Im Podcast „Copa TS“ von Moderator Tommi Schmitt sprach der ehemalige BVB-Spieler Matthias Ginter über den Anschlag auf den Mannschaftsbus der Dortmunder vor dem Champions-League-Hinspiel gegen die AS Monaco am 11. April 2017. Auf dem Weg zum Stadion explodierten damals drei Sprengsätze in der unmittelbaren Nähe des Busses, Metallbolzen zerschlugen die Fenster.
Bundesliga: Matthias Ginter gesteht anhaltende Angst nach Anschlag auf BVB-Bus
BVB-Anschlag: „Ich dachte, das war‘s“
Der heute beim SC Freiburg spielende Innenverteidiger erzählte, dass die Folgen des Anschlags bis heute spürbar sind. „Es gibt schon Momente, wo es mal noch präsent ist, auch heute. Heutzutage sitze ich im Mannschaftsbus ungern an der Scheibe“, sagte der Innenverteidiger. Damals saß Ginter in der vorletzten Reihe an einem Fensterplatz.
Ginter auch im Alltag mit Anschlagssorgen
Vor allem in den Wochen und Monaten nach dem einschneidenden Erlebnis bestimmten Gedanken an weitere Anschlagsszenarien seinen Alltag. „Wenn ich mit meiner Frau spazieren war in Düsseldorf, und es kam ein langsamer Laster vorbei oder ein Auto, war es schon ein mulmiges Gefühl. Oder wenn man einen Rucksack alleinstehen gesehen hat. Es ist dann einfach so eine andere Aufmerksamkeit auf solche Dinge gewesen“, erzählte er.
Inzwischen ist der Anschlag fast neun Jahre her. Daher seien die Sorgen auch nur noch selten präsent. „Ich habe gelernt, damit zu leben, dass es dazugehört. Ich habe keine größeren Probleme mehr“, schilderte Ginter.
Ex-BVB-Profi: „Ich dachte, das war‘s“
Im Verlauf der Geschehnisse hatte er aber massive Angstzustände. „Da habe ich gedacht: Okay, das war’s“, schilderte der Familienvater seine damalige Gefühlswelt.
„Ein paar haben geschrien: ‚Auf den Boden‘. Und ich habe gedacht, da kommen jetzt welche rein, das ist jetzt so ein Überfall. Das war mein erster Gedanke. Da war nicht mehr so das Gefühl ‚Irgendwie schnell raus‘. Sondern man ist da so ein bisschen hilflos im Bus gewesen. Es gibt nur zwei Türen. Und wenn da jemand reinkommt, ist es schwierig, da vorbeizukommen“, führte Ginter die Situation weiter aus.
Ginters damaliger Teamkollege Marc Bartra wurde bei dem Anschlag schwer am Arm verletzt, zog sich unter anderem einen Speichenbruch zu. Ginter hatte Glück im Unglück: „Bartra saß ganz rechts in der Reihe und ich saß ganz links“.
Für kurze Zeit dachte er nach diesem Ereignis sogar ans Aufhören. Am Ende entschied er sich dann aber doch für den Fußball, da „es im Leben nirgendwo eine 100-prozentige Sicherheit gibt. Es war eine Entscheidung für den Fußball und generell für das Leben“, sagte er über seine damaligen Gedanken.