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Flick tobt: "Danke, Deutschland"

Flick tobt: „Danke, Deutschland“

Der FC Barcelona und vor allem Hansi Flick fordern in der Champions League gegen Atlético Madrid einen Strafstoß. Es geht um eine Szene, die auch schon der FC Bayern über sich ergehen lassen musste.
Barcelonas Trainer Hansi Flick ist nach der Pleite gegen Atletico Madrid im Champions-League-Hinspiel bedient. Der Coach gibt vor allem dem VAR aus Deutschland die Schuld.
Der FC Barcelona und vor allem Hansi Flick fordern in der Champions League gegen Atlético Madrid einen Strafstoß. Es geht um eine Szene, die auch schon der FC Bayern über sich ergehen lassen musste.

Wirbel beim Champions-League-Kracher zwischen dem FC Barcelona und Atlético Madrid! Die Katalanen forderten in der 54. Minute vehement einen Handelfmeter, doch die Pfeife von Schiedsrichter Istvan Kovacs blieb stumm und auch der deutsche Videoassistent Christian Dingert meldete sich nicht – zum großen Unverständnis von Barca-Trainer Hansi Flick.

Was war passiert? Atlético hatte einen Abstoß und Torhüter Juan Musso legte sich den Ball zurecht. Er passte daraufhin zu Innenverteidiger Marc Pubill, der rund zwei Meter neben ihm im Fünfmeterraum stand.

Genau genommen war der Abstoß damit ausgeführt. Was folgte, ließ Flick während und nach der Partie toben – und dürfte bei Fans des FC Bayern unschöne Erinnerungen hervorrufen.

Flick lästert über deutschen VAR

Denn Pubill hielt das gespielte Spielgerät mit der Hand auf der Linie des Fünfmeterraums an und passte dann zu Musso zurück. Sofort gab es einen lauten Aufschrei im Stadion. Die Barcelona-Spieler sowie ihr Coach reklamierten das Handspiel und forderten Strafstoß.

Flick teilte seine Sichtweise dem Vierten Offiziellen Szabolcs Kovacs aufgeregt mit. Die Unparteiischen ahndeten die Szene aber nicht und ließen die Partie ganz normal weiterlaufen.

Nach dem Spiel zeigte sich Flick bei Movistar nicht minder irritiert. „In der Situation, in der sie den Ball im Strafraum mit der Hand spielen, verstehe ich nicht, warum der VAR nicht eingreift. Komm schon, das ist klar“, schimpfte der einstige Bundestrainer.

Dann richtete sich Flick direkt an den VAR, den Bundesliga-Schiedsrichter Dingert: „Es ist ein deutscher Typ, hallo.“ Der Barca-Coach verzog das Gesicht und schickte hinterher: „Es ist unglaublich, es ist unglaublich!“

Auf der Pressekonferenz legte Flick in Richtung Dingert nach: „Der VAR war sehr auf Atlético ausgerichtet. Es war ein Deutscher, danke Deutschland.“

Flick wollte einen Platzverweis sehen

Es sei zwar normal, Fehler zu begehen, „aber in solchen Situationen – wozu haben wir denn den VAR? Ich kann das nicht verstehen. Denn normalerweise ist es ein Elfmeter und die zweite Gelbe, also ein Platzverweis.“

Tatsächlich war Pubill bereits mit Gelb verwarnt, als sich die kontroverse Szene abspielte. Bei einem Pfiff hätte er also duschen gehen müssen.

Flick war in seinem Unverständnis nicht alleine. Der ehemalige spanische Schiedsrichter Eduardo Iturralde González, der in seiner Karriere auch Champions-League-Spiele leitete, polterte als Experte bei AS und Cadena SER: „Das ist ein riesiger Fehler. Ein klarer Elfmeter. Und dann reden sie über die spanischen Schiedsrichter… Das ist ein Skandal!“

Schweinsteiger: „Das war völlig unnötig“

Die Szene sorgte auch bei DAZN-Experte Tobias Schweinsteiger für Verwunderung, der während des Spiels meinte, dass entscheidend sei, ob der Ball geruht habe oder nicht. Als er die Aufnahmen dann nochmal sah, meinte er: „Das war völlig unnötig, weil Barcelona keinen Druck ausgeübt hat in dieser Situation. Eigentlich ruhte der Ball.“

Seiner Meinung nach handelte es sich um einen regulär ausgeführten Abstoß, es hätte für ihn also Elfmeter geben müssen. Schweinsteiger konnte sich nicht erklären, weshalb der deutsche VAR nicht eingegriffen hatte.

Pubills Verhalten beschrieb er als „selten dumm“, zumal der Abwehrmann eben bereits Gelb gesehen hatte und damit einen Platzverweis riskierte.

Nach der Partie ruderte Schweinsteiger dann etwas zurück und schilderte: „Wenn der Ball innerhalb des Fünfmeter-Raums in die Hand genommen wird, kann man es auslegen, als würde der Ball noch platziert werden. Da geht es darum, dass der Ball innerhalb des Fünfers platziert werden muss, deswegen kann das der Grund sein, warum vor allem Christian Dingert als Video-Schiedsrichter nicht interveniert hat.“

April 2024: Bayern-Aufregung wegen der gleichen Szene

Die Szene erinnerte an einen Aufreger um den FC Bayern im April 2024. Damals kam es im Viertelfinal-Duell mit dem FC Arsenal zu einer ähnlichen Situation: Gunners-Keeper David Raya passte den Ball zu Verteidiger Gabriel, der den Ball knapp außerhalb des Fünfmeterraums mit der Hand anhielt. Die Münchener forderten sofort den Handelfmeter.

Im Nachgang berichtete dann der damalige Bayern-Trainer Thomas Tuchel, dass der Schiedsrichter den Spielern auf dem Platz erklärt habe, dass dies ein „Kinderfehler“ sei und er aus diesem Grund das Handspiel nicht abgepfiffen habe.

Tuchel nannte die Begründung eine „schreckliche Erklärung“ und eine „ganz neue Form der Regelauslegung“.