Was für eine Explosion! Nach etwas mehr als 94 gespielten Minuten brachen bei Fabio Silva alle Dämme.
Viel wichtiger als der Bayern-Gipfel
Viel wichtiger als der Bayern-Gipfel
Der Stürmer rettete dem BVB im Topspiel in Leipzig einen Punkt – und ließ alles raus. Sprint zur Eckfahne, Drehung, zurück zu Vorlagengeber Karim Adeyemi, Brust-an-Brust-Sprung – und wieder zurück zur Fahne. Pure Emotion. Pure Erlösung. Die Mitspieler flippten mit aus, denn auch sie wussten: Für den Portugiesen endete damit eine quälend lange Durststrecke.
BVB-Star Silva beendet Durststrecke
Im 17. Anlauf klappte endlich das, was dem Sommer-Neuzugang in der Bundesliga zuvor verwehrt geblieben war: ein eigener Treffer. Fünf Vorlagen, viel Einsatz, viel Lob – aber bislang kein Tor.
Außer in der Champions League, da hatte er bereits zugeschlagen. Dabei überzeugte er fast immer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ließ ihn Trainer Niko Kovac zunächst häufig draußen, brachte ihn meist nur für ein paar wenige Minuten in der Schlussphase. Doch sein unbändiger Fleiß zahlte sich aus.
Im weiteren Saisonverlauf bekam er deutlich mehr Spielzeit. Mitte Januar durfte er sogar dreimal in Folge von Beginn an ran – und erhielt den Vorzug vor dem damals formschwachen Serhou Guirassy.
Guirassy herzt Konkurrenz Silva
Doch die Formkrise des Guineers ist inzwischen passé: fünf Tore in den letzten vier Ligaspielen. Silva rückte wieder auf die Bank. Umso bemerkenswerter war deshalb, was sich nach dem Abpfiff abspielte.
Selbst Guirassy herzte seinen Konkurrenten ausgiebig. Kein Konkurrenzdenken, kein Neid – die beiden verstehen sich prächtig und gönnen sich jeden Erfolg. Natürlich wusste auch jeder Mitspieler sofort, bei wem er sich bedanken musste, dass es keine zweite Liga-Niederlage setzte. Auch deshalb schickten sie ihn bei der Feier mit den Fans demonstrativ vorweg.
Titelträume Ade? Bayern zieht weiter davon
Die Freude war sogar so groß, dass das Team bei Silvas 2:2-Ausgleichstreffer lieber mit dem in der Mannschaft sehr beliebten Stürmer jubelte, statt den Ball schnell aus dem Netz zu holen und auf den nächsten Angriff zu drängen.
Denn durch das Remis sind die Bayern auf acht Zähler davongezogen. Doch daran dachte in diesem Moment offenbar niemand. Der Fokus lag einzig und allein auf dieser Erlösung. Auch wenn die vagen Meisterschaftsträume damit wohl endgültig begraben sein dürften. Wer will es den Dortmundern verdenken?
Die leidvolle Durststrecke von Silva ist vorbei – und das fühlt sich beim BVB gerade größer an als der Blick Richtung München.