spielte auf einen Vorfall im Jahr 1984 an, als der jüngere Bruder von Karl-Heinz Rummenigge sich vor laufender TV-Kamera in eine erhitzte Diskussion mit einem Fan verstrickte, der die Gehälter der Profifußballer kritisiert hatte.
Der damals 20 Jahre junge Rummenigge stritt sich bei einer Telefon-Aktion erregt mit dem Mann - bis an den Punkt, an dem er wütend auflegte und sich dann vor laufender Kamera mokierte: „Das ist eine Frechheit! Die wollen sich profilieren. Der sagt, der ist Schlosser, von denen gibt es 50.000 in Deutschland. Da kann ich doch nichts dafür, dass ich Bundesligaspieler bin. Der bringt die Spitzenleistung halt nicht!“
Rummenigges Ausbruch entfachte damals riesigen Wirbel, der damalige Bayern-Manager Hoeneß erwog öffentlich Rummenigges Rauswurf - sah aber davon ab, als dieser sich reuig zeigte.