Nach dem Remis bei RB Leipzig (2:2) entlud sich der ganze Zorn des BVB. Grund war der ausgebliebene Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Brand nach einem möglichen Foul von Castello Lukeba an Karim Adeyemi.
"Eine Frechheit": Große BVB-Wut nach Adeyemi-Szene
Große BVB-Wut nach Adeyemi-Szene
„Ich war bis zum 13. oder 14. Lebensjahr Judoka, das ist eine Sichel, das ist ein Feger. Also bitte! Natürlich packt der Karim den Fuß vor, aber der trifft ja nicht einmal den Ball, der Lukeba, der trifft ganz klar den Karim. Ich weiß nicht, was wir da im Studio wieder gesehen haben, aber anscheinend das Falsche“, befand Kovac am Sky-Mikrofon.
Kehl spricht von einer „Fehlentscheidung“
So ziemlich jeder BVB-Akteur hatte nach dem Spitzenspiel, angesprochen auf die 89. Spielminute, dieselbe Meinung. Karim Adeyemi wurde von seinem Gegenspieler Castello Lukeba elfmeterwürdig im Leipziger Strafraum zu Fall gebracht - so sehen es die Dortmunder Verantwortlichen um Kovac und Sportdirektor Sebastian Kehl.
„Er spielt null Komma null den Ball. Karim stellt den Körper etwas rein, das ist aber auch clever. Natürlich kreuzt ein Stürmer, das muss er machen, er muss vor ihn kommen. Und am Ende tritt er ihn am Fuß. Das ist eine klare Elfmetersituation“, schilderte Kehl nach Abpfiff. „Dass der VAR nicht eingreift … Das ist eine klare Situation, die er sich anschauen muss, und es dann noch mal neu bewerten musst. Das ist für mich eine Fehlentscheidung und da muss er eingreifen.“
Kovac bedauert Enthaltung des VAR
Adeyemi war nach einem Sprintduell mit Lukeba im Strafraum zu Fall gekommen. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied sich gegen einen Strafstoß, auch Videoassistent Christian Dingert verzichtete auf einen Eingriff. Lukeba hatte Adeyemi klar an den Beinen getroffen - auch wenn dieser clever seinen Körper in den Laufweg des Franzosen gestellt hatte.
Dass sich Videoassistent Dingert nicht einschaltete, empörte Kovac. „Wahrscheinlich hat ihm (Schiedsrichter Brand; Anm. d. Red.) aus dem Studio jemand zugerufen, dass alles sauber war. Wir sind alle der Meinung, dass das ein Elfmeter ist. Von daher verstehe ich wirklich nicht, wieso man sich dann nicht meldet."
Schiedsrichter Brand erklärt seine Entscheidung
Auch Leipzigs Cheftrainer Ole Werner gab nach Abpfiff zu, dass es zwischen Lukeba und Adeyemi „schon einen Kontakt“ gegeben habe. Ob dieser für einen Elfmeter ausreichen würde, wollte der 37-Jährige nicht kommentieren.
Warum Brand selbst im Spiel auf Weiterspielen und sich gegen einen Strafstoß entschied? „Adeyemi macht nur eine Bewegung nach links und stellt sein linkes Bein rein. Deswegen für mich kein Foul und kein Elfmeter“, befand der Unparteiische.
Anton wütet: „Das ist Wahnsinn“
Eine Meinung, die Dortmunds Abwehrchef Waldemar Anton nicht teilen wollte. „Ein klarer Elfmeter. Dass man den nicht gibt, das ist für mich eine Frechheit, weil der trifft nur sein Bein. Das ist Wahnsinn für mich, das muss ein klarer Elfmeter sein“, sagte Anton auf SPORT1-Nachfrage.
Der deutsche Nationalspieler verriet, dass ihm Brand auf dem Platz gesagt hatte, dass Adeyemi seinen Fuß reingestellt habe.
Einen Elfmeter hätte es aus Antons Sicht dennoch zwingend geben müssen. „Ich verstehe das ja, dass man als Stürmer vielleicht einen Kontakt sucht, aber das hier war so klar, dass er nur den Ball wegschießen wollte und sein Bein trifft. Das ist für mich auch unglaublich, dass hier nicht eingegriffen wurde. Ich bin normalerweise keiner, der nach dem Spiel immer so draufhaut, aber in so einem entscheidenden Spiel ist es eine Frechheit.“
Gipfeltreffen mit den Bayern steht an
Einen Elfmeter gab es für Dortmund nicht, dafür den späten Ausgleich durch Fábio Silva. Der Portugiese erzielte in Leipzig seinen ersten Bundesliga-Treffer und bewahrte Schwarz-Gelb vor einer empfindlichen Niederlage.
Dortmunds Rückstand auf Tabellenführer Bayern München beträgt nach 23 absolvierten Ligaspielen acht Punkte.
Die Frage, ob der BVB den Münchnern im Meisterrennen noch einmal gefährlich werden kann, wird am kommenden Samstag im direkten Duell beantwortet.