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HSV? Kehls Reaktion heizt die Spekulationen an

Das spricht für einen Kehl-Wechsel

Sebastian Kehl wird beim Hamburger SV als möglicher Nachfolger von Stefan Kuntz gehandelt. Die Reaktionen in Dortmund fallen unterschiedlich aus. Vor allem das Verhalten des BVB-Sportdirektors sorgt für Aufmerksamkeit.
Es kursieren Gerüchte, wonach der Hamburger SV Sebastian Kehl als möglichen Nachfolger von Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz auf der Liste haben soll.
Sebastian Kehl wird beim Hamburger SV als möglicher Nachfolger von Stefan Kuntz gehandelt. Die Reaktionen in Dortmund fallen unterschiedlich aus. Vor allem das Verhalten des BVB-Sportdirektors sorgt für Aufmerksamkeit.

Sie hätten die Gerüchte einfach abräumen und abmoderieren können. Doch sowohl die BVB-Verantwortlichen als auch Sebastian Kehl selbst ließen am Dienstagabend viel Raum für Spekulationen.

Laut Sky soll der BVB-Sportdirektor ein Kandidat für die Nachfolge von Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz beim Hamburger SV sein. Die Reaktion der Dortmunder: vielsagend.

Kehl sagt Interview ab und schweigt

„Ich habe euch heute nichts zu sagen“, rief Kehl den wartenden Medienvertretern in der Mixed Zone mit einem breiten Grinsen zu. Anders als sonst stellte er sich nicht den Fragen, sondern machte sich nach dem 3:0-Sieg gegen Werder Bremen direkt auf den Weg Richtung Ausgang.

Kehl wusste natürlich, welche Frage im Raum stand. Er wich einer klaren Stellungnahme aus. Zuvor hatte er bereits ein geplantes Interview mit Sky kurzfristig abgesagt. Und die BVB-Verantwortlichen? Lars Ricken wurde - vermeintlich - deutlich, Niko Kovac dagegen kalt erwischt.

Ricken wird deutlich: „0,0 ein Thema“

„Ich weiß nicht, was die Hamburger sich für Gedanken machen. Es ist niemand an uns herangetreten und damit ist es für uns vor dem Spiel auch kein Thema“, sagte Ricken und stellte klar: „Wir sind gerade mitten in einer Transferphase mit Sebastian. Ich kann nicht versprechen, ob wir noch etwas machen, vielleicht geben wir noch etwas ab. Wir planen gemeinsam auch schon den Kader für den Sommer und wollen uns dort verbessern. Deshalb ist es für mich gerade auch 0,0 ein Thema.“

Trainer Kovac befand sich nach dem Sieg gegen Bremen noch voll im Spielmodus. Die Nachfrage zu Kehl kam für den BVB-Coach überraschend. Kovac entgegnete: „Ich habe gerade 90 Minuten Bundesliga-Fußball hinter mir. Jetzt stellst du mir eine Frage, von der ich gar nichts weiß. Darauf kann ich überhaupt keine Antwort geben.“

Wechselgerüchte schmeicheln Kehl

Doch was ist dran an den Gerüchten? Nach SPORT1-Informationen gab es bislang keinen Kontakt zwischen den Parteien. Dennoch gilt: Die neuen Spekulationen schmeicheln Kehl – ähnlich wie schon bei den Gerüchten um einen Wechsel zum VfL Wolfsburg Ende November. Vor allem deshalb, weil er beim BVB nicht immer die größte Wertschätzung erfuhr. Und das, obwohl er einige starke Deals einfädelte und sowohl im vergangenen Sommer als auch im Jahr davor für seine Transfers gefeiert wurde.

Trotzdem steht Kehl immer wieder in der Kritik. Als der ehemalige Technische Direktor Sven Mislintat noch im Verein war, stand Kehls Zukunft beim BVB zeitweise sogar auf der Kippe. Auch die Beförderung von Ricken – und eben nicht von Kehl – in die Geschäftsführung war nicht gerade ein Vertrauenssignal.

Fakt ist aber auch: Kehl fühlt sich bei „seinem“ BVB, für den er 13 Jahre lang spielte, wohl. Die Zusammenarbeit mit Ricken gilt als konstruktiv und vertrauensvoll. Beide schätzen sich, kennen sich noch bestens aus gemeinsamen Spielerzeiten. Auch deshalb verlängerte Kehl erst vor einem Jahr seinen Vertrag bis 2027.

Dennoch gibt es auch Argumente, die für einen Wechsel sprechen würden.

Was für einen Wechsel sprechen würde

Zum einen wäre da die sportliche Herausforderung, seine Arbeit auch bei einem anderen Klub unter Beweis zu stellen. Zum anderen wäre es für Kehl ein klarer Karriereschritt: Der 45-Jährige würde vom Sportdirektor zum Sportvorstand aufsteigen.

Kehl passt ins Suchprofil des HSV. Die Hamburger halten Ausschau nach einem großen Namen à la Oliver Bierhoff, Ralf Rangnick oder eben Kehl. Wirklich konkret sind die Planungen allerdings nicht – im Gegenteil. Nach SPORT1-Informationen ist es alles andere als unrealistisch, dass sich erst im Sommer etwas bewegt. Aktuell wird viel Name-Dropping betrieben.

Kehl als Kuntz-Nachfolger? Kein Schnellschuss beim HSV

SPORT1 weiß: Einen Schnellschuss wird es nicht geben. Ein Szenario sieht auch vor, dass Erik Huwer (Finanzvorstand) eine noch mächtigere Rolle einnimmt. Huwer genießt intern enorm hohes Ansehen. Denkbar ist, dass er dauerhaft mehr Verantwortung übernimmt und nicht nur interimsmäßig agiert. In diesem Fall bräuchte der HSV gar keinen Kehl.

Neben den Transferplanungen für den Winter und den Sommer muss sich der BVB-Sportdirektor nun aber auch mit seiner eigenen Zukunft befassen.