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Fall Vinícius: "Wir müssen aufhören, so dumm zu sein"

Fall Vinícius: „Aufhören, dumm zu sein“

Der mutmaßliche Rassismus-Vorfall um Vinícius Júnior kocht vor dem Rückspiel zwischen Real und Benfica wieder hoch. Auf beiden Seiten werden emotionale Worte gefunden.
Real-Coach Álvaro Arbeloa
Real-Coach Álvaro Arbeloa
© AFP/SID/OSCAR DEL POZO
Der mutmaßliche Rassismus-Vorfall um Vinícius Júnior kocht vor dem Rückspiel zwischen Real und Benfica wieder hoch. Auf beiden Seiten werden emotionale Worte gefunden.

Real Madrid will das brisante Wiedersehen mit Benfica Lissabon nutzen, um eine sportliche Antwort auf den Rassismus-Eklat aus dem Hinspiel zu geben.

„Das ist ein großartiger Moment, um diesen Dingen ein Ende zu setzen“, sagte Torhüter Thibaut Courtois vor dem Champions-League-Duell am Mittwochabend (21 Uhr). Lissabons Gianluca Prestianni soll Real-Star Vinícius Júnior nach dessen Traumtor im Hinspiel (0:1) und anschließendem Jubel rassistisch beleidigt haben.

„Es ist schon oft passiert im Fußball, nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen. Damit muss jetzt Schluss sein“, sagte Courtois.

Fall Vinícius: Courtois fordert Veränderungen

Das Problem: „Im Moment entscheidet Vinícius, ob wir weiterspielen.“ Dabei sie vielmehr die UEFA gefordert, bei rassistischen Verstößen einzugreifen: „Und die Behörden müssen eingeschaltet werden. Wir müssen als Gesellschaft aufhören, so dumm zu sein.“

Von José Mourinho sei er derweil enttäuscht: „Letztendlich ist Mourinho eben Mourinho, und als Trainer verteidigt man seinen Verein und seine Spieler. Das Einzige, was mich enttäuscht, ist, dass man Vinis Jubel als Vorwand benutzt. Er hat nichts Falsches getan. Wir können einen angeblichen Akt des Rassismus nicht mit einem Jubel rechtfertigen.“

„Die UEFA hat die Möglichkeit, mehr zu tun, als es nur bei einem Slogan und einem Banner vor den Spielen zu belassen. Wir hoffen, dass diese Chance genutzt wird“, sagte derweil Trainer Álvaro Arbeloa.

Am Montag verhängte die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union gegen Prestianni eine „vorläufige“ Sperre für das Rückspiel in den Playoffs. Grundlage dafür ist laut UEFA ein „Zwischenbericht“. Welche Strafe Prestianni über das vorläufige Urteil hinaus drohen könnte, ist unklar.

Gleichzeitig versuchte Arbeloa, den Fokus aufs Sportliche zu legen. In der Kabine sei nicht mehr über den Vorfall gesprochen worden, sagte er: „Jeder ist darauf fokussiert, eine großartige Leistung zu zeigen. Das wollen wir morgen sehen. Der Rest ist nicht unsere Angelegenheit, denn dafür haben wir keinen Einfluss.“

Vinícius gehe es derweil „sehr gut“, sagte Arbeloa: „Er war immer tapfer. Er wird es immer sein, denn er ist ein Kämpfer, der entschlossen ist, immer wieder zu beweisen, dass er einer der Besten der Welt ist.“

Benfica-Boss verteidigt Prestianni

Prestianni, gegen dessen Sperre Benfica Berufung eingelegt hatte, reiste derweil am Dienstagvormittag gemeinsam mit dem portugiesischen Team nach Madrid.

Benficas Präsident Rui Costa verteidigte Prestianni am Flughaften leidenschaftlich: „Prestianni wird als rassistische Person gebrandmarkt und ich kann versichern, dass er alles andere als rassistisch ist.“ Wäre der Argentinier ein Rassist, würde er nicht für Benfica spielen.

----- mit Sport-Informations-Dienst