Übler Crash überschattet Bayer-Pleite
Leverkusen-Coach erklärt kurioses Missverständnis
Bayer Leverkusen verliert deutlich bei der TSG Hoffenheim. Vor dem zweiten Treffer der Gastgeber gibt es einen heftigen Zusammenstoß, zudem sieht Torschütze Alexander Prass Gelb-Rot.
Routinier Andrej Kramaric hat die Siegesserie von Bayer Leverkusen mit dem 1000. Bundesligator der TSG Hoffenheim beendet. Der Kroate traf beim 3:0 (0:0) am Sonntag vom Elfmeterpunkt und versetzte der zuvor formstarken Werkself mit dem Jubiläumstreffer einen herben Dämpfer.
Die Rheinländer verpassten nach sechs Pflichtspielerfolgen nacheinander den vorübergehenden Sprung auf Tabellenplatz zwei, sind mit 13 Punkten aber weiterhin mittendrin in der Spitzengruppe der Bundesliga.
Im Duell der Europa-League-Teilnehmer traf Kramaric (79.) lässig für die TSG, die nach einem schwachen Saisonstart immer besser in Fahrt kommt und ins Tabellenmittelfeld sprang. Alexander Prass (89.) erhöhte, zog beim Jubel jedoch das Trikot aus und sah Gelb-Rot.
Übler Crash vor dem zweiten Tor – Bayer protestiert
Dem Treffer war zudem ein übler Zusammenstoß zwischen Hoffenheims Max Moerstedt und Leverkusens Loic Badé vorausgegangen. Im Mittelfeld prallten die beiden Spieler mit den Köpfen zusammen und gingen sofort zu Boden. Einige Akteure stellten das Spielen ein, doch die Partie lief weiter und Prass erzielte das 2:0.
Leverkusen protestierte in der Folge vergeblich. Für Badé ging die Partie nicht weiter, der Verteidiger musste mit der Trage vom Feld gebracht werden.
„Es hat komplett geknallt. Ich war richtig erschrocken. Gefühlt jeder hat dann irgendwie aufgehört. Natürlich wartet man, bis der Pfiff kommt, aber in dem Moment hat man schon ein bisschen zusammengezuckt und war schon sehr erschrocken“, berichtete Robert Andrich nach der Partie bei DAZN.
Zu Badé sagte er noch: „So richtig ansprechbar war er, glaube ich, nicht. Aber ich hoffe, dass es ihm jetzt schon mal zumindest so gut geht, dass er ansprechbar ist.“ Trainer Carles Martínez gab später Entwarnung: Badé gehe es besser, er sei in der Dusche und könne sprechen.
Max Moerstedt (90.+6) sorgte spät für die Entscheidung für Hoffenheim. Bei Leverkusen konnte Patrik Schick seine Torserie nicht ausbauen und ging am 7. Spieltag erstmals in dieser Saison leer aus.
Leverkusen beginnt selbstbewusst
Nach dem souveränen 2:0 bei OFI Kreta setzte Leverkusens Trainer Martínez Matchwinner Jonas Hofmann trotz dessen Doppelpack wieder auf die Bank, für ihn begann Moussa Diaby auf der rechten Offensivseite. „Wir sind in einem guten Moment“, hatte Martínez vor der Partie gesagt – und seine Mannschaft begann selbstbewusst.
Nach einer schönen Passstafette über Ibrahim Maza und Schick verpasste Nathan Tella bei einem wuchtigen Abschluss das frühe 1:0 (7.). Doch auch die TSG, die mit dem Rückenwind von zwei Siegen und einem 3:0 gegen Olympique Lyon ins Spiel gegangen war, versteckte sich in der Anfangsphase nicht. Fisnik Asllani scheiterte aus leicht spitzem Winkel an Bayer-Keeper Mark Flekken (12.).
Bei einsetzendem Starkregen blieb das spielerische Niveau überschaubar. Nach viel Leerlauf konterte sich die TSG fast zur Führung: Adam Hlozek schoss aus spitzem Winkel an den Außenpfosten. Diaby musste noch vor der Pause mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz, für ihn kam US-Nationalspieler Malik Tillman.
Schiedsrichter Siebert verletzt sich
Nach der Pause kamen beide Teams unverändert auf den Rasen, dafür konnte Schiedsrichter Daniel Siebert aufgrund einer Wadenverletzung nicht weitermachen. Für ihn übernahm der Vierte Offizielle Robert Hartmann. Bayer riss nun mehr und mehr die Spielkontrolle an sich, ohne wirklich gefährlich zu werden. Die TSG hielt kämpferisch stark dagegen.
Nach einem Foul von Edmond Tapsoba an Asllani zeigte Ersatzschiri Hartmann nach Videobeweis auf den Punkt, Kramaric traf sicher vom Punkt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)