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Brisante Details zur CL-Reform

Brisante Details zur CL-Reform

Die Reform der Champions League ist offenbar so gut wie beschlossen. Die Änderungen würden die Königsklasse vor allem in einem Aspekt revolutionieren.
Der BVB hinkt seinen Erwartungen weit hinterher. Das große Ziel, Champions League, ist weit entfernt. Verspielt der BVB mit Interimstrainer Edin Terzic das große Ziel?
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von SPORT1

Über die Zukunft des europäischen Vereinsfußballs wird seit Jahren heftig diskutiert und spekuliert.

Vor dem Hintergrund der möglichen Bildung einer Super-Liga steht die UEFA unter immer größerem Druck, den Forderungen der großen europäischen Klubs gerecht zu werden.

Das Ergebnis von Planungen des europäischen Verbands ist die neue Champions League, die mit noch mehr Teilnehmern ausgespielt werden soll und mit der er den Spitzenklubs des Kontinents noch weiter entgegenkommen würde.

In den vergangenen Tagen sickerten bereits brisante Details durch, die von der BBC und dem Daily Telegraph veröffentlicht worden sind.

Champions League wohl mit 36 Klubs

Demnach deutet immer mehr daraufhin, dass die europäische Königsklasse noch weiter aufgebläht wird - von derzeit 32 auf 36 Teilnehmer. Doch nicht nur damit will die UEFA offenbar vor allem die Top-Klubs aus Spanien und Italien dazu bringen, Pläne einer eigenen Super-Liga wieder aufzugeben.

Wie die britischen Medien berichten, soll die UEFA sogar dazu bereit sein, ab der Saison 2024/25 zwei sportlich nicht qualifizierte Teams mit einer Wild Card auszustatten, um über diese Hintertür doch noch an die lukrativen Geldtöpfe der Königsklasse zu gelangen.

Diesen Beschluss soll das Exekutivkomitee des Verbandes bereits bei seiner Sitzung am 20. April verabschieden, wie es heißt. (Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Zwei der vier freien Plätze gingen demnach an die besten Vereine, die sich nicht über ihre heimischen Ligen für die Champions League qualifiziert haben. Das Kriterium dafür ist die Koeffizientenrangliste der Vereine.  

BVB wäre bei Reform in der Champions League vertreten

Griffe die Reform schon jetzt, würden Borussia Dortmund und der FC Chelsea davon profitieren. Beide wären nach derzeitigem Stand nicht unter den besten Vier ihrer Ligen vertreten, stehen aber in der Koeffizientenwertung im Vorderfeld auf den Plätzen 12 und 13. Sämtliche Klubs vor ihnen hätten ihre Teilnahme über ihre Liga-Platzierung sicher.

Auch wenn damit zumindest eine indirekte sportliche Qualifikation suggeriert wird: Mit dieser Reform würde der Verband de facto mit einem Grundprinzip des europäischen Fußballs brechen, in dem bislang immer die sportliche Qualifikation als allein gültige Voraussetzung für die Teilnahme an einem Wettbewerb herangezogen wurde.

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Entsprechend skeptisch fielen die Reaktionen aus. Die Europäische Ligenvereinigung, zu der auch die Bundesliga gehört, äußerte in einem Statement starke Bedenken hinsichtlich "der möglichen Auswirkungen des geänderten Zugangsrechts sowie der kommerziellen Komponenten auf die finanzielle Situation der heimischen Ligen".

Der Premier League dürfte vor allem die Ausdehnung des Spielplans von derzeit sechs Partien vor Weihnachten auf zehn Spiele ein Dorn im Auge sein, vermutet die BBC, "weil ihr Terminkalender bereits jetzt überlastet ist".

In der Tat beklagen die Trainer, allen voran Liverpools Coach Jürgen Klopp, schon jetzt eine Überlastung ihrer Spieler. Schließlich sind diese schon in der Premier League, dem FA Cup und dem Ligapokal bis an ihre Belastungsgrenzen gefordert.

Der Spielplan gehört ebenfalls zu den prägenden Elementen der angestrebten Reform. Die Mannschaften würden dann in der Vorrunde nicht mehr in sechs Gruppenspielen gegeneinander antreten, sondern jeweils zehn Partien bestreiten – und entsprechend mehr Geld verdienen.

Champions League wäre größer als die NFL?

Die Ergebnisse fließen dann in eine Gesamttabelle der 36 Mannschaften ein, von denen sich nach der Vorrunde 16 Teams für die K.o.-Phase qualifizieren. Damit wäre die Champions League zumindest vom Teilnehmerfeld her die größte Sport-Liga der Welt, mit mehr Teams als die NFL. Die National Football League besteht derzeit ebenfalls aus 32 Mannschaften.

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Sollte die Reform tatsächlich umgesetzt werden, ginge die UEFA an die Grenzen ihrer eigenen Philosophie. Doch offenbar sind die abwanderungswilligen Vereine – wie der FC Barcelona oder Real Madrid - immer noch nicht vollends von dieser Idee überzeugt.

Wie die BBC berichtet, wollen die betreffenden Vereine den Reformplan genauestens studieren, bis sie ihn kommentieren.

Offenbar hat sie auch die gemeinsame Erklärung aller Kontinentalverbände und der FIFA nicht davon abgehalten, ihre Vision weiter zu verfolgen. Darin hieß es vor einigen Wochen, dass die Bildung einer Super-Liga nicht akzeptiert werde.

Alle Spieler, die daran teilnehmen sollten, würden von allen Verbandswettbewerben ausgeschlossen. Das bedeutet, dass sie weder bei Welt- und Europameisterschaften noch bei der Copa América für ihr Land spielen dürften.