Last-Minute-Entscheidung um Borussia Dortmund: Im Topspiel der Bundesliga am Samstagabend kam der BVB beim 2:2 (0:2) gegen RB Leipzig nicht über ein Remis hinaus - und jubelt dennoch!
BVB: Irre Schlussminuten gegen Leipzig - Silva rettet spät
Irre Schlussminuten um BVB
Die Leipziger Offensivabteilung dominierte den Ruhrpott-Klub dabei in der ersten Spielhälfte deutlich, der österreichische Nationalspieler Christoph Baumgartner sorgte mit seinem dritten Bundesliga-Doppelpack (20./40.) schon vor der Pause für vermeintlich klare Verhältnisse.
Nach einer Flanke von Ryerson verlängerte RB-Stürmer Romulo zwar den Ball nach der Pause ins eigene Tor (50.) - den Schlusspunkt setzte aber der BVB selbst: In der fünften Minute der Nachspielzeit vollendete Fábio Silva die Vorlage von Karim Adeyemi nach einem Konter - und versetzte die Schwarz-Gelben in kollektiven Jubel.
BVB-Aufreger um vermeintlichen Elfmeter
Das bestimmende Thema nach dem Spiel war aber eine riesige Aufreger-Szene in der Schlussphase: In der 90. Spielminute schickte Julian Brandt Adeyemi ins Eins-gegen-eins-Laufduell mit Lukeba. Der Leipziger Verteidiger brachte den Stürmer im Strafraum zu Fall - doch der Elfmeterpfiff blieb aus.
Der Unparteiische Benjamin Brand musste die Dortmunder Bank beruhigen, Sportdirektor Sebastian Kehl forderte den Einsatz des Videoschiedsrichters, doch dieser blieb aus.
Kehl sagte selbst nach dem Spiel bei Sky: „Für mich ist es Elfmeter. Am Ende berührt er nullkommanull den Ball. Dass der VAR nicht eingreift ... Das ist eine klare Situation, die er sich anschauen muss. Das ist eine Fehlentscheidung.“ Auch Lothar Matthäus analysierte als Experte: „Für mich war es ein Schlag in die Wade von Adeyemi. Es war ein Kontakt, der einen Elfmeterpfiff verdient gehabt hätte.“
Damit haben die Dortmunder vor dem direkten Aufeinandertreffen mit dem Spitzenreiter aus München am kommenden Wochenende schon acht Punkte Rückstand in der Tabelle. Der FC Bayern hatte mit einem 3:2-Zittersieg gegen Eintracht Frankfurt am Nachmittag vorgelegt.
BVB: Schlotterbeck und Süle erneut raus
„Das Spiel wird uns alles abverlangen“, hatte BVB-Trainer Niko Kovac vor dem Auftritt in Leipzig gesagt. Im Vergleich zum 2:0-Sieg im Hinspiel gegen Bergamo am vergangenen Dienstag rückte lediglich Marcel Sabitzer für Julian Brandt in die Startelf. In Abwesenheit der verletzten Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle verteidigte erneut der erst 18 Jahre alte Luca Reggiani von Beginn an.
Nach intensiven Anfangsminuten mit nickligen Zweikämpfen, in denen sich RB-Profi Brajan Gruda nach einem Zusammenprall an der Seitenlinie mit Kovac anlegte, spielten sich beide Teams früh beste Chancen heraus. Romulo (8.) prüfte BVB-Torwart Gregor Kobel aus kurzer Distanz, was die Gäste jedoch prompt mit einem Gegenstoß über Maximilian Beier konterten – der Nationalspieler scheiterte an Leipzigs Keeper Maarten Vandevoordt.
In der Folge erspielte sich Leipzig ein ganz klares Übergewicht, immer wieder brachen die Gastgeber über die Flügel durch – besonders über Reggianis rechte Seite. Auf diese Weise dribbelte sich Yan Diomande, der im ersten Durchgang kaum zu halten war, durch die Dortmunder Reihen und fand in der Mitte Baumgartner, der den Ball ins Netz spitzelte. Die Leipziger drückten nun enorm, während der BVB ihnen viel zu viel Raum gewährte.
Brandt vergibt Riesenchance zum Dortmund-Sieg
Selbst schaffte der BVB kaum Entlastung, besonders Torjäger Serhou Guirassy fand im ersten Durchgang nicht statt. So war es nicht überraschend, dass RB nachlegte, da Dortmund auch die Löcher auf den Flanken nicht gestopft bekam. Baumgartner veredelte eine scharfe Hereingabe von Kapitän David Raum. Die beste Chance der Borussen seit der Anfangsphase ließ der Ex-Leipziger Sabitzer (43.) ungenutzt, als Vandevoordt seinen Freistoß über die Latte lenkte.
Nach der Pause brauchte es zunächst die Hilfe der Leipziger, damit Dortmund zurück ins Spiel fand. Romulo köpfte einen Eckball von Julian Ryerson unglücklich ins eigene Tor. Doch auch nach dem Anschlusstreffer blieb der BVB zu harmlos, Leipzig machte weiter das Spiel und kam zu guten Gelegenheiten. Antonio Nusa (67.) verzog zunächst, dann rettete Dortmunds Ramy Bensebaini auf der Linie gegen Ridle Baku (73.).
Dortmunds Schlussoffensive fehlte anschließend lange die Durchschlagskraft, ehe Silva nach einen Querpass von Karim Adeyemi tief in der Nachspielzeit zu seinem ersten Bundesligator einschob. Brandt vergab danach sogar noch die Riesenchance zum Sieg (90.+8).
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Mit Sport-Informationsdienst (SID)