Ein dominantes Bayer Leverkusen hat nach dem Sieg im DFB-Pokal erneut gegen den FC St. Pauli gewonnen und zumindest vorübergehend einen Champions-League-Platz übernommen.
Bayer verschärft St. Paulis Sorgen
Bayer verschärft St. Paulis Sorgen
Dank zweier schneller Tore in der 13. und 14. Minute sicherten sich die Leverkusener ein erstes sicheres Polster. Die abstiegsbedrohten Gäste kamen anschließend nicht mehr richtig ins Spiel und Leverkusen machte mit zwei weiteren Toren zum 4:0 (2:0)-Endstand den Sack zu.
Bayer-Trainer Kasper Hjulmand wechselte in der Startelf im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel auf fünf Positionen. „Champagnerfußball“, sagte er, sei sicherlich nicht zu erwarten.
Dann wurde es aus Bayer-Sicht allerdings schnell ziemlich prickelnd. Das 1:0 war noch ein Murmeltor: Jarell Quansah (13.) köpfte an die Unterlatte, der Ball sprang vor die Linie, aber vom Bein des St.-Pauli-Torhüters Nikola Vasilj ins Tor.
Eine Minute später köpfte Patrik Schick schon das 2:0, nach der Pause traf auch noch Edmond Tapsoba (52.). Er setzte sich nach einer Ecke im Kopfball wuchtig gegen zwei Gegenspieler durch. Ernest Poku (78.) erzielte mit einem platzierten Linksschuss das Tor zum Endstand.
„90 Minuten lang ein solides Spiel“
Mit dem Ergebnis konnten die Leverkusener auf jeden Fall sehr zufrieden sein: „Wir haben 90 Minuten lang echt ein solides Spiel gemacht“, sagte Jonas Hofmann nach dem Spiel am Mikrofon bei Sky. „Es war zwar nicht alles perfekt, aber wenn du am Karnevalswochenende zu Hause 4:0 gewinnst, sind alle glücklich“, freute er sich.
Auch einer der vier Torschützen, Patrik Schick, war nach dem Spiel sichtlich erleichtert: „Wir haben auf jeden Fall besser gespielt als letzte Woche“, fasste er zusammen. Und auch Bayers Geschäftsführer Rolfes betonte, dass seine Mannschaft „klar dominiert hat“: „Wir haben heute aktiv und aggressiv gespielt. Und das brauchst du, um das Spiel dann auch in deine Richtung zu drücken“, sagte Rolfes im Vergleich zum letzten, eher enttäuschenden Spiel gegen Gladbach.
Bayer bleibt kaum Zeit zum Feiern
Bayer-Trainer Hjulmand fing schon während der Partie an, Stammspieler und angeschlagene Spieler auszuwechseln, um sie für die kommenden englischen Wochen zu schonen. Auf Leverkusen wartet unter der Woche nämlich schon wieder die nächste wichtige Partie.
In der Champions League treffen sie am Mittwoch auf Olympiakos Piräus (ab 21 Uhr im LIVETICKER). „Wir haben gar keine Zeit, das zu zelebrieren“, sagte Schick nach dem Sieg gegen St. Pauli. Auch Rolfes betonte noch einmal: „In diesen intensiven Wochen musst du hochprofessionell sein und da geht Karneval nur im Fernsehen“.
St. Pauli kam einfach nicht ins Spiel
Bei St. Pauli war der vermeintliche Rückenwind des 2:1 gegen den VfB Stuttgart komplett verflogen. Mehr als ein geblockter Schuss von Danel Sinani (28.) kam bei aller Mühe in der ersten Halbzeit nicht herum. Leverkusen schob sich dagegen seelenruhig den Ball hin und her, stets auf der Suche nach der Lücke für ein vorentscheidendes drittes Tor, das dann ja auch kam.
Martijn Kaars bedankte sich trotz der schwachen Leistung nach dem Spiel bei den Hamburger Fans: „Die Fans von uns sind fantastisch. Wir spielen so ein schlechtes Spiel und haben trotzdem so eine tolle Fankurve.“ Für ihn waren vor allem die zwei frühen Tore ausschlaggebend für die am Ende sehr deutliche Niederlage. „Wenn es lange 0:0 bleibt, haben wir auch eine große Chance. Aber durch die zwei frühen Tore war es ein enttäuschendes Spiel“, sagte der Hamburger.
St. Pauli im Abstiegskampf - Leverkusen klettert auf Platz 4
Die gute Nachricht für St. Pauli: Die Hamburger haben noch Heimspiele gegen Werder Bremen, den FSV Mainz 05 und am letzten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg vor sich, alle drei sind Konkurrenten im Abstiegskampf. „Wir haben noch ein paar wichtige Spiele und da müssen wir alles rausholen“, fasste Kaars die Aufgabe seiner Mannschaft der kommenden Wochen zusammen.
St. Pauli bleibt nach der Niederlage auf dem 17. Tabellenplatz. Bayer Leverkusen hingegen kann den vierten Tabellenplatz genießen - RB Leipzig und der VfB Stuttgart können aber noch kontern.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)