Nico Schlotterbeck ist bei der Niederlage von Borussia Dortmund im Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern einer der Hauptdarsteller gewesen. Dabei hätte er schon früh in der Partie vom Platz fliegen können, wie auch einer seiner Vorgesetzten zugab.
BVB: "Ich glaube, das wäre international nicht gut angekommen"
Klares Ricken-Urteil zu Schlotterbeck
„Es ist natürlich schon eine brutale Intensität in der Aktion, auch wenn wir das hier in der Zeitlupe sehen“, urteilte Dortmunds Geschäftsführer Lars Ricken im Sportstudio des ZDF.
Er blickte dabei auf ein Foul Schlotterbecks gegen Bayerns Josip Stanisic, das letztlich nur mit einer Gelben Karte bedacht wurde.
Ricken: Froh, dass Schlotterbeck nicht Rot sah
„Auf einmal ist das Bein von Nico deutlich höher, als er eigentlich reingrätscht“, sagte Ricken im Gespräch mit Reporter Boris Büchler weiter: „Da muss man schon sagen, dass wir ein bisschen Glück gehabt haben.“ Schlotterbeck selbst hatte nach dem Spiel zugegeben, dass die Aktion auch einen Platzverweis gerechtfertigt hätte.
Sein Tackling galt dem Ball, er rutschte mit offener Sohle aber über das Spielgerät und traf Stanisic empfindlich. „Ich bin von BVB-Seite froh, dass es keine Rote Karte gegeben hat. Wir haben ja auch bei Bayern-Hoffenheim gesehen, dass so ein Spiel dann schnell entschieden ist“, sagte Ricken noch.
Schlotterbeck stand beim 2:3 des BVB dann wenig später noch ein zweites Mal im Fokus, als er nach seinem zwischenzeitlichen Treffer zum 1:0 im Jubel über die Bande am Spielfeldrand sprang - was zu einer weiteren Gelben Karte hätte führen können.
„Ich habe über das Handy bekommen, dass vielleicht über eine Gelb-Rote Karte nachgedacht wird“, erklärte auch Ricken: „Er hat ja nichts Verbotenes getan, er wollte nicht provozieren. Er wollte auf die Bande springen und ist dann ein bisschen in die Fans reingefallen.“
„Und wir Deutschen sagen, dafür gibt‘s Gelb-Rot“
Einen Platzverweis hätte der BVB-Chef nicht nachvollziehen können: „Wir haben hier ein Spiel, das wird in 200 Ländern übertragen. Und wir Deutschen sagen, aber dafür gibt’s eine Gelb-Rote Karte. Ich glaube, das wäre international nicht gut angekommen.“
Abschließend nahm Ricken auch noch Stellung zum aktuellen Stand im Vertragspoker um Schlotterbeck. Der BVB-Star ist noch bis 2027 an den Verein gebunden und hatte nach seinem Torerfolg gegen die Bayern äußerst emotional gejubelt - worin Reporter Büchler ein äußerst positives Signal in Sachen Vertragsverlängerung sah.
„Prinzipiell hat nie jemand infrage gestellt, dass er sich 100-prozentig mit dem Verein identifiziert“, reagierte Ricken: „Er feiert auch jede Grätsche, nicht nur jedes Tor, mit unseren Fans. Wir sind dabei, es gibt noch keine Entscheidung.“ Es handele sich um eine wichtige Entscheidung für Schlotterbeck, die Zeit brauche.