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Über keinen Mann tuschelt die Bundesliga aktuell so viel

Ein Mann, über den die Liga tuschelt

Der neue Frankfurter Coach Albert Riera hat am Main innerhalb kurzer Zeit viel Eindruck hinterlassen. Boss Markus Krösche hat mit der Personalie Mut bewiesen.
Albert Riera darf sich über den ersten Sieg als neuer Frankfurt-Trainer freuen. Beim Stahlwerk-Doppelpass wird über den Stil des Spaniers diskutiert.
Der neue Frankfurter Coach Albert Riera hat am Main innerhalb kurzer Zeit viel Eindruck hinterlassen. Boss Markus Krösche hat mit der Personalie Mut bewiesen.

Über keinen Mann tuschelt die Bundesliga aktuell so viel und gerne wie über Frankfurts neuen Coach Albert Riera. Der gute Kumpel von Pep Guardiola und Mikel Arteta, den Star-Trainern von Manchester City und Arsenal, von Sportchef Markus Krösche aus Slowenien geholt, ist gerade zwei Wochen bei der Eintracht - und schon in aller Munde.

Die Sprüche des 43-Jährigen („Die Spieler werden vom Balkon springen, wenn ich sage, die sollen springen“), seine klaren Ansagen („Ich bin hier, um euch besser zu machen“), sein selbstsicheres Auftreten und nicht zuletzt die markanten Gesichtszüge erweitern Deutschlands Top-Liga um eine Farbe, die es so noch nicht gab.

Ob Rieras Arbeitsweise die Frankfurter nachhaltig nach vorne bringt, lässt sich momentan nicht beurteilen. Auch der hochgelobte Sandro Wagner, von der Nationalmannschaft im Sommer nach Augsburg gewechselt, begeisterte die Branche mit seinen Aussagen und besonderen Ansätzen. Gebracht hat es nichts, der FCA steht jetzt, zehn Wochen nach der Trennung, weitaus besser da als noch mit Trainer Wagner.

Riera mit viel Energie und Feuer bei Eintracht Frankfurt

Was in Frankfurt, anders als in Augsburg, allerdings zu vernehmen ist, ist, wie sehr die Spieler von Rieras Ideen und vor allem seiner Ansprache begeistert sind. Was man intern bei der Eintracht hört, klingt mindestens positiv, im Grunde sogar euphorisch. Obwohl Riera bis zum Tag vor seiner Ankunft in Deutschland noch NK Celje trainierte, mit vollem Einsatz, war er ab dem ersten Augenblick in Frankfurt voll im Eintracht- und Mannschafts-Thema.

Riera kannte die Spieler, ihre Positionen, Stärken und fußballerischen Vorlieben. Dazu wirkte er derart energisch und kraftvoll, dass ein Stammspieler, sicher halb im Scherz, seinem Berater mitteilte, Riera hätte „dreimal so viel Feuer wie unser Ex“, womit wohl Vorgänger Dino Toppmöller gemeint sein dürfte.

Frankfurt Sportboss Markus Krösche hätte ohne jeden Zweifel, zum Beispiel mit Marco Rose, der die Mannschaft gerne übernommen hätte, eine risikoärmere Trainer-Lösung wählen können.

Doch es spricht für ihn, dass er, nach Tagen vieler Gespräche und Recherchen, der mutigen Idee mit Riera folgte. Was kaum einer wusste: Schon im Sommer 2023, also vor zweieinhalb Jahren, hatte Krösche Riera persönlich getroffen und mit ihm intensiv über seine Arbeit und Ansichten gesprochen. Seitdem hatte er den Spanier fest im Blick.

Vertrauen der Spieler ist zurück

Wie schnell Riera die Spieler erreicht und ihnen Freude vermittelt hat, war im Heimspiel gegen Mönchengladbach deutlich zu sehen. Das 3:0, endlich ein Sieg ohne Gegentor, ließ die Eintracht-Spieler nach Abpfiff so sehr strahlen wie seit Monaten nicht.

„Die hatten so einen Spaß, die hätten am liebsten Sonntag gleich wieder gespielt“, erzählte ein Frankfurter Mitarbeiter, lachend natürlich.

Das Spiel gegen Bayern (Samstag, 15.30 Uhr im LIVETICKER) wird schon deswegen hochinteressant, weil Riera seine neue Mannschaft gerade auf ein Höchstmaß motiviert und in vielen Details neu einstellt.

Ob das reicht, um den mächtigen Tabellenführer zu ärgern? Zumindest gab es schon deutlich schlechtere Ausgangspositionen. Die Frankfurter Spieler, das scheint das Wichtigste, glauben jetzt wieder an sich - und an ihren Trainer.