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BVB-Einzelkritik: An ihm prallte die italienische Sturmreihe ab

BVB-Einzelkritik: Fels in der Brandung

Der BVB lässt im Playoff-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo nichts anbrennen. Bester Mann ist Serhou Guirassy. Ein Abwehrmann ist der Fels in der Brandung. Die SPORT1-Einzelkritik.
Julian Brandt wird nach dem Sieg gegen Atalanta Bergamo zum Debüt von Luca Reggiani gefragt. Der BVB-Profi geht vorher aber auf Waldemar Anton und bescheinigt ihm ein "sensationelles Spiel".
Der BVB lässt im Playoff-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo nichts anbrennen. Bester Mann ist Serhou Guirassy. Ein Abwehrmann ist der Fels in der Brandung. Die SPORT1-Einzelkritik.

Der erste Schritt ist getan: Borussia Dortmund ließ beim souveränen Heimsieg gegen Atalanta Bergamo im Playoff-Hinspiel der Champions League (2:0) nichts anbrennen und steuert auf das Achtelfinale zu.

Entscheidender Mann war Stürmer Serhou Guirassy, der das erste Tor selbst erzielte (3.) und das zweite für Maximilian Beier vorbereitete (42.).

Ebenso wichtig: Waldemar Anton, an dem die italienische Sturmreihe abprallte, und Felix Nmecha, der die Fäden im Mittelfeld zog. Die SPORT1-Einzelkritik.

Anton als Ruhepol der BVB-Abwehr

GREGOR KOBEL: Wenig geprüft in Hälfte eins. Nach etwas mehr als einer halben Stunde fing er seinen ersten Ball ab (34.). Musste in der 21. Spielminute tief durchatmen, als Mario Pasalic eine Hereingabe von der Seite knapp verpasste. Nach dem Seitenwechsel hatte er noch weniger zu tun. Wenn er gefordert war - wie im Rauslaufen -, war er da. Genauso wie beim Abschluss von Samardzic (89.). SPORT1-Note: 2

WALDEMAR ANTON: Er ist so wichtig für die BVB-Defensive. Absolut verlässlich im Zentrum, strahlt seit Wochen große Sicherheit aus. Auch gegen Bergamo eine Bank. Köpfte nach einem einem Ryerson-Freistoß wuchtig, aber auch knapp über das Bergamo-Tor (41.). In der zweiten Hälfte hielt er alles vom Tor weg, egal ob aus der Luft oder am Boden. Einer der Hauptgründe, wieso der BVB aktuell so stabil ist. SPORT1-Note: 1,5

RAMY BENSEBAINI: Ließ in der Defensive überhaupt nichts anbrennen. Gewann starke acht seiner neun Zweikämpfe und spielte die meisten Pässe seiner Mannschaft (92 Prozent Passquote). Riskante, aber starke Grätsche gegen Pasalic im eigenen Strafraum (63.) - bejubelte das Tackling in Richtung der Fans und heizte die Stimmung an. SPORT1-Note: 2

BVB-Youngster rechtfertigt Vertrauen

LUCA REGGIANI: Champions-League-Debüt für den italienischen U-Nationalspieler (siebtjüngster Dortmunder CL-Debütant). Präsentierte sich zu Beginn unaufgeregt und ballsicher. Räumte dann allerdings Nicola Zalewski beim ersten Gegenstoß ungestüm um und handelte sich früh eine Gelbe Karte ein (18.). Bekam von Kovac Sonderapplaus für einen langen Ball auf Beier (37.) – Marco Carnesecchi klärte in höchster Not vor dem Dortmunder. Trotz der Verwarnung ließ er sich nicht beirren, spielte sein Spiel auffällig routiniert herunter. Rechtfertigte das Vertrauen von Kovac auf ganzer Linie. SPORT1-Note: 2

DANIEL SVENSSON: Nicht so aktiv wie Ryerson auf der rechten Schiene und eher unauffällig. War aber auch häufiger in der Defensive beschäftigt. Davide Zappacosta machte keinen Stich gegen ihn. SPORT1-Note: 3

