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Unangemessene Worte? Köln-Coach Kwasniok löst Irritationen aus

Kwasniok löst Irritationen aus

Lukas Kwasniok reagiert mit verwunderlichen Aussagen auf einen Notfall im Stadion des 1. FC Köln. Mehrfach zieht er dabei einen Quervergleich zur Brandrede von Vincent Kompany.
Ein gefährlicher Notfall im Publikum drückte die Stimmung im Spiel zwischen Köln und Hoffenheim. Lukas Kwasniok äußert in der PK eine streitbare Meinung dazu.
Lukas Kwasniok reagiert mit verwunderlichen Aussagen auf einen Notfall im Stadion des 1. FC Köln. Mehrfach zieht er dabei einen Quervergleich zur Brandrede von Vincent Kompany.

Lukas Kwasniok hat mit befremdlich anmutenden Aussagen auf einen medizinischen Notfall beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim für Irritation gesorgt.

Der Trainer der Geißböcke wurde nach dem 2:2 zweimal auf den Vorfall angesprochen, der dazu geführt hatte, dass die Fanlager beider Teams ihre Unterstützung eingestellt hatten. Ein 90-jähriger Mann war im Stadion eine Treppe heruntergefallen. Er musste reanimiert und „in sehr kritischem Zustand“ ins Krankenhaus eingeliefert werden.

In den sozialen Medien verbreiteten sich die Videos von Kwasnioks Aussagen vielfach. Zahlreiche Fans kritisieren Ton und Inhalt seiner Statements als unangemessen in Anbetracht der Besorgnis erregenden Situation.

Notfall? Kwasniok moniert fehlenden Heimvorteil

Zunächst wurde Kwasniok bei Sky auf die Thematik angesprochen. „Es ist so, was die Unterstützung für die Fans angeht, müsste ich jetzt so weit ausholen, wie Vince Kompany am gestrigen Tage zum Thema Rassismus“, setzte Kwasniok an. Einen fast identischen Einstiegssatz wählte er wenig später auch auf der Pressekonferenz zum Spiel.

In der Aktion der Fans sah Kwasniok zum einen zwar „etwas sehr Trauriges“ und äußerte Verständnis für das allgemeine Mitgefühl, auf der „anderen Seite hast du natürlich als Mannschaft keinen Heimvorteil mehr. Deswegen bist du immer so in einem gewissen Zwiespalt.“

Auf der PK äußerte sich Kwasniok nochmal ähnlich: “Wir hatten gestern oder vorgestern eine Grundsatzrede von Vincent Kompany im Bezug Rassismus und jetzt könnte ich auch eine Grundsatzrede zu diesem Thema halten - der eingestellten Fanunterstützung." Die zwölfeinhalb Minuten, die Kompany gesprochen hatte, würden ihm hier gar nicht reichen.

Köln-Trainer: „Mussten das wiederholt erfahren“

„Es gibt Argumente dafür, es gibt Argumente dagegen“, meinte er weiter: „In Summe ist es so, dass wir das leider im Laufe der Saison schon zum wiederholten Male erfahren mussten.“

Er sprach dabei explizit nicht nur über medizinische Notfälle, deren Folgen in seinen Augen einen Nachteil für sein Team bedeuteten: „Dass teilweise Fans bei Auswärtsspielen nicht dabei waren, dass die Unterstützung bei Heimspielen nicht dagewesen ist, so wie wir uns das natürlich erhoffen.“

Er wolle erläutern, wie „die Gedankengänge sind bei uns und in der Mannschaft sind. Gleichzeitig aber auch, um zu wissen, dass es tragische Momente gibt im Leben.“ Er habe „natürlich“ auch „Verständnis für viele Themen außerhalb des Fußballs.“ Und deshalb handele es sich um ein „zwiegespaltenes Thema“, dass er nicht „auseinander klabustern“ wolle - dafür fehle die Zeit.

Ein zweites Mal verwies er dann noch auf den fehlenden Heimvorteil. Zumindest sei es seinem Team dank des Traumtors von Ragnar Ache aber zumindest gelungen, im „Rest des Stadions dann alle von ihren Sitzen“ zu erheben.

Gesicherte Informationen zum Zustand des verunglückten Fans gibt es noch nicht.