Havertz stellt Sané in den Schatten

Havertz stellt Sané in den Schatten

Kai Havertz zahlt gegen Portugal das Vertrauen des Bundestrainers zurück. Der Leidtragende ist vorerst Leroy Sané, der trotzdem noch wichtig werden könnte.
Leroy Sane (l.) hat seinen Stammplatz an Kai Havertz verloren
Leroy Sane (l.) hat seinen Stammplatz an Kai Havertz verloren
© Imago
Florian Plettenberg
Patrick Berger
von P. Berger, F. Plettenberg
am 20. Juni

Des einen Freud ist des anderen Leid!

Während der Knoten von Kai Havertz beim 4:2-Sieg gegen Portugal geplatzt ist, schmorte Leroy Sané wieder nur auf der Bank. (BERICHT: Presse huldigt DFB-Team und Gosens)

Sané hat seinen Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft an Havertz verloren. Der Champions-League-Final-Held vom FC Chelsea wusste am Samstagabend im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal endlich zu überzeugen.

Der 22 Jahre alte Ex-Leverkusener, der gegen Frankreich noch blass blieb (0:1), erzwang das Eigentor von Rúben Dias zum 1:1 und erzielte zudem das zwischenzeitliche 3:1. Für diese Klasse-Leistung gab es die SPORT1-Note 2. (Einzelkritk der DFB-Stars)

Löw vertraut Havertz

Trotz aller Kritik hielt Joachim Löw am Blues-Spieler fest. Nach dem Frankreich-Spiel und der schwachen Leistung des Offensivspielers wurden die Rufe laut, dass Löw im Angriff etwas verändern und das Super-Talent rausnehmen müsse. Der Bundestrainer setzte dennoch auf Havertz und sprach ihm viel Mut zu. (SERVICE: Der Spielplan der EM)

Warum? Der 13-malige Nationalspieler (drei Tore) hat nach dem Finalsieg mit dem FC Chelsea über Manchester City viel Selbstvertrauen getankt. Außerdem steht der Jungstar sinnbildlich für den deutschen Umbruch.

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Der 80-Millionen-Mann - so viel gab Chelsea für ihn aus - ist für Löw zudem deshalb wertvoll, weil er in der Sturmreihe flexibel einsetzbar ist und sowohl auf den Außen als auch in der Mitte spielen kann.

Vier Torschüsse gab Havertz gegen Portugal ab - so viele wie kein anderer Deutscher! Vor allem seine Strafraumbesetzung war gut. Wenn es gefährlich wurde, war oft auch er daran beteiligt. SPORT1-Tendenz: Havertz steht auch im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch in der Startelf!

Sané bisher einer der Verlierer 

"Es war wichtig, nach dem Frankreich-Spiel nicht alles über den Haufen zu werfen, sondern uns treu zu bleiben", sagte Havertz, der am Sonntag regenerierte und mit Chelsea-Kumpel Timo Werner und Torwart Bernd Leno in Herzogenaurach eine lockere Partie Tennis spielte. "Wir vertrauen dem System und unseren Spielern. Wir können zufrieden sein mit der Leistung."

Havertz glänzt, Sané schmollt auf der Bank!

Der Bayern-Star ist einer der Verlierer der bisherigen EM. Der 25 Jahre alte Flügelflitzer konnte bisher noch nicht überzeugen. Während der Vorbereitung machte er bereits mit einer fehlenden Körpersprache statt mit guten Leistungen auf sich aufmerksam.

Löw schenkte dem Dribbelkönig, der bei der WM 2018 in Russland nicht berücksichtigt wurde, deshalb bislang nur 19 EM-Einsatzminuten. Sané konnte nach seinen Einwechslungen keine Impulse setzen. (EM: Alle Tabellen der EM 2021)

Sané jubelt nur verhalten

Auffällig: Als die Treffer gegen Portugal fielen, sprang die ganze Bank auf - außer Sané. Der Kreativspieler blieb sitzen und jubelte nur sehr verhalten.

Nach dem Portugal-Sieg wendete sich Sané, dessen Sohnemann Milo am Tag des Portugal-Sieges 1 Jahr alt wurde, via Instagram an die Fans: "Starke Teamperformance. Jetzt sind wir im Turnier drin!"

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Für ihn persönlich gilt das zwar noch nicht, klar ist aber auch: Der 31-malige Nationalspieler (7 Tore) kann im weiteren Turnierverlauf noch wichtig werden für das DFB-Team. An einem guten Tag kann er zweifelsohne der Unterschiedsspieler sein.

Löw macht Ersatzspielern Mut

Löw machte den Ersatzspielern zuletzt Mut: "Wir müssen sofort und zu jeder Zeit bereit sein. Wie 2014 Christoph Kramer, der auf den letzten Drücker ins Aufgebot kam und dann im Finale auf dem Platz stand. Jeder muss die Intensität bis zum Schluss hochhalten."

Zuletzt sprach sich Sané-Kumpel Ilkay Gündogan für einen Einsatz des Ex-City-Stars aus: "Leroy ist jemand, der dieses Selbstverständnis haben muss, ständig zu spielen. Und wenn er spielt, ist er unglaublich. Er kann uns richtig gut tun."

SPORT1-Tendenz: Gegen Ungarn wird Sané wieder auf der Bank sitzen. Für Deutschland wird der EM-Joker aber trotzdem noch wichtig.

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