Dieser Deal hätte für großes Aufsehen gesorgt! Oliver Kahn stand im Sommer 2009 unmittelbar vor einer Unterschrift beim FC Schalke 04 als Manager. Das offenbarte der ehemalige Nationalkeeper bei der Talk-Sendung „Triple“ bei Sky.
Zu diesem Kahn-Hammer wäre es fast gekommen
Kahn enthüllt geplatzten Hammer-Deal
Manager Andreas Müller wurde ebenso wie Trainer Fred Rutten im Frühjahr entlassen - und so war der Posten vakant. Clemens Tönnies, von 2001 bis 2020 der Aufsichtsratsvorsitzende der Königsblauen, hatte daraufhin die zündende Idee.
Beim geplanten Treffen im Eichenhof in Rheda hatten bereits reichlich Reporter gelauert.
Tönnies blickte zurück: „Da war ein Tor davor, ein Zaun drumherum. Wir fahren morgens rein. Dein Berater rief aber an und meinte: ‚Ich glaube, das können wir lassen.‘ Ich wollte gerade zu dir, aber ich kam nicht durch. Da standen zu viele Reporter. Was war passiert? Olli hat eingecheckt im Hotel, hat sich die Laufschuhe angezogen und ist durch den Stadtpark gelaufen.“
Kahn verhandelte mit Tönnies
Kahn begann daraufhin im Studio zu lachen und fügte an: „Das war der Fehler, glaube ich. Ich habe aber extra noch eine Mütze aufgehabt.“
Tönnies nahm es auf dem Stuhl neben Kahn ebenfalls mit Humor: „Die haben dich wohl in dem Innenlokal erkannt, als du einen getrunken hast - ein Wasser natürlich.“
Der umworbene Ex-Keeper, erst ein Jahr zuvor als Spieler zurückgetreten, offenbarte eine weitere kuriose Anekdote von dem besagten Tag. „Ich habe im Hotel gesessen und da lief der Fernseher. Auf einmal stand da unten, dass Oliver Kahn in Rheda-Wiedenbrück ist. Da habe ich gedacht, das ist wohl nicht mehr ganz so geheim.“
Zum Deal kam es im Anschluss nicht mehr - trotz des großen Interesses des mittlerweile 69 Jahre alten Tönnies.
Kahn ging zum FC Bayern zurück
„Wir sind befreundet miteinander und ich habe gesagt, wir machen jetzt auf Schalke etwas Verrücktes. Wir wollten jemanden, der ein unglaubliches Gesicht ist, eine Persönlichkeit, der den Fußball kennt wie kaum ein Zweiter. Das war ein ernsthafter Versuch.“
Kahn stand kurz vor seiner Zusage: „Es war beiderseits sehr ernsthaft. Ich habe mir schon intensiv Gedanken gemacht.“ Doch dann entschied er sich für die Absage: „Ich war erst ein Jahr aus dem Fußballgeschäft raus und normalerweise ist das keine so gute Idee, wenn man noch so sehr aktiver Spieler im Kopf ist, dann gleich in eine operative Rolle zu gehen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich noch nicht so reif dafür gefühlt.“
Ganz losgelassen hat ihn die Absage übrigens bis heute nicht. „Ich denke schon immer mal wieder über dieses Treffen nach, weil Schalke schon ein spannender Verein ist.“ Tönnies bedauert es ebenso: „Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen. Ich habe gedrängt, aber Verständnis gehabt für die Argumente. Ich hätte es gerne gemacht. Er ist ein besonderer Typ in der Fußballwelt. Olli ist etwas Besonderes.“
Kahn beim FC Bayern entlassen
Wenig später nach Kahns Absage unterschrieb Felix Magath als Trainer und Sportchef. Bis 2011 hatte er die Rolle inne. Danach wurde der Posten in der Form nicht mehr besetzt.
Kahn wartete stattdessen noch viele Jahre, ehe er 2020 im Vorstand des FC Bayern einstieg. Von Juli 2021 bis Mai 2023 war er dann Vorstandsvorsitzender des Vereins, ehe er gemeinsam mit Hasan Salihamidzic entlassen wurde.