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Schiedsrichter-Experte: Elfmeter für den FC Bayern "krass falsch"

Elfmeter für Bayern „krass falsch“

Der FC Bayern profitiert von einer strittigen Elfmeterentscheidung. Die Meinungen gehen weit auseinander - Schiedsrichterexperte Manuel Gräfe ist entsetzt.
In der Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern sorgt eine strittige Szene für Diskussionen: Schiedsrichter Tobias Stieler entscheidet auf Rote Karte und Elfmeter. Nach dem Spiel erklärt der Unparteiische seine Entscheidung und nimmt Stellung zu der umstrittenen Situation.
Der FC Bayern profitiert von einer strittigen Elfmeterentscheidung. Die Meinungen gehen weit auseinander - Schiedsrichterexperte Manuel Gräfe ist entsetzt.

Der FC Bayern hat beim Erfolg im Topspiel gegen die TSG Hoffenheim auch von einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung profitiert. Während die Münchner alle Regeln befolgt sahen, zeigten sich die Hoffenheimer verärgert - und Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe war geradezu fassungslos.

„Krass falsch“, sei der Elfmeter für den FC Bayern gewesen, der den Bayern beim 5:1 nicht nur das erste Tor beschert hatte. Der TSG-Profi Kevin Akpoguma soll Bayerns Luis Díaz in der 17. Minute im Fünfmeterraum zu Fall gebracht haben - er sah Rot.

Man könne zwar falsche Entscheidungen auf dem Feld treffen, meinte Gräfe und erklärte bei der Bild: „Der Hoffenheimer ist vor dem Bayern-Spieler. Der Bayern-Spieler packt aus der schlechteren Position von hinten mit beiden Händen an, um den Geschwindigkeitsvorteil zu erlagen. Er kommt an dem Hoffenheimer vorbei, der dadurch auch fällt und erst im Fallen gegen den Bayern-Spieler arbeitet.“

Elfer für Bayern? Hoffenheim-Trainer widerspricht

Den Schiedsrichter Tobias Stieler nahm Gräfe ein bisschen aus der Schusslinie, doch zum VAR fällte er ein kritisches Urteil: „Wenn man die TV-Bilder hat, muss man das doch richtig bewerten können. Denn das ist auch so offensichtlich falsch.“

Die Rote Karte sei in der Konsequenz zwar vertretbar, wegen der ursprünglich „falschen“ Elfmeterentscheidung aber auch nicht korrekt. Gräfe attestierte dem deutschen Schiedsrichterwesen ein „strukturelles“ Problem.

Ähnlich hatte die Szene zuvor auch Hoffenheims Trainer Christian Ilzer eingeschätzt. Bei DAZN sprach dieser von einer „klaren Fehlentscheidung“. Auch der Platzverweis sei nicht richtig: „Da müssen wir nicht diskutieren. 75.000 Menschen haben sich auf ein Topspiel gefreut, für die tut es mir ein bisschen leid, dass es hier dieses Unterzahlspiel geworden ist.“

Widerworte gab es wenig überraschend von der Bayern-Seite: „Es ist ein Strafstoß. Es ist ein Foul” befand Sportvorstand Max Eberl: „Und wenn es eben nicht unten am Fuß ein Tackling ist, sondern oben klar gezogen wird, ist es laut Regelwerk eine Rote Karte, weil du eine Torchance verhinderst.“

Schiedsrichter Stieler erklärt sich nach Bayern-Sieg

Auch Schiedsrichter Stieler hatte seine Meinung nach der Partie nicht geändert: „Zu Beginn des Zweikampfs gibt es ein normales Positionsgerangel. Luis Díaz ist schneller und hat die bessere Position”, erklärte dieser bei DAZN.

Der Referee weiter: „Durch ein Haltevergehen des Hoffenheimer Spielers kommt er zu Fall. Das ist für mich Strafstoß und alternativlos eine Rote Karte, da es sich um ein fußball-untypisches Verhalten von Akpoguma handelt.“

Stielers Fazit fiel wie folgt aus: „Warum sollte sich Díaz frei vor dem Tor fallen lassen? Er kann schießen oder auf den freistehenden Harry Kane passen. Ich hatte Kontakt mit dem Hoffenheimer Spieler, da wurde die Foulqualität überhaupt nicht angezweifelt. Auch deshalb ist die Szene definitiv nichts für den Videoassistenten.“

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