Das war ein kurzer Arbeitstag für Samuele Inácio! Der BVB-Youngster wurde beim 2:0-Sieg zum Saisonauftakt gegen den Hamburger SV in der 74. Minute eingewechselt und musste nach nur zweieinhalb Minuten mit glatt Rot wieder vom Feld (77.).
Rot und Flaschenwurf! BVB-Juwel lässt Wut freien Lauf
Matthäus kritisiert BVB-Juwel
Der 18-Jährige ging zu übermütig in sein Duell mit Gegenspieler Albert Grönbaek und traf ihn grätschend im Bereich des Knöchels. Zwar war der Ball noch minimal im Spiel, doch Schiedsrichter Felix Zwayer zögerte keine Sekunde und schickte den Italiener frühzeitig zum Duschen. Auch der VAR bestätigte die Entscheidung.
„Das ist eine brutale Aktion. Er ist brutal ärgerlich für den Jungen. Er hat enorme Qualitäten. Eine Rote Karte zu bekommen, ist maximal bitter“, meinte Kapitän Waldemar Anton nach der Partie am Sky-Mikrofon. „Da muss er nicht runter. Er trifft ihn dann, kann man schon geben“, befand Trainer Niko Kovac an gleicher Stelle und ergänzte: „Das Leben geht weiter, das macht man nicht mit Absicht. Letzten Endes muss er daraus lernen.“
Der BVB agierte nach dem Platzverweis in Unterzahl, schaffte es aber erfolgreich, den 2:0-Vorsprung aus der ersten Hälfte in den letzten gut 15 Minuten zu verwalten. Serhou Guirassy und Neuzugang Giannis Konstantelias hatten die entscheidenden Treffer für Dortmunder erzielt. Der Sieg hielt aber auch einen Wermutstropfen bereit: In einer unglücklichen Aktion verdrehte sich der Grieche das Knie und musste verletzt ausgewechselt werden.
BVB-Juwel Inácio lässt Wut freien Lauf – dann fließen die Tränen
Inácio ließ seiner Wut auf dem Weg zur Kabine freien Lauf. Im Tunnel schnappte er sich eine Wasserflasche und schmiss sie gleich zweimal mit voller Wucht weg. Beim zweiten Wurf traf er dabei genau das groß angebrachte BVB-Logo an der Tunnelwand.
Ein Unding für Sky-Experte Lothar Matthäus: „Ich finde das noch schlimmer. Was sagst du dazu?“, fragte er Anton. „Das sind die Emotionen, mein Gott. Das gehört dazu…“, entgegnete dieser. „Aber doch nicht aufs eigene Vereinswappen“, ließ Matthäus nicht locker. Anton blieb klar: „Ja natürlich, aber ich glaube nicht, dass er das so meinte.“
„Es sieht schlecht aus“, meinte Matthäus abschließend. Anton nahm seinen Mitspieler in Schutz: „Es sieht schlecht aus, aber das sind die Emotionen, die aus einem herauskommen. Ich habe lieber so einen Spieler, der sauer ist, als jemand, der lächelt oder den es nicht interessiert und die Kabine geht.“
Wie sehr der Platzverweis den jungen Spieler mitgenommen hat, verriet Kovac nach Schlusspfiff. „Jetzt kam ich gerade in die Kabine und der Junge saß da, weinend. Wenn einer da wirklich mit Tränen überflossen sitzt, dann können Sie sich vorstellen, wie er sich fühlt“, erzählte Kovac bei Sky.