Beim dramatischen Aus in der Champions League zeigen die BVB-Profis kollektiv schlechte Leistungen. Besonders ein Verteidiger erlebt beim 1:4 (0:2) gegen Atalanta Bergamo einen Abend zum Vergessen.
Einzelkritik nach BVB-Aus: Er erlebte einen Horror-Abend
Das BVB-Aus in der Einzelkritik
Ramy Bensebaini war an den ersten beiden Gegentoren nicht frei von Schuld. Zu allem Überfluss verursachte der Algerier tief in der Nachspielzeit - nach einer völlig missratenen Aktion von Keeper Gregor Kobel - auch noch einen Elfmeter, der den bitteren BVB-K.o. besiegelte. Die SPORT1-Einzelkritik.
BVB: Kobel leistet sich folgenschweren Aussetzer
GREGOR KOBEL: Erlebte einen komplett anderen Abend als noch vor einer Woche. War bis zu seinem spielentscheidenden Bock einer der besten Dortmunder. Entschied das Privatduell gegen Zalewski für sich und rettete zweimal sehenswert (4., 24.). Bewahrte den BVB kurz nach dem Seitenwechsel im Eins-gegen-Eins gegen Samardzic vor dem 0:3. Kurze Zeit später, wie bei allen anderen Gegentreffern, aber ohne Abwehrchance. Sein Schnitzer kurz vor Ende der regulären Spielzeit kostete den BVB endgültig das Achtelfinale. SPORT1-Note: 5
EMRE CAN: Der Kapitän kehrte nach seinen Adduktorenproblemen zurück in die erste Elf. Wirkte vor allem zu Beginn extrem verunsichert, leistete sich aber auch im Anschluss ungewohnt viele Fehler. Auch nach dem Seitenwechsel nicht immer auf der Höhe. Ihm tat Kovac mit der direkten Rückkehr in die Startelf keinen Gefallen. In der Schlussphase dann immerhin emotional ein Leader. SPORT1-Note: 5
WALDEMAR ANTON: Gab wieder den Abwehrboss im Zentrum. Bei beiden Gegentreffern ohne Aktien, ging verbal voran und wollte seiner Mannschaft auch dadurch Sicherheit geben. Rieb sich in den direkten Duellen mit Scamacca auf. Konnte bei allen drei Gegentreffern nur rat- und machtlos zugucken. Beim dritten von Pasalic war auch er an der falschen Zuteilung beteiligt (57.). SPORT1-Note: 4
Bensebaini erlebt Horror-Abend
RAMY BENSEBAINI: Erlebte einen Horror-Abend! Leistete sich beim ersten Gegentor einen katastrophalen Bock: Konnte eine Flanke von Bernasconi nicht klären, Scamacca musste nur noch einschieben (5.). Holte sich im Anschluss früh im Spiel die Gelbe Karte, als er Zappacosta unsanft von den Beinen holte (12.). Den zweiten Gegentreffer fälschte er ins eigene Tor ab, auch beim dritten stand er in der Nähe und konnte nicht eingreifen (57.). Auch sonst mit vielen Abspielfehlern im Aufbau. Aufgrund seines Engagements eigentlich kein Kandidat für eine glatte Sechs, durch die gelb-rote Karte und das spielentscheidende Foul dann aber doch. SPORT1-Note: 6
JULIAN RYERSON (bis 70.): Schlechtes Stellungsspiel beim 0:1: Ließ Flankengeber Bernasconi einfach laufen und flanken (5.). Arbeitete viel nach vorne. Seine gefürchteten Flanken waren an diesem Abend aber zum Vergessen, keine einzige kam an. Und schlimmer: Mit seiner missglückten Freistoßflanke stachelte er die Bergamo-Fans an (59.). Kurze Zeit später war für ihn Schluss. SPORT1-Note: 5
DANIEL SVENSSON: Hatte immer wieder große Probleme mit dem schnellen Zappacosta. Trotzdem meist Zweikampfsieger und wie gewohnt lauffreudig. Und dennoch: Auf diesem Niveau kommt er häufig nicht hinterher. Die Bergamo-Spieler waren vor allem gedanklich meist einen Schritt weiter. SPORT1-Note: 5
