Zu einem Ballkontakt reichte es am Samstagnachmittag in der Wolfsburger VW-Arena zwar nicht, dennoch kullerten nach dem Abpfiff ein paar Tränchen. Luca Reggiani feierte sein Bundesliga-Debüt. Nach dem 2:1-Sieg des BVB übermannten den 18-Jährigen die Emotionen.
Bundesliga: Kovacs Not macht Traum von BVB-Juwel wahr
Gänsehaut-Moment für BVB-Juwel
Für den italienischen Innenverteidiger und U-Nationalspieler stellt dies den vorläufigen Höhepunkt seiner noch jungen Karriere dar. Reggiani profitiert dabei von Kovacs Not. Darüber sprechen BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
BVB-Juwel Reggiani feiert Profidebüt
Die ersten Gratulanten waren seine U19-Kollegen Mathis Albert und Samuele Inacio. Das Duo nahm Reggiani in den Arm und beglückwünschte ihn zu seinen ersten Profiminuten. „A dream come true“, schrieb der 18-Jährige unter einen Instagram-Post, der ihn bei der Einwechslung für Maxi Beier an der Seitenlinie zeigte.
Für das Trio – und insbesondere für Reggiani, der vor ziemlich genau zwei Jahren von Sassuolo zum BVB wechselte – dürften sich die Stunden zuvor bereits wie eine emotionale Achterbahnfahrt angefühlt haben. Am Freitag nach dem Abschlusstraining erfuhren sie, dass sie im Bus nach Wolfsburg sitzen und erstmals dem Profikader angehören würden.
„Ein absoluter Gänsehaut-Moment“
„Das war ein absoluter Gänsehaut-Moment“, schildert Sedlbauer die Szene nach dem Abpfiff. Müller ergänzt: „In diesem Moment fällt so viel Druck ab. Alles, wofür du die Jahre zuvor so viel investiert hast, hat sich bezahlt gemacht. Da kann man sich nur mitfreuen.“
Auch Niko Kovac strahlte mit seinem Debütanten: „Der Junge hat mit 17 Jahren sein erstes Bundesligaspiel gemacht, die Bundesliga hat auch schöne Geschichten.“
Der BVB-Trainer erklärte, dass der Wechsel in der Schlussphase einerseits Zeit von der Uhr nehmen sollte, die Berufung des Trios jedoch keineswegs zufällig war: „Sie sind Nationalspieler ihres Landes, haben Qualitäten und in der Youth League ordentlich performt. Wir haben im Moment Plätze freigehabt und deswegen haben wir sie mitgenommen. Dass dann auch noch einer zum Einsatz kommt, umso schöner.“
BVB-Verantwortliche verzichten auf Winter-Transfer
Kovacs Personalnot in der Defensive lässt den Traum vom Profifußball Wirklichkeit werden. Durch den Abgang von Aaron Anselmino sowie die Verletzungen von Emre Can und Filippo Mané ist die personelle Lage in der Dortmunder Abwehr angespannt. Die Verantwortlichen verzichteten bewusst auf einen Transfer im Winter.
Bereits am kommenden Freitag verschärft sich die Situation zusätzlich, denn mit Nico Schlotterbeck fällt ein weiterer Innenverteidiger aus. Mit Linksfuß Ramy Bensebaini und dem defensiven Allrounder Julian Ryerson als Alternativen sieht Kovac darin allerdings „kein Problem“.
BVB will „Durchlässigkeit erhöhen“
Eine weitere Chance also für Reggiani? „Er wird nicht sofort Leistungsträger“, erklärt Sedlbauer und ergänzt: „Darum geht es jetzt aber auch nicht. Sondern vielmehr ums Aufsaugen, Genießen und darum, sich in jeder Einheit aufzudrängen, damit Kovac das Gefühl bekommt: Zur Not kann ich mich auf die Jungen verlassen.“
Die Dortmunder Verantwortlichen verfolgen mit ihren drei vielversprechenden Talenten einen klaren Plan. „Wir wollen dem ein oder anderen die Chance geben, näher heranzurücken, um auch für den Sommer mehr Klarheit zu haben“, so Sportdirektor Sebastian Kehl. Der BVB wolle „die Durchlässigkeit erhöhen“.
Gut möglich also, dass es bereits am kommenden Freitag gegen Mainz (20.30 Uhr im LIVETICKER) zum nächsten Gänsehaut-Moment und vielleicht sogar zum ersten Ballkontakt im Profifußball kommen könnte.