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Kompany prophezeit "Gegenangriff" von Musiala beim FC Bayern

Kompany glaubt an Musiala

Während Jamal Musialas Zusammenbrüche bei Fans und Öffentlichkeit für Schockmomente sorgten, ist man beim FC Bayern an den Umgang mit der Krankheit bereits gewöhnt. Trainer Vincent Kompany sieht seinen Spieler trotz der Krampfanfälle sportlich sogar verbessert.
Nach seinen beiden Anfällen ist Jamal Musiala mit der Diagnose neurologischer Absencen an die Öffentlichkeit gegangen. Vor dem Franz-Beckenbauer-Supercup erklärt Max Eberl, dass der Verein bereits länger von der Erkrankung wusste.
Lars Hinzberg
Während Jamal Musialas Zusammenbrüche bei Fans und Öffentlichkeit für Schockmomente sorgten, ist man beim FC Bayern an den Umgang mit der Krankheit bereits gewöhnt. Trainer Vincent Kompany sieht seinen Spieler trotz der Krampfanfälle sportlich sogar verbessert.

Bemerkenswert ruhig geht man beim FC Bayern mit der öffentlich gemachten Erkrankung Jamal Musialas um. Nach Jahren, in denen Trainersuchen oder Vertragsverhandlungen beim Rekordmeister ziemlich transparent durch die Presse gingen, schaffte man es, die „Absencen“ als Folge einer „neurologischen Dysfunktion“ bis zu den jüngsten Zusammenbrüchen des Spielers intern zu halten. Vincent Kompany sieht seinen Dribbler trotz der Vorfälle deutlich weiter als in der letzten Saison.

„Wenn einige die Fußballanalyse gemacht haben, haben sie einen Jamal gesehen, der schon lange nicht mehr auf den Fußballplätzen war“, erklärte der Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den BVB am Samstagabend (20.30 Uhr im LIVETICKER). „Ich freue mich auf den Gegenangriff, der von Jamal irgendwann kommt, was nur außergewöhnliche Spieler können.“

Kompany: „Ich freue mich auf den Gegenangriff“

Der Pflichtspielauftakt beim Vizemeister kommt für Musiala zwar noch zu früh, dennoch ist sich sein Coach sicher, seine Nummer 10 noch in dieser Saison mit einer Leistungssteigerung zurück auf dem Platz begrüßen zu dürfen: „Ich habe das Gefühl, dass er jetzt wieder alle Mittel hat, die Fragen auf dem Platz zu beantworten. Aus meiner Perspektive weiß ich, dass er einen riesigen Fortschritt diesen Sommer gemacht hat.“

Die Formkurve des Offensivkünstlers war in der vergangenen Spielzeit sowohl beim FC Bayern als auch bei der deutschen Nationalmannschaft ein Dauerthema. Offensichtlichen Einfluss hatte der schwere Wadenbeinbruch, den er sich letzten Sommer bei der FIFA-Klub-WM zugezogen hatte. Auch später wurde er immer wieder von kleineren Rückschlägen zurückgeworfen und konnte nur phasenweise sein unbestrittenes Talent aufblitzen lassen.

Die Verletzung scheint mit dem neuen Wissen – Sportvorstand Max Eberl verkündete, bei den Bayern wisse man schon „die ganze letzte Saison“ über die Krankheit Bescheid – möglicherweise nicht der einzige Grund für sein sportliches Auf und Ab zu sein. Für Spieler und Verein galt es, mit der neuen Situation umzugehen sowie Therapie und Medikation mit sportlicher Leistung in Einklang zu bringen.

Musiala steckte seit seiner Verletzung in einer Formkrise

Psychologisch wie sportlich eine Bürde für den mit 23 Jahren noch immer jungen Musiala. Zumindest das Ziel, zur Weltmeisterschaft reisen zu können, erreichte er. Überzeugen konnte er dabei, wie das gesamte DFB-Team, jedoch nicht. Immer wieder wurde die Spritzigkeit beim einstigen „Bambi“ vermisst, die „schlangenartigen Bewegungen“, wie Thomas Müller sie einst nannte, waren rar geworden.

Die unverhofft lange Sommerpause nach dem Sechzehntelfinal-Aus nutzte der gebürtige Stuttgarter, um sich eine Metallplatte aus dem Fuß entfernen zu lassen. Ein Relikt aus dem Reha-Prozess nach seiner schweren Verletzung. Fast schon metaphorisch wollte er also diese lange Leidenszeit so hinter sich lassen.

Nach Meinung Kompanys ist dieser Schritt trotz der Vorfälle geglückt: „Schaut euch bitte mal diese fünf oder zehn Minuten an, die er gespielt hat. Da hat er manche Sachen gemacht – auch im Training -, von denen man sagen kann, dass er nicht auf gleichem Level wie unsere besten Spieler war, sondern darüber. So haben wir Jamal seit seiner Verletzung gegen Paris nicht mehr gesehen.“