Bitteres Debakel für den BVB! Die Dortmunder haben nach einem ganz schwachen Auftritt das Achtelfinale der Champions League verpasst. Die Schwarz-Gelben verloren das Playoff-Rückspiel bei Atalanta Bergamo mit 1:4 (0:2) und gaben das 2:0 aus dem Hinspiel noch leichtfertig aus der Hand. Am Ende wurde es dramatisch.
Champions League: Rot, Gelb-Rot, Elfer - und das BVB-Drama ist besiegelt!
Drama-Aus für den BVB!
„Am Ende sehr unglücklich, aber auch verdient, nicht weiterzukommen“, sagte Kapitän Emre Can bei DAZN. „Es waren schon Kacktore. Das darf nicht passieren. Kein Vorwurf an irgendeinen Spieler, aber wenn du so viele individuelle Fehler machst, dann wird es schwer.“
BVB-Trainer Niko Kovac sprach ebenfalls von einem verdienten Aus und wurde deutlich: „Wir waren einfach in den Momenten, wo wir die Tore kassiert haben, nicht richtig da, haben Fehler gemacht und in der Champions League werden solche Fehler bestraft. Von daher sind wir sehr enttäuscht und dementsprechend auch ziemlich geknickt.“
Champions League: Atalanta schockt BVB in der Nachspielzeit
Gianluca Scamacca (5.), Davide Zappacosta (45.) und Mario Pasalic (57.) brachten Atalanta hochverdient auf die Siegerstraße. Der eingewechselte Karim Adeyemi (75.) verkürzte, bei diesem Stand hätte es Verlängerung gegeben – doch Lazar Samardzic traf per Foulelfmeter noch in der Nachspielzeit in der regulären Spielzeit zur Entscheidung. Ramy Bensebaini sah für das Foul an Nikola Krstovic die Gelb-Rote Karte, auf der Bank sah Nico Schlotterbeck zudem glatt Rot (90.+8).
Eingeleitet wurde die Situation durch einen Fehler von BVB-Keeper Gregor Kobel. Der ansonsten starke Rückhalt entschied sich gegen einen Befreiungsschlag, leistete sich dabei aber einen Fehlpass und ermöglichte so Atalanta eine letzte Chance.
Can nahm den Keeper in Schutz: „Wie oft der uns in dieser Saison gerettet hat. In der ersten Halbzeit, das ist schon Wahnsinn gewesen. Tut mir leid für den Jungen. Wie gesagt, überhaupt kein Vorwurf, dass das dann so gelaufen ist.“
Kobel nimmt Schuld auf sich
Kobel gab sich selbstkritisch: „Es war am Ende mein Fehler. Das tut mir für die Jungs super leid. Wir hatten eine gute Aufholjagd, waren super im Spiel drin. Fußball ist manchmal hart.“
Der bittere Rückschlag war ein Wirkungstreffer für die Dortmunder. „Es tut sehr weh. Unheimlich, extrem weh“, ergänzte Can. „Aber morgen müssen wir den Blick nach vorne richten.“
Doch die bedenklich schlechte Leistung dürfte den Dortmundern mit Blick auf den Bundesliga-Kracher am Samstag (18.30 Uhr) gegen Bayern München große Sorgen bereiten.
BVB-Schreck nun gegen FC Bayern oder Arsenal
Auch in der Königsklasse wäre der deutsche Rekordmeister ein möglicher Gegner im Achtelfinale gewesen. Am Freitag (12 Uhr) wird in Nyon ausgelost, doch nun bekommt es Bergamo mit den Münchnern oder dem FC Arsenal zu tun.
Dortmund hingegen droht eine weitere titellose Saison, in der Liga beträgt der Rückstand auf die Münchner acht Punkte. Im Pokal war ebenfalls früh Schluss - nun folgte die große Enttäuschung in Italien.
Dabei hatte Trainer Niko Kovac sein Team eindringlich gewarnt. Das Weiterkommen sei längst nicht sicher, und der souveräne Sieg aus dem Hinspiel verschaffe ein womöglich trügerisches Gefühl der Sicherheit.
BVB erholt sich nicht von frühem Schock
Vom ganz frühen Schock durch Scamacca erholte sich der BVB nicht. Atalanta witterte seine Chance, angefeuert von seinen lauten Fans in diesem kleinen und engen Stadion warf sich Bergamo leidenschaftlich in die Zweikämpfe und dominierte das Spiel. Dortmund musste hingegen mit deutlich weniger Unterstützung als sonst auskommen. Wegen der scharfen Sicherheitsvorkehrungen und harter polizeilicher Maßnahmen hatten die organisierten Fans auf die Reise in den Norden Italiens verzichtet.
Kapitän Emre Can war wieder fit und rückte in die Startelf. Schlotterbeck, der zuletzt zwei Spiele verletzt verpasst hatte, saß auf der Bank. Doch trotz der Rückkehr der beiden Führungsspieler war der BVB mit der Wucht Atalantas überfordert. Ramy Bensebaini sah früh Gelb und musste fortan gemäßigt in die Zweikämpfe gehen, Can wirkte nicht dynamisch und wurde öfter überlaufen.
Gregor Kobel (24.) verhinderte mit einem starken Reflex gegen Nicola Zalewski den zweiten Gegentreffer. Dortmund hingegen hatte erst nach 27 Minuten seinen ersten Abschluss. Der Kopfball von Serhou Guirassy ging aber deutlich vorbei.
Unglücklicher Bensebaini mehrfach im Fokus
Atalanta blieb besser und gefährlicher. Unmittelbar vor der Pause erhöhte Zappacosta, dessen Schuss Bensebaini unglücklich abfälschte.
Nach der Pause vergab Maximilian Beier (53.) die große Chance auf den Anschluss, dann köpfte Pasalic den Ball freistehend ins Tor. Bensebaini hatte sich bei der Flanke verschätzt.
Kovac brachte Fábio Silva, Carney Chukwuemeka und wenig später auch Adeyemi, um endlich mehr Wucht ins Offensivspiel zu bekommen. Adeyemi traf kurz darauf sehenswert. Als alles auf eine Verlängerung hindeutete, traf Bensebaini Krstovic im Gesicht.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)