JULIAN RYERSON: Unglaublich! Der Assistkönig des BVB hat schon wieder zugeschlagen – und zwar, wie schon am Wochenende gegen Mainz, per Flanke auf Guirassy (3. Spielminute). Holte sich bei einem Dribbling Szenenapplaus (33.). Seinen scharf vors Tor getretenen Freistoß köpfte Anton knapp über das Bergamo-Tor (41.). Sprühte auch sonst vor Offensivdrang, ließ dazu so gut wie nichts über seine Seite zu. SPORT1-Note: 1,5

FELIX NMECHA: War der Dreh- und Angelpunkt im Dortmunder Spiel. Unglaubliches Gefühl für Raum und Zeit. Spielte vor der Dortmunder Führung den vertikalen Pass auf Beier. Auch sonst mit einigen kreativen Momenten. Sein Abschluss wurde geblockt (33.) – das hätte gefährlich werden können. Hielt auch im zweiten Durchgang mit seiner physischen Präsenz dagegen und kreierte mit seiner Dynamik immer wieder offensiv Momente. SPORT1-Note: 1,5

Bellingham immer sicherer

JOBE BELLINGHAM: Holt sich über die viele Einsatzminuten aktuell immer mehr Sicherheit für sein Spiel. Im Defensivzweikampf immer aggressiv und meist erfolgreich, läuferisch machen ihm sowieso nur wenige etwas vor. Auch im Spiel mit dem Ball zeigt er immer häufiger gute Ansätze. SPORT1-Note: 3

JULIAN BRANDT (bis 70.): Führte die Mannschaft wie schon am Wochenende als Kapitän aufs Feld. Offensiv mit der ein oder anderen guten Idee – wie dem Schnittstellen-Pass auf Beier (39.). Beruhigte das Spiel auch mal, wenn es nötig war. Sprintete nach einem Ballverlust zurück und eroberte sich das Spielgerät stark zurück (61.) – so wollen ihn die Fans noch häufiger sehen. Sein Abschluss aus sieben Metern nach einer Ryerson-Ecke rauschte knapp über den Kasten (68.). Machte in der 70. Minute Platz für Adeyemi. SPORT1-Note: 3

MAXIMILIAN BEIER (bis 70.): Leitete den frühen Führungstreffer des BVB ein (3.). Machte auch im Anschluss richtig viel Alarm und beschäftigte die Bergamo-Defensive. Erst rauschte sein Abschluss noch am Tor vorbei, kurz vor der Pause wurde sein Fleiß belohnt: Guirassy bediente ihn mustergültig, aus kürzester Distanz drückte er den Ball über die Linie (42.). Es scheint, als hätte er die Leichtigkeit und Unbekümmertheit in seinem Spiel wiedergefunden. Ab Mitte der zweiten Hälfte durfte er Feierabend machen. SPORT1-Note: 2

Guirassy überstrahlt alle

SERHOU GUIRASSY (bis 82.): So laut wie bei der frühen Dortmunder Führung (3.) hallte sein Name schon lang nicht mehr durch den Signal Iduna Park. Wie schon am Wochenende gegen Mainz verwertete er eine Ryerson-Flanke per Kopf zum Dortmunder 1:0. Bereitete das zweite BVB-Tor mit einem guten Lauf und einem perfekt getimten Pass auf Beier vor, sodass der nur noch zum 2:0 einschieben musste (42.). Auch sonst häufig anspielbar und umtriebig in der Spitze. Und noch auffälliger: Seine Körpersprache stimmt wieder. Seine Formkrise scheint überwunden, die Fans zahlen es ihm mit lautstarker Unterstützung zurück. SPORT1-Note: 1

KARIM ADEYEMI (ab 70.): Ersetzte den fleißigen Beier. Bot viele Läufe in die Tiefe an. SPORT1-Note: Ohne Bewertung

CARNEY CHUKWUEMEKA (ab 70.): Kam für Julian Brandt in die Partie. Bei ihm ist weiterhin viel Sand im Getriebe, das Selbstverständnis fehlt. Bestes Beispiel: Verpasste es, bei einem aussichtsreichen Konter Adeyemi in Szene zu setzen (79.). SPORT1-Note: Ohne Bewertung

FÁBIO SILVA (ab 82.): Durfte kurz vor Schluss noch ein paar Minuten sammeln. Blieb ohne nennenswerte Aktion. SPORT1-Note: Ohne Bewertung

MARCEL SABITZER (ab 82.): Kam in den Schlussminuten für Nmecha in die Partie und half, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. SPORT1-Note: Ohne Bewertung