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FC Bayern: Manuel Neuer straft Spaniens Presse Lügen

Neuer straft Spaniens Presse Lügen

Beim 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Real Madrid wächst Manuel Neuer über sich hinaus. Nach einiger Kritik beweist der 40-Jährige, dass er noch immer ein Weltklasse-Keeper ist. Ehemalige Mitspieler kommen ins Schwärmen.
Manuel Neuer avanciert im Hinspiel gegen Real Madrid zum überragenden Mann beim FC Bayern. Für Sportvorstand Max Eberl keine Überraschung. Wandern nun die Blicke wieder Richtung Julian Nagelsmann?
Beim 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Real Madrid wächst Manuel Neuer über sich hinaus. Nach einiger Kritik beweist der 40-Jährige, dass er noch immer ein Weltklasse-Keeper ist. Ehemalige Mitspieler kommen ins Schwärmen.

Was für eine Leistung! Manuel Neuer hat beim Viertelfinal-Sieg des FC Bayern gegen Real Madrid ein überragendes Spiel geliefert und dem deutschen Rekordmeister den 2:1-Erfolg in der Champions League buchstäblich festgehalten.

Neun Bälle parierte der 40-Jährige im Hinspiel im Bernabéu. Vor allem Neuers Großtaten gegen Kylian Mbappé in der 29. sowie in der 66. Minute waren absolute Weltklasse – blitzschnell war der Keeper unten und ließ die Madrilenen über weite Strecken der Partie verzweifeln. Folgerichtig erhielt der Keeper die SPORT1-Note 1.

Noch im Vorfeld des Spiels hatten dabei spanische Medien – allen voran der Real nahestehenden Marca – die Hoffnungen geschürt, dass Neuer im fortschreitenden Alter nicht mehr der Faktor vergangener Tage wäre („Neuer lässt in seiner Wachsamkeit nach“, – „Die Zeit schreitet voran. Auch für Neuer“). Das hat sich an diesem Abend nicht bewahrheitet – im Gegenteil.

Champions League: Neuer wie zu seinen besten Zeiten

„Also ich habe einige großartige Spiele mit Manu verbracht auf dem Platz, wo man aus dem Staunen nicht rauskommt. Aber was er heute abliefert, ist Wahnsinn“, schwärmte Benedikt Höwedes bei Prime Video. Er muss es schließlich wissen, spielte Höwedes doch sowohl beim DFB als auch bei Schalke 04 mit Neuer zusammen. Auch Kommentator Hannes Herrmann sah sich an Neuers allerbeste Abende erinnert: „Das hat fast schon Porto-Schalke-Vibes. Auch so eine Sternstunde von Manuel Neuer, vor vielen Jahren.“

Und tatsächlich hatte Neuers Auftritt in Madrid etwas von dem magischen Abend in Porto, der damals den Stern des späteren Welttorhüters aufgehen ließ. Nach einer Viertelstunde war er erstmals zur Stelle, als er Mbappés Schuss aus kurzer Distanz abwehrte, zwei Minuten später fischte er sich den Schlenzer von Vinícius Jr. Nach gut 30 Minuten folgte seine erste Weltklasse-Tat gegen Mbappé, dessen Schuss aus spitzem Winkel er blitzschnell aus dem Eck tauchte.

„2004 ist bisschen lange her“, sagte Neuer lachend auf SPORT1-Nachfrage in der Mixed Zone: „Portugal ist jetzt nicht soweit weg von hier… Es war ein wichtiger Tag für mich. Ein wichtiges Spiel, auch für uns als Mannschaft. Das ist der erste Schritt jetzt gewesen. Wir sind erstmal froh, dass wir hier gewonnen haben. Wir wissen, dass es in München dennoch ein hartes Stück Arbeit werden wird.“

Real-Stars verzweifeln an Bayern-Keeper

Für seine Leistung erhielt der Bayern-Kapitän verdientermaßen den „Man-of-the-Match-Award“ von der UEFA. Auch nach der Pause machte Neuer weiter, wo er aufgehört hatte – und hielt seiner Mannschaft lange die 2:0-Führung fest. Als er in der 66. Minute erneut einen Schuss von Mbappé um den Pfosten lenkte, feierte ihn sein ehemaliger Mitspieler Höwedes: „Ja, das ist unglaublich. Mbappé macht ja alles richtig, aber diese Parade… Was soll ich sagen? Mehr geht nicht.“ 

Dass Neuer nach seiner Verletzungspause ein solches Spiel abliefern würde, war eher nicht abzusehen. Die Kritik am 40-Jährigen war in den vergangenen Wochen und Monaten lauter geworden, Neuer sei zu alt und in manchen Situationen zu fehleranfällig. Bei seiner Rückkehr ins Bayern-Tor in der Bundesliga gegen Freiburg (3:2) hielt er zwar stark, verschuldete aber ein Gegentor, als er nach einer Ecke unter dem Ball hindurchsegelte – Neuers Kritiker sahen sich bestätigt – und dürften nach diesem Abend in Madrid erstmal wieder verstummt sein.

Ex-Mitspieler schwärmen: „Der beste Torhüter der Welt!“

Sogar das nötige Glück hatte Neuer im Bérnabeu auf seiner Seite, als er nach einem Fehler von Upamecano Vinícius so stark vom leeren Tor wegdrängte, dass dieser nur das Außennetz traf. Auch seine teils riskanten Ausflüge ins Mittelfeld blieben allesamt folgenlos. Sogar den 1:2-Anschlusstreffer durch Mbappé bekam Neuer noch fast von der Linie gekratzt. Neuer sei noch immer „der beste Torhüter der Welt. Und daran wird sich auch nichts ändern“, sagte Christoph Kramer nach Abpfiff bei Prime Video.

Auch Neuers Ex-Mitspieler Mats Hummels kam aus dem Schwärmen nicht heraus: „Eins mit Sternchen. Weltklasse Leistung!“, befand er. Neuer sei enorm schlau im Tor. „Unabhängig von den rein physischen Fähigkeiten, weiß er einfach, wann er was machen muss.“ Neuer war der Sicherheitsanker im gesamten Bayern-Team, das teilweise einige hektische Phasen überstehen musste. Die Experten nahmen auch mehrfach das Wort „perfekt“ in den Mund.

Überragende Neuer-Paraden: „Überrascht euch das?“

Die Münchner dürfen sich also großzügig bei ihrem Schlussmann bedanken, wenngleich die seine Leistung nicht verwunderte: „Überrascht euch das? Wir bedanken uns jedes Spiel bei ihm, weil er natürlich etwas ganz Besonderes mitbringt, mit seiner Aura, mit seiner Ausstrahlung“, sagte Jonathan Tah am Mikrofon von Prime Video. „Man darf es nicht als selbstverständlich erachten, aber bei ihm ist es Tagesprogramm“, beschrieb Tah weiter.

Und Neuer selbst? Der ärgerte sich, dass die Bayern nur 2:1 gewonnen hatten: „Schade, dass es kein 2:0 geworden ist, ganz ehrlich. Man weiß, wie gefährlich Real Madrid ist, das hat man heute gesehen. Sie haben viele Chancen gehabt und auch ein bisschen was liegengelassen“, sagte der Torhüter nach Spielende.

„Deshalb sind wir erstmal froh über den Sieg hier auswärts.“ Es warte trotzdem eine „schwere und harte Aufgabe in München.“ Wenn Neuer erneut eine solche Leistung liefert wie in Madrid, dann dürfte diese Aufgabe zumindest deutlich leichter werden.