Nmecha mit haarsträubenden Abspielfehlern
JOBE BELLINGHAM (bis 70.): Warf sich in jeden Zweikampf, ackerte, biss, doch richtig Zugriff im Zentrum bekam er nicht. Hatte eine starke Rettungstat kurz vor der Pause: Seine Grätsche verhinderte einen noch höheren Rückstand. Den gab es kurze Zeit später aber dennoch. Forderte viele Bälle, lief gerade in Halbzeit zwei aber meist nur hinterher. Musste nach dem 0:3 weichen. Für ihn kam Adeyemi. SPORT1-Note: 4,5
FELIX NMECHA: Versuchte immer wieder schnell umzuschalten. Das gelang ihm einige Male sehr gut, wie mit einem Steckpass auf Beier (15.). Manchmal leistete er sich aber auch haarsträubende Abspielfehler und lud Bergamo zu Kontern ein - ungewohnt für den Schlüsselspieler. SPORT1-Note: 5
MAXIMILIAN BEIER (bis 60.): Gewohnt fleißig und engagiert, offensiv aber viel zu harmlos. Zögerte beim Abschluss in aussichtsreicher Position zu lang und vertändelte den Ball (15.). Auch sonst machte er gegen Zappacosta keinen Stich. Im Gegenteil: Er musste viel zurückarbeiten, war sich dafür aber nie zu schade. In der 53. dann aber doch mit der Riesen-Chance zum Anschlusstreffer – nach einem langen Lauf knallte der Ball aber nur an den Pfosten (54.). Danach war für ihn Schluss. SPORT1-Note: 5
Brandt nicht zielführend genug
JULIAN BRANDT (bis 60.): Hatte den ersten gefährlichen BVB-Abschluss: Seinen direkten Schuss nach einer Außenrist-Hereingabe von Beier konnte Carnesecchi gerade noch abwehren – da wäre mehr drin gewesen (29.). Agierte im Dribbling zu oft nicht zielführend genug. In der zweiten Halbzeit nicht mehr zu sehen – auch nicht von Kovac, der ihn nach einer Stunde vom Feld nahm. SPORT1-Note: 5
SERHOU GUIRASSY: War gut bewacht und trat dadurch offensiv kaum in Erscheinung. Hien kochte ihn ein ums andere Mal ab. Lange Zeit ohne richtig gefährliche Szenen. Einen Kopfball setzte er neben das Tor (27.), später schoss er gefährlich aus der Drehung (49.) – es wäre wohl Abseits gewesen. Bei seiner Riesen-Chance auf das 1:3 trat er einfach am Ball vorbei – wie konnte der nicht im Tor landen? SPORT1-Note: 5
Adeyemis Traumtor reicht nicht
Ab 60. FÁBIO SILVA: Kam für den glücklosen Maximilian Beier in die Partie. War, wie die anderen Einwechselspieler, eine absolute Bereicherung für das Offensivspiel. SPORT1-Note: 3,5
Ab 60. CARNEY CHUKWUEMEKA: Ersetzte Brandt und sollte helfen, den 0:3-Rückstand noch aufzuholen. Machte sofort ordentlich Alarm in der Offensive. Toller doppelter Doppelpass mit Guirassy – der Stürmer trat allerdings am Ball vorbei (74.). Bereitete später den Anschlusstreffer von Adeyemi vor (75.). SPORT1-Note: 3
Ab 70. KARIM ADEYEMI: Seine Einwechslung machte sich sofort bezahlt. Mit ihm kippte die Partie in Dortmunder Richtung. War sofort in der Partie und schoss den BVB mit einem Traumtor zurück ins Rennen um das Achtelfinale (75.). Auch, wenn am Ende alles nichts half. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.
Ab 70. YAN COUTO: Kam für den schwachen Ryerson ins Spiel. Nach vorne deutlich auffälliger als der Norweger. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.