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DFB-Pokal: Heftige Vorwürfe nach Derby-Eskalation

Heftige Vorwürfe nach Eskalation

Marlon Ritter ist eine der zentralen Figuren beim Pokalerfolg Kaiserslauterns gegen Mannheim. Im Nachgang sieht er sich jedoch mit drastischen Anschuldigungen der Gegenseite konfrontiert.
Marlon Ritter bezieht im Interview klar Stellung zur Auseinandersetzung mit der Bank von Waldhof Mannheim.
Marlon Ritter ist eine der zentralen Figuren beim Pokalerfolg Kaiserslauterns gegen Mannheim. Im Nachgang sieht er sich jedoch mit drastischen Anschuldigungen der Gegenseite konfrontiert.

Der 1. FC Kaiserslautern gewann am Freitagabend ein denkwürdiges Derby gegen den SV Waldhof Mannheim (1:0) und zog in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Im Zentrum standen jedoch vorwiegend die Eskalationen zum Ende der regulären Spielzeit, als Fans beider Lager Feuerwerkskörper auf den Rasen und die Tribünen schossen und den Platz zu stürmen versuchten.

Doch wer trug letztlich die Schuld an den unschönen Szenen, die Gefahrenpotenzial bargen? Waldhof-Sportdirektor Mathias Schober machte Lautern-Spieler Marlon Ritter nach Abpfiff mitverantwortlich. Bei Sky sagte er: „Kurz vor Ende der Partie hat sich der Ritter da bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und das wirklich provoziert. Das muss man einfach so sagen.“

Später legte Schober nach: „Was dann so noch abgegangen ist, gerade von der Seite, wie hier provoziert wurde von der Nummer 7 (Rückennummer Ritters; Anm. d. Red.) , da muss man sagen: Das gehört sich auch nicht.“ Ritter, der als emotionaler Leader und Lautsprecher auf dem Betzenberg bekannt ist, rückte somit als sportlicher Akteur ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

DFB-Pokal: Anschuldigungen gegen Marlon Ritter

Schober weiter: „Ich war kurz auf dem Weg rein eigentlich, aber habe dann gesehen, dass es drei Gelbe Karten gab: Gegen Nijhuis, Ritter und Gregorio. Und als Ritter dann zu seiner Bank gegangen ist, hat er natürlich so auf seine Art und Weise, wie er gerne provoziert, da ganz schön Dampf abgelassen. Das entschuldigt natürlich nicht die Becherwürfe oder die Reaktionen unserer Zuschauer auf der Haupttribüne. Aber ich glaube, dass das auch schon sehr provozierend war.“

Auch Schiedsrichter Robert Schröder pflichtete bei: „Er hätte es etwas schneller machen können an der einen oder anderen Stelle. Ich habe es probiert, zu beschleunigen, aber die Mittel sind dann auch begrenzt.“

Ritter wurde in der Mixed Zone auf die Vorwürfe angesprochen und sagte: „Es war vielleicht etwas zu viel von mir, aber das ist normal, dass es sich hochschaukelt. Die Bank vom Waldhof geht auch nicht jeden Sonntag um 10 Uhr in die Kirche und betet dreimal, wie lieb sie sind. Da kam auch schon das ein oder andere. Es ist mir relativ egal, was die sagen.“

Bei Sky schob er später einen knappen Satz nach – und griff Schober persönlich an, indem er eine alte Wunde aufriss: „Hätte er den Ball damals weggeschossen, wäre Schalke Meister geworden…“ Ritter bezog sich dabei auf den Meisterschaftskampf der Knappen 2001 mit dem FC Bayern, Schober nahm damals als Schalker Keeper eine tragische Rolle ein.

FCK-Geschäftsführer reagiert auf Vorwürfe

Direkt im Anschluss stellte sich auch FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen am Sky-Mikrofon – und reagierte auf die Vorwürfe: „Es haben heute viele Leute provoziert, es ist ein Derby, aber das muss auf dem Platz bleiben. Es ist normal, dass hinter der Bank beleidigt wird und Becher fliegen, aber halt nicht in der Extreme, so mussten wir von der Bank weg. Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, aber es darf nicht ausarten. Was auf den Rängen abgegangen ist, war drüber, von beiden Seiten. Das schadet uns und dem Fußball.“

Abseits der Provokationen auf dem Platz lobte Hengen die Zusammenarbeit des Schiedsrichterteams und der Polizei: „Du hast die schlimmsten Befürchtungen, dass das Ganze eskalieren kann, aber da muss man ein Kompliment an die Polizei machen, dass sie so schnell da war. Dass sie deseskalierend agiert und beide Fanlager beruhigt hat, war das Entscheidende. Ich habe fast nicht gedacht, dass wir es zu Ende spielen können.“

In der 120. Minute traf Ibrahima Kanaté zum umjubelten Siegtreffer für den FCK. Im Anschluss feierte die Mannschaft um den Malier und Ritter mit den Fans in der Kurve – abermals mit Pyrotechnik.