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Über acht Monate! Cans Verletzung wirft Fragen auf

Wann endet Cans Leidenszeit?

Emre Can kämpft noch immer mit Adduktorenproblemen. Die enorm lange Ausfallzeit ist besorgniserregend und wirft Fragen auf. Wann endet die Leidenszeit des BVB-Kapitäns?
Während des Trainingslagers in Marbella besuchen Emre Can und Julian Brandt einen BVB-Fanclub und tauschen sich mit ihren Unterstützern aus.
Emre Can kämpft noch immer mit Adduktorenproblemen. Die enorm lange Ausfallzeit ist besorgniserregend und wirft Fragen auf. Wann endet die Leidenszeit des BVB-Kapitäns?

Er biss auf die Zähne, kämpfte und schleppte sich durch. Und muss jetzt Tribut zollen? Emre Can war einer der Hauptfaktoren dafür, dass Borussia Dortmund in der vergangenen Saison das Minimalziel Champions League erreichte und die Spielzeit des BVB mit einem fulminanten Schlussspurt rettete (22 Punkte aus acht Spielen). Die Auswirkungen eines Verpassens der Königsklasse wären dramatisch gewesen.

Lange Zeit konnte der 31-Jährige seinen Körper an die Schmerzgrenze führen – doch auch oft darüber hinaus. Acht Monate später sind die Probleme immer noch nicht überstanden. Die Leidenszeit des Kapitäns hält weiter an.

Can und die „schwierigste Phase“ seiner Karriere

Über Wochen hinweg machten die Adduktoren große Schwierigkeiten. Die Folge: Can reiste nicht mit zur Klub-WM in die USA, sondern arbeitete in Dortmund individuell an seinem Comeback. Doch – anders als geplant - pünktlich zum Saisonstart wurde er nicht fit. „Es war die vielleicht schwierigste Phase meiner Karriere“, sagte Can rückblickend in einem Interview.

Insgesamt 18 Spiele verpasste der BVB-Kapitän bereits seit Anfang Juni. Erst am zehnten Spieltag Anfang November (1:1 gegen den HSV) feierte er sein Comeback. Auf zwei Einsätze über 90 Minuten folgten zwei Partien ohne Einsatz.

Vor Weihnachten durfte er dann wieder zweimal von Beginn an ran. Abgehakt waren die Probleme damit aber noch nicht. Gegen Eintracht Frankfurt (3:3) reichte es wieder nur für einen Kurzeinsatz.

Can noch immer noch schmerzfrei

Im Trainingslager in Marbella gab er in einem Sky-Interview Einblick in seinen Fitnesszustand: „Das ist schwer zu sagen, weil ich ehrlich gestehen muss, dass ich immer noch ein paar Probleme hatte und habe - immer noch. Es ist schwer zu sagen, bei wie viel Prozent ich bin. […] Es ist mühsam, aber jeder Tag, an dem ich schmerzfrei bin, ist schon ein guter Tag." Alarmierende Worte des Kapitäns.

Und auch jetzt, kurz nach seinem 32. Geburtstag am 12. Januar, ist die Verletzung noch nicht vollständig überstanden. Trotzdem plant der BVB, Cans im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern – wenn auch zu deutlich leistungsorientierteren Konditionen.

Seinen Wert, so sind sich alle in Dortmund einig, hat er für die Mannschaft nach wie vor. Auch wenn er gegen Frankfurt beim zweiten Gegentor nicht gut aussah - Fakt ist: Wenn er spielt, stimmt die Leistung. Dazu ist er für die Kabine ungemein wichtig.

Kovac und Can auf der Suche nach Balance

„Es muss auch alles hundertprozentig stimmen. Es bringt nichts, dass man dort jemanden irgendwo reindrückt, wo er im Moment nicht rein kann, weil er doch wieder Schmerzen hat. Wir müssen das schon richtig balancieren“, so Kovac auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den SV Werder Bremen (20.30 Uhr im LIVETICKER) und weiter: „Wir wollen kein Risiko gehen, dass dort irgendjemand vielleicht in eine längere oder härtere Verletzung hineinläuft.“

Heißt für Can: Er muss sich wohl noch gedulden, bis er über eine längere Zeit schmerzfrei ist. Wann das sein wird, kann niemand beantworten. Und genau das bereitet große Sorgen. Die Leidenszeit des BVB-Kapitäns geht weiter.