Die Lage bei Werder Bremen wird nach der 0:3-Niederlage gegen den FC Bayern immer bedrohlicher. Können die Bremer mit Horst Steffens Nachfolger Daniel Thioune ihren Kopf trotzdem noch aus der Schlinge ziehen?
Doppelpass-Experten sorgen sich um Traditionsklub: "Eine gefährliche Situation"
„Eine gefährliche Situation“
Die Experten im SPORT1 Doppelpass - unter ihnen am Sonntag der ehemalige Bremer Stürmer Nils Petersen - sind zwiegespalten. Sie sehen viele Probleme, aber zumindest einige Hoffnungsschimmer.
Effenberg: „In den nächsten Wochen musst du punkten“
Für SPORT1-Experte Stefan Effenberg ist bei Werder „eine gewisse Kreativität vorhanden. Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn sie während des Spiels gar nicht aufs Tor schießen würden.“
Effenberg betont aber: „In den nächsten Wochen musst du punkten, die Situation ist sehr angespannt für Werder Bremen. Harmlos, Pech und Unvermögen: Aber Werder hat trotzdem Torchancen.“
Effenbergs früherer Bayern-Kollege Markus Babbel erkennt derweil „eine gefährliche Situation, mit jeder Niederlage wächst der Druck. Die haben das Problem im Sturm, die haben keinen, der für zehn Tore steht. Wenn der beste Torschütze ein Mittelfeldspieler ist, dann müssen alle Alarmglocken schrillen.“
Den größten Fehler von Werder macht Babbel an den Transfers im Winter fest. „Sie konnten im Winter nicht nachbessern, das ist das Fatale. Die Problematik wurde erkannt, aber sie konnte nicht gelöst werden. Es wurde wieder ein Junger geholt (Milosevic), aber eigentlich hätten sie eine Soforthilfe gebraucht. Die Konkurrenz hat wiederum auf dem Markt zugeschlagen.“
Petersen: „Dann sagt das alles“
Mit gemischten Gefühlen blickt auch Ex-Werderaner Petersen auf seinen früheren Klub - vor allem die interne Stimmungslage bereitet ihm Sorgen: „Wahrscheinlich saß gestern kein Spieler im Bus, der sagt: ‚Geil, jetzt geht’s gegen Bayern‘, sondern sie haben direkt an die nächste Niederlage gedacht. Ich weiß nicht, ob sie nächste Woche mit mehr Glaube zum FC St. Pauli fahren."
Einen guten Eindruck hat DAZN-Experte Petersen von Coach Thioune - wenngleich er ihm beschränkte Möglichkeiten attestiert: „So wie Daniel Thioune kommuniziert, ist es sehr gut“, findet Petersen: „Er stärkt seine Achse aus Stage, Lynen und Schmid“ und lege auch „seinen Finger in die Wunde“.
Den Kader macht Petersen allerdings ähnlich wie Babbel als großes Problem aus: Werder habe „einen Kader für Platz zehn bis 13, aber eben nicht im Strafraum. Wenn Jens Stage die meisten Tore erzielt, dann sagt das alles.“ Der dänische Mittelfeldspieler liegt bei sechs Treffern.
Am kommenden Spieltag kommt es zu einem richtungsweisenden Duell, wenn Werder (Platz 16, 19 Punkte) zum FC St. Pauli (17./17) reist. Nach dem Duell mit dem FC St. Pauli gastiert das Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim in Bremen. Danach wissen sie beim SVW, wie ernst die Lage wirklich ist.