In der Affäre um den mutmaßlichen rassistischen Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid wächst der Druck auf Benfica-Coach José Mourinho.
Rassismus-Eklat: Ex-Spieler fordert Entschuldigung von Mourinho
Ex-Profi verlangt Erklärung von Mourinho
Der portugiesische Star-Trainer hatte ein klares Bekenntnis gegen Rassismus vermieden, nachdem Real-Star Vinicius Junior schwere Vorwürfe gegen seinen Gegenspieler Gianluca Prestianni erhoben hatte. Dieser habe ihn rassistisch beleidigt und als „Affen“ bezeichnet, sagte Vinícius.
Gegenwind bekommt Mourinho nun von einem ehemaligen Spieler. John Obi Mikel, der beim FC Chelsea unter dem 63-Jährigen gespielt hat, forderte seinen ehemaligen Trainer auf, Klartext zu reden.
Er hätte von seinem alten Chef erwartet, dass er sich klarer positioniert und sagt, „es ist kein Platz für Rassismus“, sagte der frühere nigerianische Nationalspieler in seinem Podcast „The Obi One“.
Obi Mikel über Mourinho: „Weiß nicht, warum er sich noch nicht entschuldigt hat“
Er erwarte, so der 38-Jährige, dass sich sein ehemaliger Trainer öffentlich zu dieser Angelegenheit äußert: „Ich weiß nicht, warum er sich noch nicht entschuldigt hat, aber ich gehe davon aus, dass er irgendwann an die Öffentlichkeit treten und eine Erklärung abgeben wird.“
Denn, so Obi Mikel: „Es gibt niemanden, der unter José Mourinho gespielt hat und etwas Schlechtes über ihn zu sagen hat, insbesondere wenn es um Rassismus geht, absolut nichts, überhaupt nichts.“
Deshalb ist sich der Nigerianer sicher, dass Mourinho eher früher als später zugibt: „Ich habe Mist gebaut, es war nach dem Spiel, die Emotionen kochten hoch, ich habe nicht über meine Aussage nachgedacht, was ich sagen würde.“
Mourinho gab Vinicius Junior Mitschuld am Eklat
Mourinho hatte nach dem Spiel behauptet, Vinicius Junior hätte mit seinem übertriebenen Jubel über sein entscheidendes Tor zum 1:0-Sieg den Zoff mit Prestianni provoziert. Seitdem vermied er jeglichen Kommentar zu diesem Thema. An einer Pressekonferenz vor dem Rückspiel gegen Real wird er nicht teilnehmen.
Der Portugiese ist in der Schlussphase des Hinspiels mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt worden und somit für das Rückspiel am Mittwoch (ab 21 Uhr im LIVETICKER) gesperrt.
Auch Prestianni darf in Madrid nicht mitwirken. Die UEFA hatte nach den Vorwürfen ein Ermittlungsverfahren gegen den Argentinier eingeleitet und sperrte ihn vorläufig für ein Spiel.