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FC Bayern: Hoeneß legte die Axt an

Hoeneß legte die Axt an

Dayot Upamecano und seine Berater zockten lange, Uli Hoeneß zeigte sich enttäuscht und verfolgte damit einen Plan. Es ist nicht das erste Mal, dass der Bayern-Patron ein wichtiger Faktor wurde.
Warum zögert Dayot Upamecano mit einer Vertragsverlängerung beim FC Bayern? Der SPORT1 Doppelpass diskutiert die Gründe, während Experte Stefan Effenberg einen überraschenden Ersatz ins Spiel bringt.
Dayot Upamecano und seine Berater zockten lange, Uli Hoeneß zeigte sich enttäuscht und verfolgte damit einen Plan. Es ist nicht das erste Mal, dass der Bayern-Patron ein wichtiger Faktor wurde.

Seit Uli Hoeneß nicht mehr Teil des operativen Geschäfts des FC Bayern ist, geht er mit seinen Wortmeldungen sparsam um. Aber wenn der Ehrenpräsident sich äußert, verfolgt er damit immer ein Ziel – und eine Wirkung hat es ohnehin.

Dass er im Poker um die Zukunft von Dayot Upamecano öffentlich seine Meinung kundtat, durfte als klares Zeichen gewertet werden: Es wurde eng für den Franzosen. Es war mal wieder die Methode Hoeneß – und sie führte mit zum Erfolg.

FC Bayern: Hoeneß‘ Plan hinter den Upamecano-Aussagen

„Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Dayot Upamecano sich für einen Verbleib beim FC Bayern entscheiden würde“, erklärte der 74-Jährige am Sonntag im kicker und kritisierte die Berater des Franzosen, die ihren Schützling aus Hoeneß‘ Sicht aus München weglotsen wollten.

Der Patron hatte damit die Axt an die Verhandlungen gelegt – und auch vorgesorgt. Die eigene Anhängerschaft sollte frühzeitig vorbereitet werden. Hätte „Upa“ tatsächlich seinen Vertrag nicht verlängert, wären er und seine Berater als die Totengräber des Deals dagestanden.

Jetzt, wo der Innenverteidiger doch noch seine Zusage erteilte, gilt der FC Bayern als der Verein, der erneut den Forderungen angeblich gieriger Agenten erfolgreich Widerstand leistete.

Die ultimative Bayern-Drohung hat Folgen

Doch der öffentliche Druck auf das Upamecano-Lager allein führte nicht zum Abschluss des Deals. Am Montag folgte auch eine entsprechende Ansage hinter den Kulissen. Wie SPORT1 berichtete, hatten die Klub-Strategen in einem finalen Gespräch die ultimative Drohung ausgesprochen: Zusage jetzt oder das Angebot würde zurückgezogen werden.

Das Ergebnis ist bekannt: Der Franzose knickte ein und muss sich nun einem Bericht der Münchner tz zufolge sogar mit weniger als den gewünschten 20 Millionen Euro Handgeld zufriedengeben – nun ist von lediglich 16 Millionen die Rede.

Insidern zufolge mischte auch Hoeneß am Montag kräftig mit. Seine Ungeduld brachte den gewünschten Spin in die Verhandlungen.

Immer wieder gegen Berater

Es war nicht das erste Mal, dass der Bayern-Patriarch mit öffentlichen Aussagen und seinem Wirken hinter den Kulissen schwierigen Auseinandersetzungen den gewissen Schwung verlieh – mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Bei aller Impulsivität ist er vor allem ein rationaler Mensch, für den der Verein über allem steht. Sein Motto: Geht einer, kommt ein anderer. So lief es oft genug an der Säbener Straße. Und diese Drohung stand auch im Fall Upamecano im Raum.

Bei der Methode Hoeneß geht es immer wieder gegen die Berater seiner Stars. Legendär bleibt seine Aussage im September 2020 im SPORT1-Doppelpass, als er David Alabas Agenten Pini Zahavi als „geldgierigen Piranha“ bezeichnete. Die Folgen sind bekannt: Alaba wechselte ablösefrei zu Real Madrid.

Auch im Fall des damals wechselwilligen Robert Lewandowski sprach Hoeneß ein Machtwort: „Wir werden der Fußballwelt beweisen, dass der Verein noch immer der Stärkere ist.“ Der Pole blieb schließlich noch bis 2022 an der Isar.

Bayern-Bosse sprachen mit einer Stimme

Die Geschichte zeigt, dass die deutlichen Ansagen des Patrons vieles auslösen können – auch in die „falsche“ Richtung. Als es im Sommer 2024 um die Vertragsverlängerung von Alphonso Davies ging, sorgte Hoeneß bei dessen Berater für großen Ärger.

Bei einem Event in Seligenporten stichelte er damals in einem Nebensatz gegen den Davies-Agenten und erklärte, mit Spielern wie Joshua Kimmich zu reden, sei „nicht so schwierig, wie mit dem einen oder anderen Berater, der nicht weiß, dass im Ball Luft ist.“

Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund konnten in der Folge das Verhältnis kitten, Davies blieb in München. Hoeneß wandelte damals wie heute auf einem schmalen Grat.

Im Fall Upamecano waren die meisten Beobachter nicht davon ausgegangen, dass sich dessen Berater von Hoeneß unter Druck setzen lassen würden. Das Gegenteil ist eingetreten – auch weil die Führungsriege der Bayern mit einer Stimme sprach. Und der Innenverteidiger schließlich in München bleiben wollte.

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