Ballon d’Or: Diese Vorwürfe gegen Harry Kane sind unfair
Plant Kane England-Rückkehr?
Harry Kane hat den Ballon d’Or gewonnen – und sieht sich trotzdem zahlreichen Vorwürfen ausgesetzt. Nun kritisiert auch der Onkel von Lamine Yamal die Entscheidung. Doch es gibt auch eine andere Seite.
73 Tore für den FC Bayern und die englische Nationalmannschaft in einer Saison! Harry Kane hat sich mit seiner außergewöhnlichen Trefferquote den Ballon d’Or gesichert. Doch selbst nach seiner Auszeichnung am Montagabend in London werden die Leistungen des Engländers von einigen Kritikern infrage gestellt.
Immer wieder geht es dabei um die Qualität seiner Tore. Kane treffe häufig per Elfmeter, profitiere von der vermeintlich schwachen Bundesliga und schieße auch in der Nationalmannschaft vor allem gegen kleinere Gegner seine Treffer.
Manche werfen ihm deshalb sogar „Stat Padding“ vor. Der Begriff bedeutet vereinfacht, dass ein Spieler seine persönliche Statistik vor allem gegen schwächere Gegner aufpoliert. Der Vorwurf: Viele Tore sehen auf dem Papier beeindruckend aus, seien aber weniger wert als Treffer in wichtigen Spielen gegen starke Mannschaften.
Vorwürfe gegen Kane: Darum ist die Diskussion problematisch
In der neuen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“ setzt sich SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger mit dieser Kritik auseinander – und hält vor allem die Diskussion über Kanes Elfmetertore für problematisch: „Elfmetertore bekommt man nicht geschenkt, die muss man auch erst einmal machen. Man braucht dafür Qualität im Kopf und im Bein. Ich verstehe, dass Treffer vom Punkt für viele Leute weniger gelten als ein Tor aus dem Spiel – aber es gehört nun mal dazu.“
Auch die Kritik an seinen Treffern im Nationaltrikot überzeugt Kumberger nicht. Der englische Kapitän könne schließlich weder seinen Spielplan noch die jeweiligen Gegner bestimmen. Außerdem verweist der Insider auf Kanes regelmäßige Treffer in der Champions League. Allein in der vergangenen Saison waren es 14 Tore.
Bei der Wahl zum besten Fußballer der Welt spielt allerdings noch ein weiterer Aspekt eine Rolle. Neben individuellen Leistungen und Mannschaftserfolgen berücksichtigen die offiziellen Wahlregeln ausdrücklich auch Klasse und Fairplay. Für Kumberger ist das ein wichtiges Argument zugunsten des Engländers.
Kane ist auch neben dem Platz ein Vorbild
„Viele vergessen, dass Vorbildfunktion und Charakter beim Ballon d’Or eine maßgebliche Rolle spielen. Es kommt darauf an, ob man für Sportgeist und Fairplay steht. Auch neben dem Platz muss man Vorbild sein – und hier ist Kane aus meiner Sicht führend“, so der Chefreporter.
Besonders scharfe Kritik an Kanes Auszeichnung kommt derweil aus dem Umfeld eines seiner Konkurrenten. Abdul, der Onkel des drittplatzierten Lamine Yamal, machte seinem Ärger gegenüber dem spanischen Radiosender Cadena SER Luft.
Sein Neffe sei der beste Fußballer der Welt, während Kane lediglich ein Torjäger sei. Zudem unterstellte Abdul, der Engländer habe den Ballon d’Or gewissermaßen geschenkt bekommen, weil seine Karriere bald zu Ende gehe.
Kane hat sich den Ballon d’Or erkämpft
Kumberger sieht dagegen gerade in Kanes langer Karriere und seinen zahlreichen Rückschlägen einen besonderen Wert. „Das Schöne an seiner Geschichte ist, dass er immer wieder gescheitert ist und aufstehen musste. Er kam ohne Titel nach München und musste erst bei diversen Vereinen spielen, bevor er dann bei Tottenham Hotspur und den Bayern sein Glück gefunden hat.“
Für den SPORT1-Chefreporter ist der Triumph des 33-Jährigen deshalb weit mehr als die Belohnung für eine außergewöhnliche Torbilanz: „Es ist eine Heldenreise. Es ist schön, dass ein Mann mit Geschichte, der sich etwas erkämpfen musste, gewonnen hat.“
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
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