Im Doppelpass: Gladbach-Boss Schröder nimmt Krise auf seine Kappe

"Nach fünf Minuten ging mir der Doppelpass durch den Kopf"
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"Nach fünf Minuten ging mir der Doppelpass durch den Kopf"

Borussia Mönchengladbach kann endlich wieder siegen, steckt aber weiter im Keller. Rouven Schröder erklärt die Talfahrt im Doppelpass - und teilt mit, wo er eine positive Entwicklung sieht.

Wohin geht die Reise von Borussia Mönchengladbach? Nach dem ebenso überraschenden wie erlösenden Sieg der Fohlen gegen den VfB Stuttgart kommt wieder Hoffnung auf – auch bei Stefan Effenberg.

Der SPORT1-Experte erkannte eine wichtige Steigerung im Spiel seines ehemaligen Vereins. „Dass eine Qualität vorhanden ist, ist unbestritten“, meinte Effenberg im Doppelpass: „Die zweite Halbzeit in Stuttgart, so musst du die Spiele angehen. Das war die erste Halbzeit, bei der ich gesagt habe, das kann man sich wieder angucken. Das war in die ersten sechs Spielen nicht der Fall.“

Rouven Schröder und Gladbach stecken im Tabellenkeller
Rouven Schröder und Gladbach stecken im TabellenkellerRouven Schröder und Gladbach stecken im Tabellenkeller© IMAGO/fohlenfoto

Gladbach steht trotz der ersten Punkte weiter auf dem letzten Tabellenplatz, von den eigenen Ansprüchen ist man weit entfernt. „Es gibt Dinge, die nicht gut gelaufen sind und die man erklären kann“, sagte Rouven Schröder, Sportchef der Borussia, dazu.

Schröder: Gladbach-Kader deutlich billiger

Der Gladbach-Boss übernahm im Doppelpass die Verantwortung für den miserablen Saisonstart seines Teams: „Das Thema der Krise nehme ich komplett auf meine Kapuze, weil du in der Verantwortung stehst. Mit der Unterschrift war mir klar, welcher Weg eingeschlagen wird.“

„Für mich war klar, dass wir einen hohen Transferüberschuss erzielen müssen, um investieren zu können“, schilderte Schröder: „Die Gehälter haben wir um zehn Millionen Euro heruntergeschraubt. Es ist einiges zusammengekommen: Wir haben eine Achse verloren mit Reitz, Engelhardt, Tabakovic und Elvedi. Wir haben versucht, sie zu ersetzen.“

DEINE MEINUNG

Der Traditionsverein hat einen schwierigen Transfersommer hinter sich, dazu kam die frühe Trennung von Trainer Eugen Polanski.

Darum durfte Polanski zunächst bleiben

Von Polanski habe man sich nach dem Knackpunkt-Spiel gegen Elversberg (3:4) trennen müssen. „Danach war eine negative Energie im Stadion und danach gab es den Downfall. Wenn du jeden Tag durch die Geschäftsstelle gehst und fünfmal in Folge verloren hast, wirst du nicht mehr allzu euphorisch begrüßt.“

Doch warum ist Schröder mit Polanski in die Saison gegangen? „Eugen hatte die Aufgabe, Gladbach in der Liga zu halten, und hat das geschafft. Er hatte keine Vorbereitung. Er hat sich wirklich in den Job reingearbeitet und ich bin jemand, der Menschen ein Stückweit gerne den Rücken stärkt und nicht sofort den Trainer entlässt, nur weil jemand danach schreit“, erklärte Schröder. Doch der angepeilte gute Saisonstart blieb aus.

Lob für Blessin: „Ein Mann, der im Wind steht“

Umso wichtiger war die „Reaktion der Mannschaft“ beim 3:2-Erfolg gegen den VfB – allen Widrigkeiten zum Trotz: „Wir haben nie in den Mund genommen, dass wir neun oder zehn Verletzte haben, denn die Mannschaft ist bundesligatauglich und das muss sich beweisen.“

Lobend äußerte sich Schröder auch über Polanskis Nachfolger Alexander Blessin. Dieser sei energetisch und fordere Grundlagen ein, „das tut der Mannschaft gut. Er geht als Leader voran und ist ein Mann, der im Wind steht.“

Effenberg ist derweil noch nicht restlos vom neuen Coach überzeugt: „Von der Ansprache trifft er die Jungs und der Sieg ist wichtig, damit er glaubwürdig bleibt. Natürlich hat man im Hinterkopf, dass er mit St. Pauli abgestiegen ist.“

Geht es nach dem einstigen Gladbacher, sind die beiden nächsten Spiele nun von entscheidender Bedeutung. Die kommenden Partien gegen den Karlsruher SC im DFB Pokal und gegen den SC Paderborn in der Bundesliga seien nun wichtig, „um in einen Lauf zu kommen.“