Espresso-Geheimnis der DFB-Stars

Espresso-Geheimnis der DFB-Stars

Die Spieler der Nationalmannschaft schwärmen vom guten Zusammenhalt im Kader. Das hat auch mit einer weit verbreiteten Vorliebe zu tun.
Wo spielt Joshua Kimmich bei der kommenden EM und wo hilft er dem DFB-Team mehr? Das Thema wurde heute in unserer Sendung EM Aktuell beleuchtet und diskutiert.
"Ernsthafte Option": Muss Kimmich auf rechts spielen?
07:49
Patrick Berger
Florian Plettenberg
von Florian Plettenberg, Patrick Berger
am 9. Juni

Genial!

Diese Bezeichnung ist in den letzten Tagen bei der deutschen Nationalmannschaft oft gefallen. Allerdings nicht, wenn es um das aktuelle Leistungsvermögen der Mannschaft ging. Vielmehr wurde mit diesem Superlativ die Stimmung beschrieben, die im 26-Mann-Kader herrscht. (EM: Frankreich - Deutschland, 15. Juni ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Friede und Freude im DFB-Team! Aber was ist das Geheimnis?

Nach SPORT1-Informationen bleibt ein Großteil der Mannschaft nach den Mahlzeiten regelmäßig sitzen, anstatt allein auf das Zimmer zu gehen. Das war im Viersterne Hotel "Nidum" in Seefeld der Fall und soll im "Home Ground" in Herzogenaurach fortgeführt werden.

DFB: Espresso-Runde um Löw

Bei einem Espresso fachsimpeln die Spieler teilweise mit zehn bis 15 Spielern an einem Tisch über sportliche, private und alltägliche Themen.

Nahezu alle DFB-Stars gönnen sich nach dem Essen einen Espresso. Es ist eine Vorliebe, die die Spieler noch enger zusammenschweißt. Dank der Kaffee-Runden lernen sich die DFB-Stars noch besser kennen.

Kevin Trapp etwa ist ein großer Kaffee-Fan und hat sich zusammen mit Weltmeister Mario Götze in Düsseldorf bei Dritan Alsela, einem der besten Barista der Welt, Tipps geholt. Der Eintracht-Keeper ist zudem unter die Unternehmer gegangen und vertreibt eine eigene Hafermilch-Marke.

Trapp trinkt vier Espressi vor dem Training

Laut eigener Aussagen trinkt er vor dem Training bis zu vier Espressi. Bundestrainer Joachim Löw ist ebenso ein regelmäßiger Espresso-Trinker und führt dabei öfter Vieraugen-Gespräche mit den Spielern.

Robin Gosens, der mit Trapp, Thomas Müller und Leon Goretzka im Adidas-Camp in einem Vierer-Bungalow wohnt, ist während seiner Zeit in Italien bei Atalanta Bergamo zu einem echten Kaffee-Kenner geworden. Auch die Bayern-Stars stehen auf geröstete Bohnen.

Ein Renner im Team sind außerdem Kartenspiele. Uno, aber vor allem Poker, zocken die DFB-Stars regelmäßig, um die Köpfe freizubekommen, denn in den Trainingseinheiten verlangt Joachim Löw allerhöchste Intensität.

Es gibt interne Pokerrunden, die mehrmals in der Woche zusammenkommen. Oft geht es auch ans Brett. Im Backgammon duellieren sich Hofmann, Kevin Volland und Marcel Halstenberg gerne.

Es ist die große Frage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Frankreich: Wie sieht sie denn jetzt aus, die erste Elf von Joachim Löw?
02:47
Lässt Löw so gegen Frankreich spielen?

Neuer liefert sich Tennis-Duelle gegen Hofmann

In ihrer Freizeit nutzen die Spieler Sportangebote. In Seefeld spielte Kapitän Manuel Neuer mit Jonas Hofmann Tennis. Die Freunde Bernd Leno, Timo Werner und Kai Havertz verbringen Zeit an der Playstation.

Was die Spieler nach SPORT1-Informationen besonders schätzen, ist die homogene Zusammensetzung des Kaders.

Nationalspieler, die noch nicht so lange und regelmäßig dabei sind (Hofmann, Christian Günter, Jamal Musiala, Kevin Volland, Robin Gosens), kommen aufgrund ihrer bodenständigen Art gut an. Sie ordnen sich unter, spucken keine großen Töne und bringen Leistung. Die Rückkehrer-Weltmeister Mats Hummels und Müller haben keinerlei Starallüren. Der Teamgeist ist top, innerhalb des Kaders gibt es nahezu kaum Grüppchenbildung. Das war bei der WM 2018 anders.

"Es ist eine andere Situation. 2018 war die Stimmung belastet. Auch durch das Thema, was wir heute nicht mehr diskutieren wollen", sagt Löw in Anspielung an den Trikot-Skandal von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan: "Die Stimmung ist jetzt extrem energetisch und gut. Die Jungs verstehen sich. Es ist eine gute Mischung vorhanden."

Was vor allem Löw freuen dürfte ist die Tatsache, dass sich die Spieler in ihren Espresso-Runden einer Sache immer bewusster werden: Dass bei dieser EM einiges möglich ist für Deutschland!

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