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Ein früherer Superstar der Bundesliga wird 75 - und kämpft gegen den Krebs

Viel Zuspruch für erkrankte Ikone

Der frühere Premier-League- und Bundesliga-Superstar Kevin Keegan ist am Samstag 75 Jahre alt geworden. Der zweimalige Ballon-d‘Or-Gewinner kämpft gegen eine Krebserkrankung. Der HSV und andere alte Klubs und Weggefährten lassen ihn dabei nicht allein.
Kevin Keegan war einer der größten Stars der Bundesliga-Geschichte
Kevin Keegan war einer der größten Stars der Bundesliga-Geschichte
© IMAGO/Horstmüller
Der frühere Premier-League- und Bundesliga-Superstar Kevin Keegan ist am Samstag 75 Jahre alt geworden. Der zweimalige Ballon-d‘Or-Gewinner kämpft gegen eine Krebserkrankung. Der HSV und andere alte Klubs und Weggefährten lassen ihn dabei nicht allein.

Mal gefühlvoll mit dem Kopf, mal eiskalt mit der Pike, mal mit brachialer Gewalt unter die Latte: Die vielen Tore von Kevin Keegan für den Hamburger SV sind legendär - und sie bekommen dieser Tage eine ganz neue Aktualität, leiten sie doch ein knapp fünfminütiges Mutmach-Video für die Fußball-Ikone ein. Langjährige Weggefährten richten sich darin sehr persönlich an das HSV-Idol, das so schwer erkrankt ist.

„Stay Strong! Unsere Gedanken sind bei Dir“, sagen frühere Mitspieler, bevor Horst Hrubesch das Wort ergreift. „Wir haben früher schon gekämpft, wir haben immer wieder gewonnen“, sagt er wenige Tage vor Keegans 75. Geburtstag am Samstag, „und wir werden dieses mal auch wieder gewinnen“. Keegan, der Fanliebling, der Superstürmer, der in den späten 1970er Jahren als „Mighty Mouse“ die Gegner in der Bundesliga schwindelig spielte, kämpft momentan seinen wohl schwersten Kampf. Er hat Magenkrebs.

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HSV-Idol Kevin Keegan an Krebs erkrankt

Anfang des Jahres war die Familie von Keegan, der 1979 mit dem HSV die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, an die Öffentlichkeit gegangen. Untersuchungen nach anhaltenden Bauchbeschwerden hätten die Diagnose Krebs ergeben, schrieb die Familie. Ex-Klubs wie der FC Liverpool, Newcastle United und natürlich auch der HSV sowie unzählige Weggefährten überbrachten seitdem ihre Genesungswünsche.

Keegan, der Mann mit der Nummer 7, ist in Hamburg nach all den Jahren weiter präsent. Noch immer hängt sein Foto im Volksparkstadion, und hätte es den großen Uwe Seeler nicht gegeben, Keegan wäre wohl bis heute der populärste Fußballer, der je das HSV-Trikot getragen hat. Drei Jahre lang flitzte die „Mighty Mouse“ für den Traditionsklub über den Rasen und prägte eine der erfolgreichsten Perioden der Vereinsgeschichte.

Transfer-Rekord: 2,2 Millionen D-Mark

Für 2,2 Millionen Mark hatten die Hamburger den begnadeten Dribbler vom Europapokalsieger aus Liverpool losgeeist. Nach heutigen Maßstäben eine lächerliche Summe, seinerzeit der teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte.

Und der charmante Keegan, der mit Hilfe seiner deutschsprachigen Frau Jean erstaunlich schnell die neue Sprache lernte, verzückte die Anhänger. Rasante Dribblings, feine Pässe und wuchtige Kopfstöße - nach einem Jahr der Eingewöhnung entpuppte sich das nur 1,69 m große Ausnahmetalent als Volltreffer. Während seiner drei Deutschland-Jahre beim HSV wurde Keegan zweimal zu Europas Fußballer des Jahres gekürt (1978, 1979).

Keegan eroberte auch die deutschen Musik-Charts

Er überzeugte aber nicht bloß am Ball. In einer Zeit, als Fußball-Profis eigentlich nur Fußball spielten, war Keegan schon ein Pop-Star - und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Zusammen mit Smokie nahm er den Titel „Head over heels in love“ auf, ein Ohrwurm weit über die Hansestadt hinaus. 15 Wochen lang hielt sich der Song in den deutschen Charts, Höchstnotierung Rang zehn.

„Das war eine Zeit, in der alles gelang. Wir wurden deutscher Meister, ich wurde Europas Fußballer des Jahres, und die Single war ein Hit in Deutschland“, erzählte Keegan später.

Seine Nationalmannschafts-Laufbahn konnte allerdings mit seiner märchenhaften Vereinskarriere nicht Schritt halten. Zwar kam er zwischen 1972 und 1982 auf 63 Einsätze, doch bei Welt- und Europameisterschaften spielte er bei den „Three Lions“ nur eine Nebenrolle.

Und auch als Trainer blieben die ganz großen Erfolge aus. Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einem 1:0-Sieg im alten Wembleystadion dafür sorgte, dass Keegan auch bei der Auswahl Englands vorzeitig seinen Platz räumen musste.

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