Seit fast zwei Jahren ist Max Eberl nun Sportvorstand beim FC Bayern. Eine Zeit, die von zahlreichen Höhen, aber auch einigen Tiefen geprägt war. So musste er kurz nach seinem Amtsantritt im März 2024 die erste verpasste Meisterschaft seit der Saison 2011/12 begleiten und einen Nachfolger für Trainer Thomas Tuchel finden.
FC Bayern: "Das mag dünnhäutig gewirkt haben"
„Das mag dünnhäutig gewirkt haben“
Im exklusiven SPORT1-Interview spricht der 52-Jährige auch über seine persönliche Wahrnehmung der vergangenen Jahre.
„Ich habe mich einfach darauf konzentriert, was das Beste für den FC Bayern ist. Mir ging es darum, mit Trainer Vincent Kompany, Sportdirektor Christoph Freund, CEO Jan-Christian Dreesen und natürlich auch mit dem Aufsichtsrat die richtigen Entscheidungen zu treffen und dabei den Lärm außen vor zu lassen“, erklärte Eberl mit Blick auf die kritischen Phasen.
Eberl „glücklich“ über Bayern-Kader
Allerdings gestand sich der Sportvorstand auch ein: „Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch emotional war oder mich manche Dinge gar nicht berührt haben. Das Fokussieren hat mir die Kraft gegeben, trotz der Aufregung gute Entscheidungen zu treffen.“
Heute zeigt sich Eberl zufrieden mit diesen Entscheidungen: „Ich blicke auf einen Kader, der Qualität hat, und Spieler, die sich mit dem Klub identifizieren. Und wir haben es geschafft, in den Verein Ruhe reinzubringen. Darüber bin ich glücklich, aber nicht stolz.“
Ein zentraler Ruhepol, der Eberl in den vergangenen Jahren den nötigen Ausgleich verschafft habe, seien seine Familie und der dazugehörige Hund gewesen. Diese hätten ihm auch in schwierigen Phasen geholfen. Besonders in seiner Anfangsphase beim Rekordmeister wurde Eberl oftmals als reizbar oder dünnhäutig beschrieben. Eine Einschätzung, die er selbst nicht teilen könne.
Eberl: „Mag dünnhäutig gewirkt haben“
„Ich wollte immer meinen Job für den FC Bayern machen. Dazu gehört, dass ich unseren Kader und unsere Entscheidungen verteidige“, sagte Eberl und führte aus: „Wenn ich dann mal einem Reporter gesagt habe, was ich von seiner Frage oder seinem Kommentar halte, dann mag das vielleicht dünnhäutig gewirkt haben. In Gänze habe ich selbst das aber nicht so wahrgenommen.“
Insgesamt fällt Eberls Zwischenfazit positiv aus. „Diese zwei Jahre beim FC Bayern fühlen sich nicht wie zwei Jahre an, sondern eher wie eine ICE-Fahrt von München nach Berlin – alles sehr, sehr schnell mit vielen Geschehnissen um uns herum“, erklärte Eberl.
„Ich habe viel gelernt und ich habe mich adaptiert. Wir haben uns den deutschen Meistertitel zurückgeholt, wir haben einen Kader mit Qualität und Perspektive und spielen gerade eine gute Saison, in der wir immer noch alle Chancen in allen drei Wettbewerben haben“, schwärmte der Bayern-Boss. „Zudem versuche ich - heute wie vor zwei Jahren – den FC Bayern in der Öffentlichkeit so zu vertreten, wie ich denke, dass er es braucht.“
Eberls Vertrag in München läuft im Sommer 2027 aus.
„Es geht darum, die Sommer-Transferphase vorzubereiten und den aktuell eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen“, erklärte Eberl.
Mit der Verlängerung von Dayot Upamecano sei ein Plan bereits abgehakt, dennoch werde „es im Sommer Bewegungen im Kader geben. Wie groß die ausfallen, werden wir sehen.“