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Kuriose Tore und Platzverweis bei Rieras Debüt

Wildes Ende bei Riera-Debüt

Bei der Premiere von Albert Riera holt Eintracht Frankfurt einen Punkt bei Union Berlin. Das Spiel ist lange zäh - in der Schlussphase wird es wild.
Der neu vorgestellte Eintracht-Frankfurt-Trainer, Albert Riera, vergleicht den Start in Hessen mit einer neuen Freundin und einem gewissen Gefühl.
Bei der Premiere von Albert Riera holt Eintracht Frankfurt einen Punkt bei Union Berlin. Das Spiel ist lange zäh - in der Schlussphase wird es wild.

Hoffnungsträger Albert Riera hat bei seinem Debüt als Trainer von Eintracht Frankfurt den ersehnten Befreiungsschlag verpasst. In einem lange mauen Bundesligaspiel bei Union Berlin kamen die kriselnden Hessen am Freitag nur zu einem 1:1 (0:0).

In einer wilden Schlussphase hatte Nathaniel Brown (84.) die Frankfurter spät in Führung geschossen. Joker Ayoube Amaimouni-Echghouyab leitete die Aktion mit einer Flanke auf Mo Dahoud ein. Weil dieser ein kurioses Luftloch schoss und den Ball nicht traf, landete er bei Brown, der den Ball im linken Eck verwandelte.

„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, der Spielverlauf ist bitter, aber ich glaube, es war eine sehr gute Leistung“, sagte Brown bei Sky. Seine ersten Eindrücke vom neuen Trainer seien „sehr gut“ gewesen, betonte Brown: „Ich vertraue ihm.“

Union-Elfmeter sorgt für Diskussionen

Bitter wurde es, weil Oscar Höjlund seiner Mannschaft kurz nach der Führung einen Bärendienst erwies. Weil er Rani Khedira im Strafraum völlig unnötig foulte gab es Elfmeter für Union und obendrein Gelb-Rot für den Frankfurter (86.).

Leopold Querfeld trat aus elf Metern an und zitterte den Ball an SGE-Keeper Kaua Santos vorbei. Der eigentlich schwach platzierte Schuss rutschte Santos unter dem Körper durch (87.). „Da müssen wir drüber reden. So kann man den Elfmeter nicht schießen“, kritisierte Geschäftsführer Sport Horst Heldt bei Sky.

Sein Coach Steffen Baumgart sah es dort weniger problematisch, sprach aber dennoch eine Warnung aus: „Was soll ich sagen, am Ende geht der Ball rein. Aber er ist auch nicht gut geschossen, das muss man deutlich sagen. Wenn er sie so weiter schießt, schießt er nicht mehr viele. Das kann ich so auch sagen“

Für Querfeld selbst zählte vor allem, dass der Ball am Ende drin war und er der Mannschaft so helfen konnte. „Das nächste Mal versuche ich ihn wieder sicherer zu schießen. Ich glaube am Ende zählt, das er drin ist und in ein paar Wochen spricht da keiner mehr drüber“, erklärte er bei Sky.

Frankfurt: Riera-Effekt bleibt erstmal aus

Der große Effekt durch den Wechsel an der Seitenlinie blieb also zunächst aus, seit nun neun Pflichtspielen ist Frankfurt ohne Sieg - zumindest die Defensive wirkte aber stabiler als zuletzt.

Der Spanier Riera, der den am Ende glücklosen und Mitte Januar geschassten Dino Toppmöller in Frankfurt ersetzte, beendete immerhin die seit vier Partien andauernde Pleitenserie und sprang mit Frankfurt vorerst auf Tabellenplatz sieben. Für die Wende wird es jedoch mehr brauchen als das, was die Frankfurter in der Hauptstadt anboten – vor allem offensiv. Union ist derweil seit sechs Ligaspielen sieglos.

Vier Trainingstage hatte der neue Coach gerade einmal, um die Eintracht umzukrempeln. Bei seinen markigen Auftritten vor der Presse hatte Riera angekündigt: „Man wird ein ganz anderes Team sehen, selbst bei Einwürfen wird es anders sein.“ Personell blieb es im Vergleich zur 1:3-Pleite gegen Bayer Leverkusen aber bei moderaten Anpassungen. Fares Chaibi und Höjlund kamen für Aurèle Amenda und den gesperrten Ellyes Skhiri in die Startelf.

Pyro-Show sorgt für Unterbrechung

Auf dem Rasen geschah zu Beginn herzlich wenig, dafür umso mehr auf den Rängen. Nach einer groß angelegten Pyro-Choreo der Union-Fans unterbrach Schiedsrichter Sören Stork das Spiel für rund sechs Minuten. Doch auch danach gestaltete sich die Partie wenig ansehnlich. Rieras Team, das mit einer Viererkette verteidigte, war nach 20 Gegentoren aus sieben Spielen sichtlich um defensive Stabilität bemüht.

Gleichzeitig vermochten die Gäste aber aus dem vielen Ballbesitz, den Union ihnen im ersten Durchgang erlaubte, kaum Torchancen zu erspielen. In der Folge wurde Union kurz vor der Halbzeit etwas mutiger. Einen Volleyschuss von Aljoscha Kemlein (41.) lenkte der in den vergangenen Wochen oft wacklige Eintracht-Torwart Kaua Santos, auf den auch Riera setzt, über die Querlatte. Bis zur Pause gab es keine einzige Torchance der Frankfurter.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts agierte Rieras Mannschaft noch viel zu ungefährlich. Erst elf Minuten nach Wiederanpfiff spielte Arnaud Kalimuendo den vorgerückten Höjlund gut frei, am Fünfmeterraum verzog der Mittelfeldspieler jedoch kläglich über das Tor. Lange suchten beide Teams nun vergeblich nach Wegen vor das gegnerische Tor, am Ende wurde es dann wild.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)