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Das sind Flicks größte Baustellen

Das sind Flicks größte Baustellen

Hansi Flick kann mit dem DFB-Team in Nordmazedonien die Qualifikation für die WM in Katar klarmachen. Vor dem Duell hat er aber noch die ein oder andere Baustelle.
Die Außenverteidiger-Positionen sind momentan mit Thilo Kehrer und Jonas Hofmann besetzt. Not- oder Dauerlösungen im DfB-Team?
Patrick Berger
von Patrick Berger
am 10. Okt

Um 14.47 Uhr hat die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag das Teamhotel „Gastwerk“ in Hamburg in Richtung Flughafen verlassen. Nächstes Ziel: Skopje!

Am Montagabend wollen Joshua Kimmich und Co. mit einem Sieg in Nordmazedonien (Nordmazedonien - Deutschland ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) den Fünferpack unter Hansi Flick eintüten und vorzeitig das WM-Ticket für Katar 2022 lösen. „Wir wollen uns so schnell wie möglich qualifizieren“, gab der Bundestrainer die Marschroute vor.

Der knappe 2:1-Sieg gegen Rumänien, bei dem allen voran die Moral und die Einstellung der Mannschaft gestimmt haben, hat allerdings auch ein paar Baustellen aufgezeigt. „Die Analyse des Rumänien-Spiels hat gezeigt, dass in unserem Spiel sehr, sehr viel davon dabei war, was wir uns vorstellen“, befand Flick. „Am Ende haben Kleinigkeiten im Detail gefehlt.“

Flick gibt Werner volle Rückendeckung

Vor allem die Laufwege und die Positionierung von Stürmer Timo Werner, der auch am Sonntag wieder die volle Rückendeckung von Flick bekam, wurde moniert. Der Chelsea-Stürmer habe sich oft nicht richtig positioniert, befand Flick.

„Man hatte das Gefühl“, so der DFB-Coach, „er war zu sehr mit dem, der den Ball auf Außen hatte, ob Serge (Gnabry) oder Leroy (Sané), auf einer Höhe. Er hatte dann keine Chance, weil er den Ball in den Rücken gespielt bekam. Er muss vielleicht ein bisschen abwarten. Das sind Dinge, die er besser machen kann und die wir auch erwarten von ihm.“

Neben der falschen Positionierung Werners im Strafraum sah Flick auch das Timing bei der Ballabgabe von den Offensivakteuren wie Leroy Sané, Serge Gnabry oder Marco Reus als verbesserungswürdig an. „Unser Manko war schon, dass immer wieder der letzte Pass und die Präzision gefehlt haben. Das sind Dinge, die wir lernen müssen.“ (SERVICE: Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

Flicks Rat an seine Jungs mit Blick auf das Nordmazedonien-Spiel: „Vorne nochmal den Kopf hochnehmen, bevor ich den Pass spiele und vielleicht auch mal den Rückraum sehen.“

Gegen Rumänien stand Marco Reus in der Startelf. Hat er damit Thomas Müller verdrängt und den Stammplatz erobert?
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Funkel spricht von „großem Fortschritt“

Auch im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 war die Nationalmannschaft am Sonntag natürlich Thema.

„Die Mannschaft hat immer wieder versucht, nach vorne zu spielen“, lobte Ex-Bundesligacoach Friedhelm Funkel. „Das ist ein großer Fortschritt gegenüber den Spielen bei der Europameisterschaft, wo viel quer und nach hinten gespielt worden ist.“ SPORT1-Experte Alfred Draxler sprach die Probleme auf bestimmten Positionen an: „Diese Nationalmannschaft hat ein systematisches Problem. Wir haben auf bestimmten Positionen keine Spieler ausgebildet. Wir haben keinen Mittelstürmer. Wir haben auf den Außenbahnen hinten keine Weltklasse.“ (SERVICE: Alles zur deutschen Nationalmannschaft)

Der Bundestrainer stellt sich mit einer ausführlichen Verteidigungsrede schützend vor den in der Kritik stehenden Timo Werner und fordert mehr Unterstützung.
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"Es ist nicht fair": Flick verteidigt Timo Werner gegen Kritiker

„Flick muss ein bisschen experimentieren auf den Außenpositionen“, so der SPORT1-Experte. „Die Zeit hat er ja auch noch. Das sind Problempositionen, die oft unterschätzt werden, aber enorm wichtig und wertvoll sind. Robin Gosens war auf einem guten Weg. Der wird wieder zurückkommen und hoffentlich zur WM fit sein. Auf der rechten Position können Jonas Hofmann oder Thilo Kehrer spielen. Die brauchen ein bisschen Zeit, um das Gefühl zu bekommen, bei der Nationalmannschaft angekommen zu sein. Wir werden keinen Reuter, Lahm oder Brehme mehr bekommen, das war absolute Weltklasse. Aber wir sollten Jungs dahinstellen, die internationales Niveau haben.“