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FC Bayern: Was für Kanes Abschied spricht – und was dagegen

Will Kane wirklich weg?

Noch ist nicht klar, wie lange Harry Kane noch für den FC Bayern auf Torejagd gehen wird. Die heiße Phase der Gespräche zwischen ihm und dem Klub steht aber bald an.
Verlängert Harry Kane seinen Vertrag beim FC Bayern? Max Eberl äußert sich zum aktuellen Stand.
Noch ist nicht klar, wie lange Harry Kane noch für den FC Bayern auf Torejagd gehen wird. Die heiße Phase der Gespräche zwischen ihm und dem Klub steht aber bald an.

Dass man für erfolgreichen Fußball einen echten Torjäger benötigt, weiß man beim FC Bayern schon lange. Noch gut in Erinnerung ist die „stürmerlose Übergangssaison“ 2022/23. Robert Lewandowski war bereits weg, Harry Kane noch nicht da. Zwar hatten die Münchner Sadio Mané in ihren Reihen, doch eine echte Hilfe war er nicht.

Insofern ist die Aufregung immer groß, wenn sich Gerüchte um Kane ranken. Der Vertrag des Engländers läuft zwar noch bis Sommer 2027, doch an der Säbener Straße will man ihn unbedingt länger halten. Schon bald soll die Phase, in der es um eine vorzeitige Verlängerung geht, beginnen.

Gerüchte zur Unzeit

Da kommt die Meldung des kicker zur Unzeit, wonach man in England und Saudi-Arabien bereits die Fühler nach Kane ausgestreckt habe. Muss der FC Bayern also einen schnellen Abschied seines Torjägers befürchten? Immerhin hatte Sportvorstand Max Eberl vor zwei Wochen beim Neujahrsempfang der DFL doch davon gesprochen, dass man mit Kane Gespräche führe.

„Ich habe gesagt ‚wir reden‘. Ich habe nicht gesagt ‚wir verhandeln‘. Die Verhandlungen haben noch nicht begonnen“, erklärte der Bayern-Boss am Dienstag auf Nachfrage von SPORT1. Seine Aussage darf weniger als ein Zurückrudern, sondern eher als eine Präzisierung seines alten Statements verstanden werden. Eberl ist clever genug, um sich in Interviews nur wenig in die Karten schauen zu lassen.

Insel, Wüste oder München?

Fakt ist trotzdem: Ein Stürmer wie Kane ist immer begehrt. Daher ist es aus bayerischer Sicht nicht abwegig, sich für mögliche Angebote aus der Wüste oder von der Insel zu wappnen. „Was um uns herum wieder wabert, dass irgendwer etwas vorbereitet, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass wir mit Harry in intensivem Austausch sind, was ihn betrifft, was unseren Erfolg betrifft. Die anderen Schritte werden danach kommen“, sagte Eberl dazu und wirkte dabei glaubwürdig entspannt.

Diese ruhige Gemütslage ist nach einem Blick auf die Fakten nachvollziehbar. Kane fühlt sich mit seiner Familie in München erklärtermaßen sehr wohl. Auch sein Umfeld schwärmt von den Bedingungen in Deutschland. Zudem stimmt beim Rekordmeister die sportliche Perspektive: In der aktuellen Saison läuft es fast wie am Schnürchen, der Verein ruht seit der Verpflichtung von Vincent Kompany wieder mehr in sich selbst. Beste Voraussetzungen für Titel und Pokale.

Wie sehr lockt das große Geld?

Das Einzige, womit die Saudis den 32-Jährigen locken könnten, wäre das große Geld. Doch Kane – der bekanntermaßen auch in München fürstlich entlohnt wird – gilt nicht als „Abzocker“. Angesichts seines Fitness-Zustands hätte er auch nach seiner Bayern-Zeit die Möglichkeit, in die Wüste zu wechseln und groß abzukassieren.

Bliebe für die Verantwortlichen an der Säbener Straße noch die Gefahr aus England – sportliche Perspektive und finanzielle Mittel stehen dort gleichermaßen zur Verfügung. Gerade mit Manchester United wurde Kane immer wieder in Verbindung gebracht.

Das Geraune, wonach er noch immer auf einen möglichen Torrekord in der Premier League schielt, räumte der Bayern-Star aber bereits im vergangenen Herbst ab. „Es war womöglich ein Thema, als ich wegging. Da habe ich mir gedacht, es wäre schön, das zu erreichen. Aber seit ich hier in München bin, genieße ich es so sehr“, sagte Kane damals auf SPORT1-Nachfrage.

Wieviel Zeit hat der FCB?

Wie lange die Bayern aktuell noch Zeit haben, den Engländer über den kommenden Sommer hinaus an den Klub zu binden, ist derweil noch unklar. Bislang ging man davon aus, dass Kane bis Ende Januar einen Wechselwunsch hinterlegen musste, um dann im Sommer für 65 Millionen Euro feste Ablöse gehen zu können. Der kicker stellt das nun infrage: Kane habe für einen solchen Schritt bis Ende Februar Zeit, heißt es.

Diese Deadline dürfte aber vermutlich nur nachrangig eine Rolle spielen. SPORT1-Infos zufolge blickt man beim FC Bayern gelassen auf die Ausstiegsklausel. Vielmehr will man Kane mit den oben genannten Punkten überzeugen: Sportlicher Erfolg, gutes Geld und der entsprechende Wohlfühlfaktor – kann man hier glänzen, ist die Klausel fast egal.