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Das BVB-Talent, das "nach den Sternen greifen" will

„Die Zukunft“ des BVB?

BVB-Trainer Niko Kovac stimmt ein Loblied auf Samuele Inácio an und sieht in ihm „die Zukunft dieses Klubs“. Wer ist der 17-Jährige?
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac zeigt sich begeistert vom italienischen Top-Talent Samuele Inacio Pia.
BVB-Trainer Niko Kovac stimmt ein Loblied auf Samuele Inácio an und sieht in ihm „die Zukunft dieses Klubs“. Wer ist der 17-Jährige?

Samuele Inácio durfte sich schon mal vor der Gelben Wand warm machen. Und der Pulsschlag des 17-Jährigen dürfte dabei entsprechend in die Höhe gegangen sein.

Schließlich verursachte allein das Videostudium der Dortmunder Heimspiele vor seinem Wechsel zum BVB Gänsehaut.

„Bevor ich bei Borussia Dortmund unterschrieben habe, habe ich mir Dutzende Videos der Südtribüne angesehen“, sagte Inácio kürzlich in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport. „Mamma mia, Nervenkitzel!“

Sein Wunsch war damit klar: „Als ich zum ersten Mal ein Spiel hier im Signal Iduna Park gesehen habe, war ich total begeistert. Ich hoffe, dass ich bald dort spielen kann.“

Zweimal stand das Offensivtalent zuletzt im Bundesligakader. Zudem hat der BVB Inácio für die Champions League nachgemeldet. Damit wäre also auch ein Debüt gegen seinen Ex-Klub Atalanta Bergamo am Dienstag (21.00 Uhr im LIVETICKER) möglich.

BVB-Trainer Kovac schwärmt von Inácio: „Zukunft dieses Klubs“

Für Trainer Niko Kovac sind die ersten Profiminuten des Youngsters nur noch eine Frage der Zeit. „Er wird mit Sicherheit seine Minuten bekommen, in der näheren, aber sicherlich auch in der mittleren Zukunft“, sagte Kovac am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Hinspiel in den Champions-League-Playoffs.

Dabei stimmte der Dortmunder Coach eine Lobeshymne auf den Nachwuchsspieler an. „Ein toller Fußballer“, schwärmte Kovac. „Sollte er gesund bleiben - und davon gehen wir alle aus -, wird er eine richtig große Karriere machen. Denn ich sehe in ihm schon mit seinen 17 Jahren vieles, was ein sehr, sehr guter Fußballer in Zukunft haben wird.“

Und er prognostizierte: „Er wird mit Sicherheit die Zukunft dieses Klubs sein, aber meines Erachtens auch die Zukunft des italienischen Fußballs, sprich der Nationalmannschaft.“

Große Worte für den 1,76 Meter großen Teenager, der am 2. April volljährig wird. 2024 wechselte der italienische Juniorennationalspieler von Atalanta Bergamo zum BVB. Seither ist er auch ein regelmäßiger Trainingsgast bei den Profis.

BVB-Juwel ist „ein Fantasista“

„Samuele ist nicht erst seit zwei Wochen hier bei uns, sondern er war auch bei der Klubweltmeisterschaft mit uns in Amerika“, sagte Kovac, der in seiner Entwicklung „große Fortschritte“ sah: „Ein tolles Herz hat er. Ein technisch sehr sauberer, guter Spieler. Ein sehr intelligenter Spieler.“

In Italien würde man sagen: „Ein Fantasista. Also ein Spieler, der als Zehner, als Achter Sachen sieht mit 17, die andere vielleicht mit 30 nicht sehen“, ergänzte Kovac.

Die Dortmunder halten große Stücke auf ihren Rohdiamanten, der seit seinem Wechsel zum BVB weiter geschliffen wird. In der ersten Saisonhälfte kam er vor allem in der Youth League und in der U19-Bundesliga zum Einsatz. Zur kommenden Saison soll er fest in den Profikader aufgenommen werden.

In den Fokus spielte sich Inácio aber vor allem im November bei der U17-Weltmeisterschaft. Mit vier Toren und zwei Assists in den drei Gruppenspielen führte er Italien fast im Alleingang in die K.o.-Phase – erst im Halbfinale platzte dann beim 0:2 gegen Österreich der Titeltraum.

BVB-Boss Ricken: „Ein Zehner, wie man ihn nur selten findet“

BVB-Boss Lars Ricken sagte damals im Gespräch mit SPORT1 über Inácio: „Er ist ein Zehner, wie man ihn nur noch selten findet: Offensivstark mit einem sehr guten Dribbling. Dazu ist er wahnsinnig torgefährlich - sowohl selbst als auch als Vorlagengeber. Außerdem arbeitet er sehr gut und vor allem mannschaftsdienlich gegen den Ball. Er bringt ein tolles Paket mit.“

Das Talent bekam er praktisch in die Wiege gelegt. Auch sein Vater Piá war Profifußballer, über 100 Spiele bestritt der gebürtige Brasilianer für die SSC Neapel.

„Er hat mich nie zum Fußballspielen gedrängt, nie gezwungen. Er hat mir immer meine eigenen Entscheidungen überlassen“, sagte Inácio über die Rolle seines Vaters. „Er und mein Onkel Joelson, ebenfalls ehemaliger Fußballspieler und jetzt Trainer, geben mir viele Ratschläge, wie ich an das Spiel herangehen soll.“

Inácio: „Ich möchte nach den Sternen greifen“

Fernab der Heimat Italien hat er auch dank der anderen beiden italienischen Talenten Filippo Mane und Luca Reggiani im Team der Dortmunder schnell Anschluss gefunden. „Pippo ist wie ein älterer Bruder für mich“, sagte Inácio über den aktuell verletzten Abwehrspieler.

Aufgrund der Personalnot in der Innenverteidigung könnte am Dienstag Reggiani sein Champions-League-Debüt feiern.

Und Inácio? „Ich möchte mich verbessern und nach den Sternen greifen“, sagte er über seine hohen Ziele. „Der erste Schritt ist zunächst einmal mein Debüt in der ersten Mannschaft, vielleicht vor der gelben Wand.“

Vielleicht geht dieser Wunsch am Dienstag in Erfüllung.