Bundesliga>

Das Olise-Problem der Bayern

Das Olise-Problem der Bayern

Mit einem bemerkenswerten Halbsatz ordnet Jan-Christian Dreesen den aktuellen Stand bei Michael Olise ein. Der Vorstandsboss der Bayern lässt dabei aber auch Raum für Spekulationen.
Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen spricht im FIROCKX Doppelpass Klartext über Michael Olise. Dabei geht es um die angeblichen Angebote in der Sommerpause und die Bedeutung des Franzosen für den FC Bayern.
Mit einem bemerkenswerten Halbsatz ordnet Jan-Christian Dreesen den aktuellen Stand bei Michael Olise ein. Der Vorstandsboss der Bayern lässt dabei aber auch Raum für Spekulationen.

Es gibt rund um den FC Bayern vermutlich kein heikleres Personalthema als die Zukunft von Michael Olise. Entsprechend deutlich verweist die Führungsriege des Klubs seit Wochen auf die Faktenlage: Der Franzose hat noch bis 2029 einen Vertrag in München – ohne Ausstiegsklausel.

Und, so verriet es CEO Jan-Christian Dreesen am Sonntag im FIROCKX Doppelpass: „Ein Unfug war, dass dieses Jahr im Sommer uns dutzendweise Angebote auf dem Tisch gelegen hätten. Das stimmte einfach nicht.“

Es sind Sätze, die die im Fall Olise extrem nervöse Anhängerschaft des FC Bayern beruhigen sollen. Die Botschaft: Der Rekordmeister musste während der vergangenen Transferperiode auch deshalb nicht wanken, weil es offenbar gar keinen echten Angriff eines europäischen Top-Klubs gab.

Ein bemerkenswerter Satz von Dreesen

Doch Dreesen ließ aufhorchen, weil er keine Garantie dafür aussprechen wollte, dass Olise auch über den Sommer 2027 hinaus für den FC Bayern spielt. „In dem Geschäft etwas zu versprechen, ist eine heikle Geschichte“, erklärte der 59-Jährige und öffnete dann doch ein wenig die Tür für einen Olise-Abschied: „Ob wir ihn dauerhaft werden halten können, das werden wir dann im nächsten Jahr im Sommer wieder neu besprechen.“

Ein bemerkenswerter Satz. Denn eigentlich ist die Situation auch nach der aktuellen Saison unverändert: Olise hat Vertrag in München. Punkt.

An der Säbener Straße scheint man sich allerdings dessen bewusst zu sein, dass im kommenden Sommer tatsächlich die großen Angebote aus Madrid, Liverpool oder anderswoher einflattern könnten.

Dann könnte den Bayern ausgerechnet eine Taktik zum Verhängnis werden, die sie selbst immer wieder bis zur Perfektion angewandt haben: sich erst mit dem Spieler einigen, dann dessen aktuellen Klub unter Druck setzen. Auf diese Weise tüteten die Münchner zahlreiche Transfers ein – unter anderem den von Harry Kane.

Olise gilt beim FC Bayern als schwer zu lesen

Einigen noch gut in Erinnerung ist in diesem Zusammenhang die These von Klub-Patron Uli Hoeneß aus dem Sommer 2023. Da sich der Engländer zu den Bayern bekannt habe, „wird Tottenham einknicken müssen“. Der Ausgang der Causa Kane ist bekannt, der Ehrenpräsident behielt recht.

Was also passiert, wenn sich Olise irgendwann grundsätzlich mit einem anderen Klub einig ist – sei es aus finanziellen oder sportlichen Gründen? Schon jetzt gilt der Franzose sowohl öffentlich als auch hinter den Kulissen als schwer zu lesen. Noch entscheidender ist aber die Frage: Was will Olise in zehn Monaten, wenn womöglich die Königlichen ernst machen?

Gut möglich, dass auch das Abschneiden der Münchner in der Champions League darüber entscheidet, wie viel Lust auf Bayern Olise im Frühjahr noch verspürt – und unter welchen Voraussetzungen dann darüber gesprochen wird, ob der Klub ihn langfristig halten kann.

Es wäre die Furcht vor den eigenen Methoden: Bayern weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung besser als fast jeder andere Klub, wie wenig ein langfristiger Vertrag manchmal bedeutet, wenn sich ein begehrter Spieler erst einmal entschieden hat. Der aktuelle Verein hat dann einen strategischen Nachteil. Dreesens bemerkenswerter Halbsatz lässt zumindest erahnen, dass man dieses Szenario an der Säbener Straße längst mitdenkt.