Calmund packt über Völler-Transfer aus

"Uli Hoeneß ist der beste Manager aller Zeiten"
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"Uli Hoeneß ist der beste Manager aller Zeiten"

Reiner Calmund denkt im SPORT1-Podcast DEEP DIVE an einen seiner größten Transfercoups bei Bayer Leverkusen zurück. Er erklärt, was er damals im 34-jährigen Rudi Völler gesehen hat – und welche Rolle dessen Frau beim Wechsel gespielt hat.

Reiner Calmund hat in seiner langen Karriere unzählige Transfers eingefädelt. Einer aber ist ihm bis heute besonders in Erinnerung geblieben: die Verpflichtung von Rudi Völler im Sommer 1994. Obwohl der Weltmeister bereits 34 Jahre alt war, holte Calmund ihn von Olympique Marseille zu Bayer Leverkusen. Entscheidend für den Wechsel war allerdings nicht allein Völlers Zusage, wie Calmund nun im SPORT1-Podcast DEEP DIVE unterstrich.

Völlers Spielerkarriere hatte bei der WM 1994 noch einmal Fahrt aufgenommen: Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 1992 wurde der damals 34-Jährige von Berti Vogts für das Turnier reaktiviert. Im Achtelfinale gegen Belgien (3:2) avancierte der Stürmer mit zwei Treffern zum Matchwinner.

Reiner Calmund und Rudi Völler vereint eine lange gemeinsame Zeit bei Bayer Leverkusen
Reiner Calmund und Rudi Völler vereint eine lange gemeinsame Zeit bei Bayer LeverkusenReiner Calmund und Rudi Völler vereint eine lange gemeinsame Zeit bei Bayer Leverkusen© IMAGO/MIS

Genau in dieser Phase schlug Reiner Calmund zu. „Ich wollte so ’n Leader, so ’ne große Persönlichkeit für uns noch verpflichten, wo auch die anderen Spieler hochgucken“, erklärte Calmund sein Vorhaben.

„Nach dem Sieg gegen Belgien, wo der alte Sack noch zwei Tore geköpft hat“, wie Calmund augenzwinkernd anmerkte, habe er dann die ersten Vorgespräche mit Völler aufgenommen. „Er hat dann zugesagt. Praktisch schon nach dem Sieg gegen Belgien in Chicago, sagte er: ‚Ich mach das'“, verriet der frühere Bayer-Manager weiter.

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Warum Völlers Frau zur Schlüsselfigur wurde

Doch bevor der Wechsel endgültig über die Bühne gehen konnte, musste noch eine weitere Person überzeugt werden: Völlers Ehefrau Sabrina. „Die hat auch ein bisschen die Hosen an, auch wenn der Rudi das nicht gerne hört. Ich dachte mir, ob die da mitgeht“, erinnerte sich Calmund.

An Optionen mangelte es Völler nicht: Neben dem damaligen Olympique-Marseille-Besitzer Bernard Tapie, der den deutschen Angreifer offenbar nicht ohne Weiteres ziehen lassen wollte, sollen mehrere europäische Topklubs ihr Interesse bekundet haben.

Doch am Ende zogen Calmund und Bayer Leverkusen auch Völlers Frau Sabrina auf ihre Seite. „Dass aber seine Frau jetzt sagt: ‚Ich könnte in Paris leben, in Lissabon – und jetzt zieh‘ ich nach Leverkusen'“, meinte Calmund, „das spricht für die Frau, dass sie sich da genauso integriert hat, genauso den Rudi unterstützt hat und nicht nur die Nase hochgetragen hat.“

Für Calmund ein Transfer wie ein Lottogewinn

Den Transfer beschreibt Calmund heute als „dreimal sechs Richtige im Lotto“ – denn der Wechsel 1994 sollte nicht Völlers letztes Kapitel bei Bayer Leverkusen sein. Zunächst lief er zwei Jahre lang für die Werkself als Spieler auf, absolvierte 71 Pflichtspiele und schoss 26 Tore.

Nach seinem Karriereende 1996 machte Calmund den Weltmeister dann zum Sportdirektor. Es folgten weitere Stationen von Völler bei Bayer Leverkusen, darunter als Interimstrainer (2000), Geschäftsführer Sport (2018–2022) und Klubrepräsentant (2022–23). Für Calmund erwies sich der ursprüngliche Transfer damit weit über die spielerische Ebene hinaus als Volltreffer.