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Deutschland schießt Island ab

Deutschland schießt Island ab

Auch gegen Island erlebt das DFB-Team mit Bundestrainer Hansi Flick einen erfolgreichen Abend. Der Tabellenführer der Gruppe J präsentiert sich in Reykjavik souverän und spielbestimmend.
Ridle Baku durfte nicht mit nach Island fliegen. Hansi Flick erklärte das mit dem Leistungsgedanken und legt damit genau das an den Tag, was viele Kritiker von seinem Vorgänger Joachim Löw forderten.
. SPORT1
von SPORT1
08.09.2021 | 22:37 Uhr

Neun Punkte, tolle Tore und endlich wieder Begeisterung: Mit einem makellosen Start hat Bundestrainer Hansi Flick alle Zweifel an der WM-Qualifikation zerstreut und neue Lust auf die deutsche Nationalmannschaft gemacht. (NEWS: Alles Wichtige zur WM-Qualifikation)

Der viermalige Fußball-Weltmeister feierte am Mittwoch gegen Island im kühlen Reykjavik ein ungefährdetes 4:0 (2:0) und damit den dritten Sieg im dritten Spiel unter Flick - allesamt ohne Gegentor. (Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

„Wir haben neun Punkte geholt, das war unser Ziel“, freute sich Flick bei RTL. „Die Art und Weise, wie wir spielen, ist ein Schritt nach vorne. Natürlich ist noch nicht alles bei hundert Prozent, aber das kann man auch nicht erwarten. Ich bin eigentlich trotzdem rundum zufrieden.“

Für Manuel Neuer war es „wichtig, dass wir hier wieder ein Zeichen setzen. Man kann auf diesem Platz nicht den allerbesten Fußball spielen. Aber wir haben nichts anbrennen lassen, waren sehr dominant. Dementsprechend sind wir top zufrieden.“

Blitzstart durch Gnabry

Der Weg zur Endrunde in Katar 2022 ist also geebnet, der Neuanfang nach der Ära Joachim Löw perfekt gelungen. Allerdings hatte auch der dritte Gegner nach Liechtenstein (2:0) und Armenien (6:0) kein internationales Format. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

Serge Gnabry (5.) und Antonio Rüdiger (24.) bescherten ihrer Mannschaft mit frühen Toren im 100. deutschen WM-Qualifikationsspiel einen ruhigen Abend. Leroy Sane (56.) beendete die einzige ordentliche isländische Phase, Timo Werner (89.) setzte den Schlusspunkt.

An das begeisternde Spiel gegen Armenien anzuknüpfen, gelang vor 3600 Zuschauern im ausverkauften, jedoch coronabedingt spärlich besetzten Stadion Laugardalsvöllur nicht durchgehend. Bei acht Grad und einer frischen Meeresbrise dominierte die deutsche Elf aber und ging früh in Führung. In einem eindringlichen Gespräch kurz vor Anpfiff hatte Flick seinem Schützling Gnabry wohl das Richtige erzählt - denn der stürmte durch den Strafraum und schob den Ball nach Hereingabe von Sane ins Tor.

Der Treffer verlieh Ruhe und Souveränität. Flick coachte engagiert, schließlich hatte er seinen Spielern aufgetragen, besonders bei gegnerischen Eckbällen und Freistößen „höllisch aufzupassen“. Doch von den Isländern, die ein Missbrauchsskandal um ihren Rekordtorschützen Kolbeinn Sigthorsson zutiefst erschüttert hatte, kam bis auf einen harten Linksschuss von Isak Johannesson (17.) und einen Pfostenschuss von Johann Gudmundsson (49.) wenig.

Rüdiger mit zweitem Länderspieltor

Als Rüdiger dann auch noch ein Standardtor köpfte, das tatsächlich erst zweite nach einem Freistoß seit der WM 2018, war der Weg zum Sieg bereitet. Ganz sachlich und seriös, zielstrebig, ohne Anzeichen von Schwäche - so wird Flick, der zufrieden nickte, jedoch auch ab und an lautstark eingriff, sich das vorgestellt haben.

Denn Island, Island: Da war doch was? Ja. Vor genau 18 Jahren hatte Rudi Völler nach einem 0:0 zu seiner legendären „Scheißdreck-Käse-Weißbier“-Wutrede angesetzt. Einen weiteren „absoluten Tiefpunkt“ wollte die deutsche Mannschaft vermeiden: „Wir sollten zusehen, dass Hansi nach dem Spiel nicht in eine ähnliche Situation gerät“, sagte Leon Goretzka. (DATEN: Tabellen der WM-Qualifikation)

Mit Ilkay Gündogan für Marco Reus (Knieprobleme) als einziger Startelf-Änderung klappte dies phasenweise spielerisch leicht. Es war nicht immer der Biss, die Spritzigkeit der 90 Minuten gegen Armenien, was Flick an der Außenlinie energisch bemängelte. Jedoch ließ die DFB-Auswahl ihrem Gegner auch keinen Türspalt offen, um in die Partie zu finden.

Havertz vergibt Großchance

Die Balance stimmte, die Abwehr mit den Außen Thilo Kehrer (links) und Jonas Hofmann (rechts), den Flick zur zweiten Halbzeit durch den Leipziger Lukas Klostermann ersetzte, blieb selten geprüft. Der Aluminiumtest des guten isländischen Kapitäns Gudmundsson aber war sehenswert, doch „Abstauber“ Albert Gudmundsson stand im Abseits.

Die DFB-Auswahl wurde etwas schläfrig, Island wurde besser, Flick blickte sogar auf seine Uhr. Joker Kai Havertz hätte dem Aufbäumen der Gastgeber ein Ende setzen können, er schob den Ball freistehend erstaunlich läppisch neben den rechten Pfosten (55.). Sanes kompromissloser Schuss aus spitzem Winkel brachte eine Minute später die Entscheidung. Goretzka hätte noch erhöhen können - das besorgte letztlich Werner.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)