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Bundesliga? Debakel! War es das für Wolfsburgs Coach?

War es das für Wolfsburgs Coach?

Ein hilfloser VfL hat gegen einen starken VfB Stuttgart keine Chance. Die Krise verschärft sich damit.
Der VfL Wolfsburg hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen weiteren herben Rückschlag kassiert. Wie geht es mit dem Trainer Daniel Bauer weiter?
Ein hilfloser VfL hat gegen einen starken VfB Stuttgart keine Chance. Die Krise verschärft sich damit.

Der VfL Wolfsburg rutscht nach einer indiskutablen Leistung immer tiefer in die Krise: Die über weite Strecken überforderte Mannschaft von Trainer Daniel Bauer verlor beim Champions-League-Aspiranten VfB Stuttgart verdient mit 4:0 (3:0) und stürzte in der Fußball-Bundesliga auf einen Abstiegsplatz ab.

Zwar hatte VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph dem angeschlagenen Bauer trotz der brisanten Lage vor der Partie noch den Rücken gestärkt - doch nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie dürften sich die Diskussionen um die Zukunft des 43-Jährigen verschärfen.

VfL Wolfsburg: Großer Frust nach Abpfiff

Zuletzt mehrten sich bereits die Gerüchte um eine sensationelle Rückkehr von Felix Magath.

Ist Bauer also am nächsten Spieltag gegen den HSV noch dabei? „Ich bin total bereit und total des Willens, den Weg bis zum Ende zu gehen und die Klasse halten. Ich bin bereit, aber entscheide es nicht“, sagte er bei DAZN.

Nach Abpfiff war die Mannschaft lange geschlossen in der Kabine. „Wir haben von den Verantwortlichen Dinge gehört, die korrekt sind. Man hat gesehen, dass wir gerade in der ersten Hälfte nicht gleichwertig und in allen Belangen unterlegen waren. Immer nur eine Halbzeit mal mithalten, das reicht nicht. Direkt wieder abhaken. Es ist sehr frustrierend, enttäuschend“, erklärte Yannick Gerhardt bei DAZN.

Und was die allgemeine Lage angeht? „Wir müssen uns ja nur die letzten Jahre anschauen. Ich bin länger dabei. Der Verein sieht nicht so gut aus gerade. Wir bekommen es nicht konstant auf den Platz. Wir sprechen immer über Potenzial, das wir haben. Und das bringen wir nur phasenweise. Das ist nicht gut genug”, bemängelte Gerhardt: „Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist viel zu groß. Wir müssen das akzeptieren. Es geht komplett ums Überleben. Wir kämpfen um jeden einzelnen sch*** Punkt. Es sieht sehr schlecht aus. Wir müssen die Spieler finden, die es irgendwie über die Linie kriegen.“

Undav gibt den Dosenöffner

Deniz Undav brachte den VfB drei Tage nach dem Achtelfinal-Einzug in der Europa League mit seinem 14. Saisontor in Führung (20.). Jamie Leweling legte gegen hilflos wirkende Wölfe zweimal nach (30. und 42.), Nikolas Nartey (90.+5) besorgte den Endstand. Stuttgart sicherte sich im 100. Bundesligaspiel von Trainer Sebastian Hoeneß für den VfB damit einen eminent wichtigen Sieg im engen Kampf um die Königsklassen-Plätze. Wie es in Wolfsburg in der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte seit dem Aufstieg 1997 weitergeht, ist dagegen offen.

Dabei hatte Bauer erst im November das Amt von Paul Simonis übernommen. In bisher 14 Spielen unter seiner Regie gab es jedoch acht Niederlagen. Es sei „normal, dass es Diskussionen gibt“, hatte Rudolph vor Anpfiff bei DAZN gesagt, aber Bauer genieße „hundertprozentige Rückendeckung“. Ob das nun immer noch der Fall ist? Klar ist: Der Druck vor dem Nordduell beim Hamburger SV am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steigt beim VfL noch mehr.

Bauer-Aus unvermeidbar?

Dabei war Bauer vor dem Spiel überzeugt, dass seine Mannschaft in der Lage sei, dem VfB „Paroli zu bieten“. Verzichten musste er auf Patrick Wimmer, Kapitän Maximilian Arnold, Pavao Pervan und Kevin Paredes. Hoeneß baute sein Team nach dem 0:1 gegen Celtic Glasgow auf fünf Positionen um. Auf die Lage beim VfL wollte er nicht eingehen. „Wir müssen unser Ding durchziehen“, forderte er.

Dies tat sein Team dann auch sofort. Der VfB übernahm schnell die Kontrolle und hatte durch Atakan Karazor (2.), Ermedin Demirovic (6.) und Chris Führich (14.) früh gute Chancen. Als sich Wolfsburg etwas gesammelt hatte, war es dann Undav nach Vorarbeit des auffälligen Führich, der aus dem Gewühl heraus traf.

Danach hatte der VfB vor der Pause leichtes Spiel. Vor allem Führich als erneuter Vorbereiter und Leweling nutzten die Schwächen der Gäste gnadenlos aus. Nach dem Wechsel nahm der VfB etwas Tempo raus, Wolfsburg kam so zu vereinzelten Schusschancen. Dennoch blieb Stuttgart am Drücker und erhöhte weiter.