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VAR: Das ist für Matthäus "der größte Schmarrn"

Matthäus schießt gegen den VAR

Der Einsatz des Videoschiedsrichters in der Bundesliga sorgt immer wieder für Verwirrung. Lothar Matthäus kritisiert den VAR scharf.
Der 1. FC Köln hadert nach der knappen Niederlage gegen den BVB mit dem VAR. Lukas Kwasniok will sich aus Selbstschutz eigentlich nicht zum Schiri äußern - und holt dann doch mächtig aus. Dabei wird der Kölner Trainer glatt zum Philosophen.
Der Einsatz des Videoschiedsrichters in der Bundesliga sorgt immer wieder für Verwirrung. Lothar Matthäus kritisiert den VAR scharf.

Es wird einfach nicht ruhig um die Einsätze und Nicht-Einsätze des Videoschiedsrichters in der Bundesliga. Auch am vergangenen Wochenende gab es wieder einige Aufreger-Szenen.

Für den meisten Ärger sorgte die Bewertung des vermeintlichen Handspiels von Yan Couto bei Borussia Dortmunds 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Köln. Der Brasilianer spielte kurz vor dem Spielende deutlich den Ball im Strafraum mit der Hand. Der VAR meldete sich trotzdem nicht und es gab keinen Elfmeter für Köln.

Ärger bei BVB vs. 1. FC Köln

Speziell bei so klaren Fehlentscheidungen sei „eine Fehleinschätzung sehr ärgerlich“, ärgerte sich Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne.

„Manche werden vielleicht sagen, das reguliert sich innerhalb einer Saison in der Bundesliga. Ich sage: Nein! Es geht darum, dass wir Gerechtigkeit wollen“, schrieb Matthäus weiter.

Matthäus: „Hat das Gefühl, die gehen mal einen Kaffee trinken“

Positiv sei, dass mit dem VAR durchaus schon viele Fehlentscheidungen korrigiert werden würden. Es gäbe aber „immer noch zu viele Fehler“. Deshalb frage man sich manchmal: „Wozu haben wir ihn überhaupt?“

„Warum wurde die Szene im Kölner Keller nicht so bewertet, wie es 99 Prozent der Leute getan hätten? Im Stadion konnte man sehen, dass der Spieler den Ball mit der Hand berührt hat. Soviel ich weiß, kann der VAR sogar auf noch mehr Bilder zurückgreifen“, ärgerte sich Matthäus.

„Ich frage mich auch, was die Leute im Keller manchmal machen. Sitzen sie die ganze Zeit vor den Monitoren und prüfen jede einzelne Szene?“, schrieb der Rekordnationalspieler weiter: „Ab und zu hat man das Gefühl, die gehen zwischendurch mal einen Kaffee trinken.“

Die Szene beim Topspiel zwischen Köln und Dortmund hätte man genauer bewerten müssen. Er vermutet: „Vielleicht hat sich Benjamin Cortus im Keller die Szene nicht aus allen Perspektiven angesehen.“

Handspielregel? „Sowieso der größte Schmarrn“

Matthäus bemängelt zudem, dass der VAR in der Bundesliga speziell im Vergleich zu anderen Wettbewerben Nachholbedarf hat: „Ich habe das Gefühl, dass es in anderen Ländern, in der Champions League oder bei der Klub-WM, besser funktioniert als bei uns.“

„Die internationalen Spezialisten haben auch nur zwei Augen, aber es braucht den Mut, etwas anzuzeigen. Man sollte keine Angst haben, wenn man im Keller sitzt. Der Keller entscheidet am Ende nicht, sondern immer noch der Schiedsrichter auf dem Platz“, schrieb der ehemalige Bundesliga-Star.

Für Matthäus gibt es aber nicht nur allgemeine Probleme mit dem VAR. Ein noch größerer Dorn im Auge ist für ihn die Handspielregel: „Die Unterscheidung, ob ein Handspiel absichtlich oder unabsichtlich war, ist für mich sowieso der größte Schmarrn. Handspiele sind in den seltensten Fällen absichtlich. Wenn durch die Berührung mit der Hand die Körperfläche vergrößert wird, ist es ein Strafstoß. Punkt.“

„Coutos Handspiel und das Foul von Simpson-Pusey an Beier waren beide unabsichtlich, aber es waren ein Elfmeter und eine Rote Karte. Auch Nico Schlotterbeck hat im Klassiker Stanisic nicht absichtlich getroffen, aber auch er hätte dafür eine Rote Karte sehen müssen“, erklärte Matthäus deutlich.