Der Hamburger SV ist auch ins neue Jahr als Auswärts-Punktelieferant gestartet. Mit zehn Mann verlor der Aufsteiger trotz Führung zu Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga 1:2 (0:0) beim SC Freiburg und wartet seit fast acht Jahren auf einen Erstligasieg in der Fremde. Nach dem Abpfiff sorgte eine Szene kurz vor dem zweiten Gegentreffer für große Aufregung.
Bundesliga: Trotz Führung: HSV-Pleite in Unterzahl
HSV-Ärger nach Pleite
Vor dem Treffer von Igor Matanovic brachte Linksverteidiger Christian Günter eine Flanke in den Strafraum. Johan Manzambi ging ins Kopfballduell mit Hamburgs Jordan Torunarigha und erwischte seinen Gegenspieler mit seinem Ellbogen im Gesicht.
„Wie kann man das nicht pfeifen?“
Die Pfeife von Schiedsrichter Timo Gerach blieb stumm und nur wenige Sekunden später gingen die Freiburger in Führung. Direkt im Anschluss beschwerten sich die HSV-Spieler, doch der Treffer blieb regulär.
Für Hamburgs Nicolai Remberg eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. „Für mich ist das ein klares Foul vor dem 1:2. Der Ellbogen ist für mich richtig im Gesicht. Das ist unglaublich, das ist Wahnsinn. Wie kann man das nicht pfeifen? Der springt ihm doch ganz klar mit dem Ellbogen ins Gesicht”, war er am Dazn-Mikrofon fassungslos.
Er fügte hinzu: „Ich habe den Schiri dreimal gefragt und er hat jedes Mal gesagt, dass es gecheckt ist. Das kann ich dann einfach nicht verstehen. Ich bin nie einer, der gegen die Schiris ausholt, aber bei so einer Szene kann ich es nicht verstehen.“
Vuskovic bringt HSV in Führung
Im ersten Spiel seit dem überraschenden Rückzug von Sportvorstand Stefan Kuntz sah Daniel Elfadli die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (51.). Vincenzo Grifo per Foulelfmeter (53.) und der eingewechselte Matanovic (83.) trafen für die Freiburger, die seit elf Pflichtspielen zu Hause ungeschlagen sind.
Der HSV bleibt in der laufenden Saison das einzige Team ohne Dreier auf gegnerischem Platz. Die Norddeutschen holten auswärts bisher nur zwei von 24 möglichen Punkten. Luka Vuskovic (49.) war für den HSV erfolgreich.
HSV-Trainer mit klarem Ziel
„Den ersten Auswärtssieg würden wir natürlich sehr gerne mitnehmen“, sagte der Hamburger Sportdirektor Claus Costa kurz vor dem Anpfiff bei Sky: „Wir rechnen uns etwas aus. Es ist der klare Plan, drei Punkte zu holen.“ Wie der Plan bei der Kuntz-Nachfolge aussieht, ist noch offen. Spekuliert wurde zuletzt über den früheren Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und den österreichischen Nationaltrainer Ralf Rangnick.
Merlin Polzin richtete sein Augenmerk auf den sportlichen Bereich. „Es geht darum, den HSV in der ersten Liga zu halten“, sagte der Trainer: „Da ist es mir relativ egal, wo wir die Punkte holen.“
Downs in der Startelf
Die Hamburger, bei denen Sturm-Neuzugang Damion Downs (Leihgabe des FC Southampton) in der Startelf stand, hatten gleich in der Anfangsphase großes Glück. Der frei vor dem HSV-Tor aufgetauchte SC-Außenverteidiger Lukas Kübler traf nur die Latte (9.).
Die Gäste, bei denen Fabio Baldé, Anssi Suhonen, Rayan Philippe, Robert Glatzel und Yussuf Poulsen fehlten, kamen nicht ins Spiel. Freiburg drängte die Hamburger fast durchgehend in die Defensive. In der 19. Minute vergab Lucas Höler die nächste gute Gelegenheit für den Sport-Club. Vier Minuten später scheiterte der Angreifer erneut am Hamburger Torhüter Daniel Heuer Fernandes.
Elfadli verursacht Elfmeter
Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Hamburger besser, die Hanseaten profitierten dabei von Fehlern der Freiburger im Aufbauspiel. Der HSV kam zu ein paar Abschlüssen, richtig gefährlich wurde es für SC-Keeper Noah Atubolu aber nicht.
Das änderte sich gleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Nach einer Ecke von Miro Muheim war Vuskovic mit dem Kopf zu Stelle. Schiedsrichter Timo Gerach (Landau) brauchte allerdings die Torlinientechnik, um den Treffer anzuerkennen. Freiburg antwortete umgehend. Nach dem Foul von Elfadli an Höler traf Grifo vom Punkt - obwohl Heuer Fernandes seine Hand am Ball hatte.
Danach begann die Abwehrschlacht der Gäste in Unterzahl, der gebürtige Hamburger Matanovic brachte den SC dennoch in Führung.