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Augsburg schimpft nach umstrittenen Elfmeter

FCA schimpft nach umstrittenen Elfer

Nach zwei verwandelten Foulelfmetern gegen den FC Augsburg sichert sich Mainz 05 wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der erste Elfmeterpfiff sorgt aber für großen Unmut.
Nadiem Amiri trifft von Punkt
Nadiem Amiri trifft von Punkt
© IMAGO/kolbert-press/SID/Martin Agüera
Nach zwei verwandelten Foulelfmetern gegen den FC Augsburg sichert sich Mainz 05 wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der erste Elfmeterpfiff sorgt aber für großen Unmut.

Mit der Hilfe von zwei Elfmetern konnte der FSV Mainz 05 im Bundesliga-Abstiegskampf den nächsten wichtigen Sieg einfahren und erstmals seit dem 5. Spieltag die Abstiegszone verlassen. Beim 2:0 (1:0) gegen den FC Augsburg feierte das Team von Trainer Urs Fischer den dritten Sieg nacheinander und sprang zum ersten Mal seit mehr als vier Monaten von den letzten drei Tabellenplätzen weg. Seit der Übernahme des Schweizers im Dezember verlor Mainz erst ein Spiel.

Grundlage des 2:0-Erfolgs war ein umstrittener Foulelfmeter direkt zu Beginn der Partie. Bei einem Klärungsversuch im Strafraum streifte der Augsburger Elvis Rexhbeçaj den Mainzer Stefan Bell leicht am Knie (5.), wie auf TV-Aufnahmen zu sehen war. Der Innenverteidiger ging etwas theatralisch zu Boden, Schiedsrichter Patrick Ittrich gab Elfmeter nach mehreren Minuten der Überprüfung und Amiri verwandelte locker.

Heftige Kritik an Elfmeterpfiff

Innenverteidiger Keven Schlotterbeck sprach im Anschluss an die Partie von einem „sehr sehr fragwürdigen Elfmeter“. Er sehe da „überhaupt kein Trefferbild“, sagte der Augsburger am Mikrofon der ARD. Auch Rexhbeçaj sah keinen Elfmeter. „Ich treffe ihn, glaube ich minimal, wirklich minimal“, sagte er bei Sky und berichtete, dass er auch Bell zur Rede gestellt habe. Der habe nur gemeint: „Ich falle halt bei dem Kontakt.“

Augsburgs Trainer Manuel Baum, dessen Team schon am vergangenen Spieltag gegen St. Pauli einen unberechtigten Elfmeter gegen sich hinnehmen musste, wollte gar nichts mehr dazu sagen: „Es ist langsam echt müßig, jede Woche über solche Situationen zu reden. Also ich weiß schon gar nicht mehr, was ich sagen soll.“

Mainz-Boss Bungert: „Ich glaube, das war eine minimale Berührung“

Selbst für den Mainzer Sportdirektor Niko Bungert war die Entscheidung kaum nachzuvollziehen.

„Ich glaube, das war eine minimale Berührung. Wahrscheinlich hätten wir vor fünf oder zehn Jahren nicht über einen Elfmeter gesprochen. Mittlerweile ist es halt so”, sagte er bei Sky. „Es ist schlecht irgendwo, dass kleinste Berührungen schon dazu führen, dass wir einen Elfmeter nicht mehr zurücknehmen.“

FCA kämpft, Mainz jubelt

Dank des verwandelten Elfmeters von Nadiem Amiri gingen die Mainzer früh in Führung. Doch die Augsburger ließen sich davon nicht beirren. Mainz-Torwart Daniel Batz verhinderte mit Paraden gegen Alexis Claude-Maurice (19.) und Mert Kömür (26.) den Ausgleich. Im zweiten Durchgang zeigten sich die Mainzer aktiver, Silas (50.) vergab die große Möglichkeit auf das 2:0.

Ansonsten blieb die Partie umkämpft, aber arm an Höhepunkten. Sheraldo Becker kam für den glücklosen Silas zu seinem Bundesliga-Comeback und verzog kurz nach seiner Hereinnahme einen Schuss aus guter Position deutlich (66.). Wenige Momente darauf scheiterte der Niederländer aus spitzen Winkel an Finn Dahmen. Auch Batz zeichnete sich nochmal aus und hielt gegen Kömür (77.).

In der 80. Minute dann der nächste Elfer-Pfiff des Unparteiischen. Nachdem Amiri im Sechzehner zum Dribbling ansetzte, konnte ihn Augsburg Anton Kade nur noch von hinten stoppen und brachte ihn zu Fall. Dieses Mal war der Elfmeter unumstritten. Amiri verwandelte auch diesen sicher. Mit sieben verwandelten Strafstößen ist er nun in den Top-Fünf-Ligen der zweitsicherste Elfmeterschütze. Nur Kylian Mbappé (acht) von Real Madrid hat mehr Strafstöße verwandelt.

Tabellensituation nach dem 21. Spieltag

Die Mannschaft von Manuel Baum musste nach zwei Siegen am Stück wieder einen Rückschlag hinnehmen, steht aber weiter über dem Strich. Direkt hinter ihnen stehen nun die Mainzer auf Tabellenplatz 13.

Mainz ist nächste Woche bei Borussia Dortmund zu Gast, während der FC Augsburg Schlusslicht Heidenheim empfängt.